SPD-Stadträtin unterstützt die Forderung nach Gemeinschaftsschulen in Leipzig

Für alle LeserSeit September sammelt das Bündnis „Gemeinschaftsschule in Sachsen – Länger gemeinsam Lernen“ Unterschriften für den Volksantrag für ein längeres gemeinsames Lernen in Sachsen. Prominente Unterstützer von SPD, Grünen und Linken haben sich schon zu Wort gemeldet. Und mit Ute Köhler-Siegel, der schulpolitischen Sprecherin der Leipziger SPD-Fraktion, meldet sich eine zu Wort, die es wissen muss: Sie ist selbst ambitionierte Lehrerin.
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„Mit über 40 registrierten Aktionen in Annaberg-Buchholz, Aue, Hoyerswerda, Kamenz, Meißen, Oberwiesenthal, Oschatz und Zittau sowie in Chemnitz, Dresden und Leipzig startet die Aktionswoche“, resümiert Burkhard Naumann, Koordinator des Bündnisses „Gemeinschaftsschule in Sachsen – Länger gemeinsam Lernen“ zum Auftakt der Aktionswoche vom 29. April bis 5. Mai.

„Mit dem heutigen Tag liegen 33.815 bestätigte Unterschriften vor. Schwerpunkt der Sammlungen wird der ‚Tag der Arbeit‘ am 1. Mai sein. Hier rufen insbesondere der Deutsche Gewerkschaftsbund Sachsen (DGB Sachsen) und seine Mitgliedsgewerkschaften zur Unterschrift während der Mai-Kundgebungen auf. Ich bin mir sicher, dass weitere Aktionen im Mai stattfinden werden und wir die restlichen 6.185 Unterschriften bis zur Sommerpause zusammenhaben werden.“

Mit Blick auf die anstehenden Kommunalwahlen am 26. Mai sagt Naumann: „Wir möchten auf die besondere Rolle des Schulträgers hinweisen. Nur wenn Eltern, Lehrer, Schüler und Schulträger sich gemeinsam für die Einführung einer Gemeinschaftsschule vor Ort entscheiden, wird dies passieren. Demnach ist es jetzt an der Zeit, sich sowohl mit unserem Gesetzentwurf aber auch den Kommunalwahlprogrammen auseinanderzusetzen.“

Ein Großteil der Sachsen unterstützt in Umfragen den Wunsch nach einem längeren gemeinsamen Lernen der Kinder. Die viel zu frühe Trennung der Kinder schon nach der 4. Klasse in einen gymnasialen und einen Oberschulwerdegang sorgt in Sachsen auch dafür, dass gerade Kinder aus finanziell schwächeren Familien denkbar schlechte Chancen auf einen guten Schulabschluss haben. Ihre Chancen auf eine Bildungsempfehlung für das Gymnasium sind fünf Mal geringer als für Kinder aus finanziell besser gestellten Elternhäusern.

Aber nicht nur um diese viel zu frühe Auslese geht es bei der Initiative, denn gerade die einst typischen lebenslang ausgeübten Berufe gibt es immer seltener. Von Schulabsolventen wird selbst in handwerklich orientierten Berufen ein hoher Wissensstand und die Fähigkeit zum Aneignen immer neuen Wissens erwartet. Das erfordert ein anderes Lernen in der Schule, bei dem die Entscheidung über die künftige Studien- oder Ausbildungswahl tatsächlich erst spät fällt und die junge Leute überhaupt die Wahl haben müssen, welche Art Berufszukunft für sie infrage kommt.

Die Einführung einer Gemeinschaftsschule wäre daher auch in Leipzig das notwendige Zukunftsmodell. Entsprechend erklärten am Montag, 29. April, die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD-Ratsfraktion und Spitzenkandidatin im Wahlkreis 5, Ute Köhler-Siegel, sowie der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Bildung und Stadtratskandidat im Wahlkreis 7, Johannes Neumann: „Die Bildungswissenschaft sagt uns seit vielen Jahren, dass unser Schulsystem einen zu hohen Leistungsdruck aufbaut. Es wird endlich Zeit, das zu ändern. Das Leipziger Bildungsnetz braucht Gemeinschaftsschulen!“

Johannes Neumann betont aus seiner Sicht noch einen anderen wichtigen Aspekt: „In einer Gemeinschaftsschule können Kinder von der 1. bis zur 12. Klasse in einem Gebäude lernen. Wir stärken so das soziale Lernen, nehmen den Entscheidungsdruck in Klasse 4 und geben allen die Chance, in ihrem Tempo zu lernen und sich zu entfalten.“

Und Ute Köhler-Siegel betont: „Wir setzen uns für die Gemeinschaftsschulen in Leipzig ein, um Kindern und deren Familien eine bessere Auswahl der Schulformen zu bieten. Die SPD-Ratsfraktion hat im Stadtrat den Neubau von vielen Schulen beschlossen. Wir werden auch in den kommenden Jahren viele Schulen bauen müssen. Dabei wollen wir die Gebäude so planen, dass darin Gemeinschaftsschulen entstehen können.“

Beide werben für die Unterschriftenaktionen in dieser Woche: „Wenn Sie wollen, dass unsere Kinder in einer entspannteren Atmosphäre lernen und mehr Zeit haben, ihre Stärken zu entwickeln, dann unterschreiben Sie bei einem der vielen Aktionsstände für die Gemeinschaftsschule!“

Kreiselternräte werben für den Volksantrag Gemeinschaftsschule für Sachsen

Gemeinschaftsschule
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