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Universität Leipzig kehrt nach drei Semestern in die Präsenzlehre zurück

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    Das Coronavirus und die damit verbundenen Einschränkungen haben viele Gruppen hart getroffen, zum Beispiel Schüler/-innen und Bewohner/-innen von Alten- und Pflegeheimen. Über eine besonders stark betroffene Gruppe wurde in den vergangenen anderthalb Jahren jedoch relativ wenig gesprochen: Studierende. Allein an der Universität Leipzig gibt es mehr als 30.000 von ihnen – das entspricht rund fünf Prozent der Stadtbevölkerung. Hinzu kommen rund 5.500 Mitarbeiter/-innen.

    Von einem lebendigen Uni-Alltag mit Vorlesungen, Seminaren, Mensatreffen und generell regelmäßigem Kontakt zu Kommiliton/-innen ist in den vergangenen drei Semestern wenig übrig geblieben. Seit dem Beginn der Coronakrise im Frühjahr 2020 befinden sich die sächsischen Hochschulen weitgehend im Lockdown.Besonders für die vielen tausend Personen, die im vergangenen Oktober das Studium begonnen haben, bestand der Alltag bislang aus stundenlangen Online-Veranstaltungen und fehlenden Kontakten in einer teils neuen Stadt.

    Im kommenden Wintersemester, das im Oktober beginnt, soll sich das ändern. Anfang August teilte die Universität Leipzig mit, dass die Hochschule zur Präsenzlehre zurückkehren möchte. Einschränkungen gebe es nur bei großen Hörsälen und Seminarräumen. Alle anderen Räume könnten durch neue Sitzanordnungen voll belegt werden. Auch die Bibliotheken und Mensen sollen ohne Einschränkungen genutzt werden können.

    Studienanfänger/-innen „menschlich mitnehmen“

    Ein besonderer Fokus liegt laut Prorektor Thomas Hofsäss auf jenen, die sich dann im 3. Semester befinden werden und Präsenzlehre bislang nur aus Erzählungen kennen. Wichtig sei es, diese „menschlich mitzunehmen“, so Hofsäss auf der Homepage der Universität.

    „Insoweit sollte man auf das Lernen und die Lernerfahrung in Seminaren durchaus sensibel eingehen. Wir haben Tutorien speziell für die Studienanfänger/-innen eingerichtet, um den sicherlich schwierigeren Studienstart als sonst zu unterstützen.“

    Zentrales Element, um massenhafte Infektionen an der Universität zu verhindern, soll die Kontaktnachverfolgung sein. An jedem Platz soll es einen QR-Code geben, über den sich die Studierenden registrieren müssen. Nur jene in die Veranstaltungen zu lassen, die geimpft, genesen oder getestet sind, sei hingegen nicht geplant.

    Hofsäss dazu: „Es erweist sich als nicht durchführbar, vor jeder Lehrveranstaltung entsprechende Kontrollen zu organisieren. Auch Persönlichkeitsrechte werden dadurch tangiert.“ Möglicherweise könnte es in diesem Punkt jedoch anderslautende Vorschriften des Freistaates geben.

    Gemkow denkt über Impfvoraussetzung nach

    Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU) sagte im Juli der „Freien Presse“, dass man darüber reden müsse, „ob wir das Impfen zu einer Voraussetzung für den Zugang zu Präsenzveranstaltungen erklären“.

    Sowohl für Gemkow als auch für Hofsäss steht jedoch erst einmal eine möglichst hohe Impfquote im Vordergrund. Bei speziellen Impfangeboten auf dem Campus in der Jahnallee wurden laut Hofsäss fast 1.000 Studierende geimpft. Weitere Aktionen seien im September und zum Semesterstart geplant.

    In einer internen Mail wies die Universitätsleitung die Studierenden zudem darauf hin, dass bei einer 7-Tage-Inzidenz über 10 in Räumen eine Maskenpflicht gelte. In Leipzig liegt die Inzidenz seit Wochen über 10 und dürfte in den kommenden Monaten tendenziell eher steigen als fallen.

    Protest für Präsenzlehre erfolgreich

    Dass die Lehre im Wintersemester wieder in Präsenz stattfindet, war auch eine Forderung zahlreicher Studierender in den Sommermonaten. Eine Online-Petition mit dem Titel „Wir wollen wieder rein“ unterzeichneten mehr als 1.600 Personen. Mitglieder der Initiative demonstrierten im Sommer vor der Universität und trugen auch im Senat der Hochschule ihr Anliegen vor.

    Der Protest war wohl auch deshalb stark, weil die Unileitung im Juni noch davon ausgegangen war, dass viele Studierende zu Beginn des Wintersemesters nicht vollständig geimpft sein werden und es deshalb möglicherweise nur eine Hybridlösung geben könnte.

    Doch spätestens seit Juli gibt es diese Engpässe nicht mehr: Wer sich impfen lassen möchte, kann dies tun. Unklar ist allerdings weiterhin, wie die Hochschule auf extrem steigende Zahlen reagieren würde. In der aktuellen Mitteilung ist davon die Rede, dass es schlimmstenfalls eine Rückkehr zur digitalen Lehre gebe. Alle Lehrenden sollen das in die Planung für das Semester mit einbeziehen, heißt es.

    Kultusministerkonferenz bevorzugt Präsenzstudium

    Wenige Tage nach der Erklärung der Universität, in den Präsenzbetrieb zurückzukehren, veröffentlichte die Kultusministerkonferenz (KMK) einen Beschluss, in dem ein „Studium vor Ort“ ebenfalls klar bevorzugt wurde. Einschränkungen sollten nur „als letzter Schritt in Erwägung gezogen“ werden.

    Zudem erklärte die KMK, dass Impfung, Genesung oder Test eine Bedingung für den Zugang zu Veranstaltungen sein könnte, sofern es der „Infektionsschutz vor Ort erfordert“.

    Einen solchen Nachweis verlangt übrigens die HTWK, die das Wintersemester ebenfalls in Präsenz plant, wobei Studierende an bestimmten Veranstaltungen auch virtuell teilnehmen können sollen.

    „Universität Leipzig kehrt nach drei Semestern in die Präsenzlehre zurück“ erschien erstmals am 3. September 2021 in der aktuellen Printausgabe der Leipziger Zeitung (LZ). Unsere Nummer 94 der LZ finden Sie neben Großmärkten und Presseshops unter anderem bei diesen Szenehändlern.

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