Ein paar Widerworte zu einer völlig realitätsfremden Medien-Orakelei im „Tagesspiegel“

Im „Tagesspiegel“ gab es in den letzten Tagen eine kleine Kabbelei zu einer Frage, die irgendwie auch „die Medien“ angeht. Chefredakteur Lorenz Maroldt hatte die Frage angesprochen, warum es in Berlin immer mehr rechtsfreie Räume zu geben scheine. Am Ende landete er sogar bei „Zero-Toleranz-Räumen“. Ihm antwortete zwölf Tage später der Fernsehmann Werner Sonne und warf eine ganz kühne Antwort hin: „Die Medien brauchen mehr Mut.“

Das hat er wirklich ernst gemeint. Auch die „Tagesspiegel“-Journalisten hätten sich viel zu selten in die Stadtgebiete gewagt, wo die Kriminalität kocht, die sozialen Konflikte sich ballen und sogar Polizisten und Richter ratlos werden.

Er verstieg sich sogar zu der Forderung: „Nur drängen in Berlin die Missstände noch ganz anders als in Köln, ist nicht nur die Stadt, sind auch die Fehlentwicklungen deutlich größer. Der Einfluss arabischer Großfamilien, die Einbruchswellen (ja, ich weiß, die Einbrüche sind leicht zurückgegangen, aber erzählen Sie das mal unseren Nachbarn, bei denen gerade eingebrochen wurde), die hochkriminelle Situation an bestimmten Plätzen, die gefühlte Machtlosigkeit des Staates, all das sind Themen, die endlich nachhaltig angepackt werden müssen – von der Politik, und von den Medien.“

Und da tauchte so die Frage auf: Wen meint er damit? „Die Medien“? Wen genau? Ein obskures „man“? So wie in seinem Satz: „Dafür muss man die Komfortzone des PC, des politischen Korrekten verlassen“?

Wo lebt der Mann? In welchen Komfortzonen?

Es sind immer konkrete Journalisten, die losziehen müssten. In manchmal sehr obskure Milieus.

Müssten.

Tun sie aber immer seltener. Aber nicht, weil sie in gut gefütterten Komfortzonen hausen, sondern weil es immer weniger investigativen Journalismus gibt. Das müsste auch Herr Sonne mitbekommen haben, wie alle, wirklich alle großen Medien nicht nur ihren Stamm an Auslandsjournalisten drastisch eingedampft haben (weswegen es aus kaum einer Ecke der Welt mehr originäre Nachrichten gibt, nur noch jede Menge Agenturquark, der breitgetreten wird). Und sie haben auch ihr Korrespondentennetz im Inland ausgedünnt und eingedampft. Bis hin zu den Reportern, die mal Zeit und Unterstützung hatten, um in den etwas gefährlicheren oder einfach nur ekligeren Ecken unserer Großstädte zu recherchieren.

Das ist nicht nur in Berlin so. Das ist überall so. Auch in Leipzig. Wir haben das an dieser Stelle seit bald zwölf Jahren immer wieder als Manko beschrieben, haben gegengehalten, wo wir die Zeit und die Kraft hatten.

Aber wir haben auch eines gelernt: Wenn man das tut, ist man ziemlich allein. Dann hat man zwar immer ein Stadion voller klatschender Zuschauer.

Aber irgendwann, nach der dritten, vierten Konfrontation und dem Herumgeeier aus staatlichen Instanzen, fragt man sich: Wer hat eigentlich das Recht, immer wieder zu fordern, „Medien“ sollten das tun?

All diese Labersäcke aus den Talkshows, diese Nie-für-was-Verantwortlichen? Diese Wünsch-dir-Was?

Ganz bestimmt nicht.

Vielleicht die „Agenturen“, die solche Geschichten einfach „aufgreifen“, umschreiben und damit die Nachrichtenkanäle füllen? Haben wir ja auch alles erlebt. Mit diesen Nachrichten verdienen andere ihr Geld. Und stellen sich hin in grunzdämlichen Diskussionen und philosophieren darüber, „Medien“ müssten dies oder das …

Aber bezahlen wollen sie dafür auch nicht. Warum auch? Sie leben ja davon, dass sie die Arbeit von anderen zweit- und drittverwerten.

Natürlich wird man da immer wütender: Worüber labern all diese wohlversorgten Leute? Von wem fordern sie eigentlich, dass er die ganze Eichhörnchenarbeit macht in den Dschungeln unserer Großstädte? Diese unhonorierte Arbeit, denn Budgets zum Recherchieren gibt es auch in den anderen Regionalzeitungen schon lange nicht mehr.

Wir leben in einer Zeit, in der die großen Schaumschöpfer den Bürgern eingeredet haben, sie würden mit den großen „News“-Portalen gut informiert. Ein Punkt, den Herr Sonne nicht mal angesprochen hat. Vielleicht, weil er gar nicht mitbekommen hat, welche Verwüstungen die moderne Kostet-doch-nix-Mentalität angerichtet hat im Medienwald. Denn die Menschen sind ja nicht weniger interessiert zu erfahren, wie es in ihrer Welt aussieht. Aber sie wurden an zwei Dinge gewöhnt:

  1. Die einen haben ihnen eingeredet, das alles würde von geheimnisvollen Mächten ganz automatisch und ohne Kosten produziert. (Wird es ja auch, wenn Medien wie Facebook, Huffington Post und andere Junk-Portale einfach nur einsammeln, was andere produziert haben.) Für sie ist das kostenlos – und sogar gewinnbringend – denn sie können das Abgegraste mit hoher Reichweite unters Volk spülen – und damit die großen Werbebudgets im Internet abfassen. Über 90 Prozent der Online-Werbeeinnahmen fließen in diese Schnell-und-billig-Portale. In den Rest teilen sich dann alle verbliebenen journalistischen Angebote – vom „Spiegel“ bis zum „Tagesspiegel“. Logisch: Davon kann man keinen investigativen Journalismus mehr bezahlen.
  2. Die zweite Lüge hat mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland zu tun, der immer teurer wird, aber auf dem Gebiet genau jenes Journalismus, den Herr Sonne fordert, kaum noch liefert. Die großen Gelder fließen nicht in journalistische Formate, sondern in Pensionen, Sport und Unterhaltung.

Da kann sich Herr Sonne selbst den Spiegel vorhalten.

Und das Wort „unhonoriert“ habe ich nicht ohne Grund genannt, denn ehrlich gesagt: Nach 12 Jahren Rumwurstelei werde zumindest ich immer wütender. Denn jeder, der die L-IZ liest, weiß, welche Themen wir anpacken, wo wir ansetzen und uns in die (manchmal auch schäbige) Tiefe vorarbeiten.

Und dass einige Kollegen, die uns dabei geholfen haben, mittlerweile nicht mehr da sind. Weil wir genau unter denselben Phänomenen leiden wie alle anderen von Herrn Sonne so herablassend titulierten Medien: Die Werbebudgets sind seit Jahren zu den Billigheimern abgewandert. Die Vermarktungskurse auch in Leipzig laufen nicht unter dem Titel „Wie werbe ich am erfolgreichsten in lokalen Medien?“, sondern „Wie vermarkte ich mich am besten in den Social Media?“.

In den lokalen Medien (und wer sonst soll denn eigentlich die von Sonne geforderte Recherche in den Konfliktgebieten machen?) werben nur noch jene Institutionen und Unternehmen, die wirklich die mediale Öffentlichkeit in ihrer Stadt erreichen wollen und nicht irgendwelche Online-Konsumenten. Das reicht natürlich nicht, um eine Mannschaft mutiger, nicht konfliktscheuer Reporter zu bezahlen. Außer mit Peanuts. Aber Peanuts sind nicht nachhaltig. Irgendwann verlassen uns diese Mutigen logischerweise. Und das Feld bleibt wieder unbeackert.

Und wenn Sie es mitbekommen haben, dann erzählen wir nun seit geraumer Zeit, warum es eigentlich nur eine Lösung gibt: den echten Schulterschluss mit dem Leser. Niemand sonst kann wirklich so ein Projekt, wie es ein lokales journalistisches Portal ist, dauerhaft so stärken, wie es eine Lesergemeinschaft ist, die bereit ist, es wirklich zu unterstützen. Zum Beispiel, weil sie wirklich wissen will, was in ihrer Stadt los ist. Nicht nur mit Beifall irgendwo auf Facebook. Das nutzt niemandem etwas. Sondern als echter Unterstützer und Abonnent.

Und da geht es nicht nur um den Beitrag. Der ist pillepalle. Das können Sie selber nachrechnen.

Da geht es um Mitgliederzahlen. Denn nur so kommt genau das zustande, was Herr Sonne einfach voraussetzt, aber nicht benennt: Das Bekenntnis der Leser, dass sie eben nicht nur gelangweilte Konsumenten von schönen aufregenden Geschichten aus dem „Untergrund“ sind, sondern hinter dem Projekt stehen und damit zu echten, bekennenden Auftraggebern werden.

Alles andere ist Fiktion, Schwadronieren von Leuten, die immer gern so tun, es gäbe einen obskuren „journalistischen Auftrag“, nach dem sich dann mutige Reporter in die dunkelsten Abgründe trauen und von dort erfolgreich Beute mitbringen.

Wer bitteschön vergibt solche Aufträge?

Eigentlich ist die Antwort einfach: Es sind nur all jene Leser, die ihr journalistisches Projekt auch wirklich unterstützen und nachzählbar zeigen: Wir stehen hinter euch. Und wir wollen, dass ihr die Kraft und die Leute habt, dieser Stadt ans Eingemachte zu gehen.

Denn Leute, die eben das nicht wollen, gibt es genug. Mehr als genug. Nicht an den eigentlichen Menschen „im Abgrund“ (wie Jack London sie mal nannte) beißen wir uns kraft fehlender Masse und Kopfzahl immer wieder die Zähne aus, sondern an denen, die letztlich verantwortlich sind für die falschen Zustände und Weichenstellungen.

Womit man eben nicht nur ein Gebiet beackern muss (wie Sonne glauben macht), sondern immer mindestens zwei, drei verschiedene Ebenen. Meistens sogar mehr, wenn die Geschichte wirklich substanziell werden soll.

Der Spruch, den Sonne wahrscheinlich auch noch cool fand, ist so falsch, dass einem langsam mulmig wird über die Weltfremdheit der deutschen Mediendiskussion. Nicht „Die Medien brauchen mehr Mut“ muss er heißen, sondern: „Journalistische Projekte brauchen wieder echte Unterstützer.“ Und das können nur Sie sein. Auf die Sonnes und andere sonnige Talkrundenteilnehmer brauchen wir nicht mehr zu rechnen. Die wünschen sich immer alle nur was. Und glauben damit, auch noch eine mutige Tat getan zu haben.

Wer ein paar Gründe lesen will, warum es ohne Ihr Mitwirken nicht geht, findet sie hier.

* Kommentar *MedienkriseUnterstützerLokaljournalismusMut
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Karte: Freistaat Sachsen, Statistisches Landesamt

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