Mark Zuckerbergs lächerliche Reparaturliste für ein Medienunternehmen, das keins sein will

KommentarFür alle LeserAch Gottchen, jetzt freuen sie sich wieder: „Facebook will gegen gefälschte Meldungen vorgehen“, titelt die FAZ. „Schluss mit Fakebook“, meint Zeit Online. Bei „Spiegel“ ist es Zuckerberg, der „gegen erfundene Nachrichten“ vorgehen will. Und man lobt den Knaben auch noch für seine lächerliche Liste der Ankündigungen. Die nichts, gar nichts bewirken wird.

Natürlich eiert Herr Zuckerberg wieder herum, hält die Sache für kompliziert. Seit geraumer Zeit arbeite man an dem Problem und sei sogar schon vorangekommen bei der Lösung. Dass man nicht die Bohne vorangekommen ist, hat ja der amerikanische Präsidentschafts-Wahlkampf gezeigt. Er hat alle schönen Facebook-Algorithmen ad absurdum geführt. Und Zuckerberg glaubt tatsächlich, er könne es mit den alten Methoden schaffen.

Die er alle noch mal aufgelistet hat, als wäre es nur ein Werkzeugkasten, den man nur noch nicht konsequent genug angewendet hat.

„Spiegel Online“ hat die Liste so sortiert:

„..die Technik aufrüsten, um Fehlinformationen besser zu erkennen;

– das Melden von Fake News vereinfachen;

– von den Fähigkeiten Dritter lernen, Falschmeldungen zu überprüfen;

– Nachrichten mit Warnungen markieren, die von Experten bereits als falsch eingestuft wurden;

– die Qualität von Nachrichten, die im Newsfeed von Facebook erscheinen, anheben;

– die automatische Verbreitung von Falschmeldungen durch kommerzielle Anbieter erschweren;

– und mit Journalisten im Gespräch bleiben, um von ihrer Expertise zu lernen.“

Na sowas. Am Ende landet man doch wieder bei Journalisten, um ihre Fachexpertise einzubinden. Nachdem man vorher erst mal den journalistischen Medien im Netz die Arbeitsgrundlage entzogen hat.

Ist der Mann schizophren? Zumindest ist er ignorant. Was Patrick Beuth auf „Zeit Online“ zumindest bemerkt, auch wenn er nicht ausführt, was das für Folgen hat. Da schreibt er nämlich: „Facebook will einfach möglichst selten redaktionell in die Newsfeeds seiner Nutzer eingreifen, weil es nicht als Medienunternehmen angesehen und letztlich auch entsprechend reguliert werden will.“

Genau das ist das Problem.

Herr Zuckerberg möchte nicht, dass sein Laden als Medienunternehmen angesehen wird – obwohl es eins ist und genau so funktioniert.

Und – noch wichtiger – er möchte nicht „entsprechend reguliert“ werden.

Da sind wir nämlich mitten im ungleichen Kampf. Denn Medienunternehmen sind in unserer Gesellschaft reguliert. Sie müssen sich an den Pressekodex halten. Sonst machen sie sich strafbar.

Deswegen müssen Journalisten filtern, sortieren, recherchieren, prüfen, abwägen, damit Lügen und Beleidigungen eben nicht veröffentlicht werden. Das ist ihr täglich Brot.

Und dafür werden sie von Leuten wie Donald Trump und den Narren von PEGIDA & Co. beleidigt. Jeden Tag. Mal offen mit dem alten Nazi-Schlagwort „Lügenpresse“, mal mit Kreidestimme, wie es die AfD tut, die „alle Medien“ genauso gern in einen Sack steckt oder gleich ganz aussperrt und so tut, als wäre das ständige Nachfragen, Auseinanderdröseln und Faktenprüfen dieser Medien eine Zumutung für das eigene Verständnis von Wahrheit.

Denn sie wollen „ihre Wahrheit“ genauso dargestellt wissen wie die Fakten, über die sonst berichtet wird. Als gleichwertig. Ungeprüft.

Und wo sieht Mark Zuckerberg die Lösung?

Er hat keine. Seine Liste sieht nur so aus, als hätte er eine.

Aber Patrick Beuth fasst zusammen, wo Herr Zuckerberg die Lösung sieht: Er will so tun, als sei er ein gemeinnütziges Unternehmen wie Wikipedia (und als würde er keine Milliarden verdienen mit seinem Netzwerk), und die Nutzer selbst die Arbeit von Journalisten machen lassen.

Das steckt in Beuths Satz: „Jedenfalls wolle Facebook nicht zum ‚Schiedsrichter der Wahrheit‘ werden, sondern sich weiterhin darauf verlassen, dass die Nutzer und vertrauenswürdige Dritte (wie zum Beispiel bestimmte Faktencheck-Seiten) gefälschte Nachrichten melden. Künftig solle das für sie ‚viel einfacher‘ werden.“

Da hat Mark Zuckerberg mal wieder alle Welt verarscht – und wird auch noch ernst genommen.

Er will kein „Schiedsrichter über die Wahrheit“ sein. So ein Luftballon.

Journalisten sind dazu verpflichtet, möglichst die Wahrheit herauszubekommen. Das ist ihr Job. Sie „richten“ nicht über Wahrheit, sondern suchen sie. Jeden Tag. Immer aufs Neue, weil Typen wie Trump und alle seine Duplikate emsig dabei sind, die Nachrichtenkanäle mit Lügen, falschen Unterstellungen, falschen Zahlen und Behauptungen zu fluten.

Übrigens nicht nur Trump. Gäbe es nur diesen einen, die Arbeit wäre so einfach. Viel wirksamer sind die ganzen Halbwahrheiten, die vielen feinen Unterstellungen, mit denen ganze Abteilungen aus der politischen PR arbeiten, aber auch hochdotierte Agenturen, Werbe- und Presseabteilungen riesiger Firmen.

Und alle, wirklich alle SIND BEI FACEBOOK und fluten diese Seiten mit Fakes, Lügen, Drohungen, Beleidigungen …

Entweder weiß Mark Zuckerberg nicht, welchen Umfang das hat – oder er schwindelt sich die Lage wieder schön. Denn die Kritik für seine Ignoranz bekommt er ja nun seit einigen Jahren immer wieder zu hören.

Aber zur Wahrheit gehört eben auch:

Facebook ist ein gigantisches Medienunternehmen.

Es finanziert sich genau so.

Es weicht jeder Regulierung aus.

Und Zuckerberg will für echte journalistische Arbeit niemanden bezahlen. Patrick Beuth: „Den Einsatz menschlicher Redakteure zur Bewertung von Inhalten verspricht Zuckerberg nicht, wohl aber eine verstärkte Zusammenarbeit mit Faktencheck-Organisationen und Journalisten, ‚um von ihnen zu lernen‘.“

Er will also wieder vom Fachwissen anderer profitieren, ohne diese Leute zu beschäftigen. Das ist dann schon zynisch.

Und dann schaut man ins Impressum dieses Medienimperiums und findet nicht mal ein V.i.S.d.P. (verantwortlich im Sinne des Presserechts).

Mark Zuckerberg will für das, was er tut, nicht verantwortlich sein.

So einfach ist das.

Und seine kleine To-do-Liste wird verpuffen, wie alle seine fluffigen Versprechungen.

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