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Sonntag, der 14. Februar 2021: Schließung von Hotels und Gaststätten bis nach Ostern, gefährliches Eis und fliegende Teile bei der DHL

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    Rund 230 Menschen demonstrierten am Nachmittag im Lene-Voigt-Park gegen sexualisierte Gewalt. Eine 29-Jährige brach auf dem Karl-Heine-Kanal ins Eis ein und Ministerpräsident Kretschmer hält Reisen in den Osterferien für unangebracht. Außerdem: Kurz nach dem Start eines DHL-Jets am Flughafen Leipzig/Halle öffnete sich die Frachtluke. Die LZ fasst zusammen, was am Sonntag, den 14. Februar 2021, in Leipzig und Sachsen wichtig war.

    Kundgebung gegen sexualisierte Gewalt

    Der Valentinstag ist als Tag der Liebe und Tag des Blumenhandels bekannt. In Leipzig hatten feministische Initiativen das prominente Datum gewiss nicht zufällig gewählt, um auf sexualisierte Gewalt in der linken Szene aufmerksam zu machen. NDR-Reporterin Patrizia Schlosser hatte Anfang 2020 aufgedeckt, dass ein Mitarbeiter des linken Festivals „Monis Rache“ in den Jahren 2016 und 2018 auf Dixiklos versteckte Kameras installiert und die Aufnahmen im Internet auf Porno-Plattformen zum Kauf angeboten hatte.

    Weitere voyeuristische Aufnahmen entstanden in Duschen beim Fusion-Festival. Während der Urheber der Fusion-Videos unbekannt ist, setzte sich „Monis Rache“ mit dem Spanner auseinander. Die Veranstalter veröffentlichten zu den strafrechtlich relevanten Vorfällen im Internet eine umfangreiche Stellungnahme.

    Potenziell Betroffene erstatteten in Summe mehrere hundert Anzeigen. Zwar fand „Monis Rache“ zuletzt 2018 statt. Eine Neuauflage ist in 2021 nicht geplant. Der Veranstalterkreis ist weiterhin unter dem „Moni“-Label in der Technoszene aktiv und an einer offensiven Auseinandersetzung mit dem Thema sexualisierter Gewalt interessiert. Die Veranstalter der Kundgebung im Lene-Voigt-Park warfen ein Jahr nach dem Bekanntwerden von Schlossers Recherche abermals die Frage auf, wie feministisch gefeiert werden könnte.

    „Wie ein Brennglas haben die Taten auf Monis Rache den anhaltenden Sexismus und die Gewalt in der linken Szene schmerzhaft offenbart“, schreiben sie in ihrem Aufruf. „Neben all der Scheiße, die das alles mit sich gebracht hat, wurden aber auch zahlreiche kritische Diskussionen und Auseinandersetzungen angestoßen, die (nicht nur) diese Szene dringend braucht.“

    Bereits vor einem Jahr hatten sie aus diesem Anlass ein Straßenfest mit Demonstration veranstaltet. Diesmal war ursprünglich nur eine stationäre Kundgebung geplant. Die 230 Teilnehmer gingen trotzdem spontan und friedlich auf die Straße. Die Polizei ließ sie gewähren. Zu besonderen Vorkommnissen kam es nicht.

    Kretschmer: Kein Osterurlaub 2021

    Michael Kretschmer (hier Archivbild) warnt vor Osterurlaub. Foto: LZ/Archiv
    Michael Kretschmer (hier Archivbild) warnt vor Osterurlaub. Foto: LZ/Archiv

    Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hält angesichts der weiter hohen Ansteckungsgefahren durch das Coronavirus und seine Mutanten Urlaubsreisen in den Osterferien für unangebracht. „Ich bin dafür, Wahrheiten auszusprechen. Osterurlaub in Deutschland kann es dieses Jahr leider nicht geben. Zu große Mobilität etwa durch Reiseverkehr und Tourismus bereits im April ist Gift. Wir würden alles zerstören, was wir seit Mitte Dezember erreicht haben“, sagte der CDU-Politiker der „Bild am Sonntag“.

    Der Regierungschef kündigte in diesem Zusammenhang an, dass Gaststätten und Hotels über die Feiertage Anfang April geschlossen bleiben müssten. Gleichfalls könne der Kulturbetrieb in Opernhäusern und Theatern erst nach Ostern wieder hochgefahren werden.

    Oppositionspolitiker und Branchenvertreter kritisierten diese Aussagen. Ostern ist dieses Jahr am 4. und 5. April.

    Ins Eis eingebrochen

    Vor allem auf Fließgewässern wie dem Karl-Heine-Kanal ist die Eisdecke stark unterschiedlich dick. Foto: Privat
    Vor allem auf Fließgewässern wie dem Karl-Heine-Kanal ist die Eisdecke stark unterschiedlich dick. Foto: Privat

    Auf dem Karl-Heine-Kanal erlebte eine 29-Jährige am Vormittag den Schreck ihres Lebens. Die Frau brach durch die dünne Eisdecke und befand sich kurzzeitig im Wasser. Nach einer medizinischen Begutachtung wurde sie nach Hause gebracht.

    Die Polizei empfiehlt: Trotz niedriger Temperaturen in den vergangenen Tagen und Nächten, sollten Eisflächen auf Gewässern nicht betreten werden. Während die Eisschicht in Ufernähe oftmals tragfähig erscheint, kann sich dies bereits nach wenigen Metern ändern.

    Dort ist die Wahrscheinlichkeit eines Einbruches im Eis besonders hoch und kann zur lebensgefährlichen Falle werden.

    Zwischenfall am Flughafen

    Wie erst heute publik wurde, kam es schon am Samstagmorgen am Flughafen Leipzig/Halle zu einem brenzligen Zwischenfall mit einer DHL-Maschine. Flug QY126 startete von Piste 26L um 5.31 Uhr Richtung Frankfurt. Kurz nach dem Abheben öffnete sich die Frachttür der Boeing 757. Einzelne Teile fielen vom Himmel.

    Sie schlugen wahrscheinlich rund um das Braunkohlekraftwerk Schkopau auf. Personen kamen nach bisherigen Erkenntnissen nicht zu Schaden. Der Jet der DHL-Frachtairline European Air Transport kehrte nach dem Zwischenfall um und landete wieder in Leipzig/Halle.

    Fußball auch auf Twitter König

    Die Twittercharts in Deutschland nach Followern, 14. Februar 2021. Quelle: twitter-ranking.de
    Die Twittercharts in Deutschland nach Followern, 14. Februar 2021. Quelle: twitter-ranking.de

    Im Vergleich zu Facebook gilt Twitter durch die hohe Dichte an Politikern, vor allem aber Journalist/-innen und sogenannte „Meinungsmacher“ als das „intelligente Netzwerk“. Wenn man allerdings aus Spaß mal schaut, wer in Deutschland so auf twitter-ranking.de die größten Reichweiten hat, kommt man doch deutlich ins Stutzen.

    Nur Toni Kroos kann den FC Bayern schlagen und die Top Ten kennt fast nur ein Thema. Es fehlt eigentlich nur Lothar Matthäus, während man bei Podolski nicht ganz weiß, ob der Accountname auch das Passwort ist.

    Als kleinen Hoffnungsschimmer kann man werten, dass die BILD in den Twittercharts Deutschland nur Platz 31 belegt.

    Radwege, Fluglärm, Donald Trump

    Worüber die LZ heute berichtet hat: Für ein großes Echo sorgte heute das Einspruchsschreiben eines 16-jährigen Schülers aus Schkeuditz zu den Ausbauplanungen am Flughafen Leipzig/Halle. Vor allem deshalb, weil er seinem Einspruch gleich noch Schätzungsrechnungen über die Umweltbelastungen beilegte, die man beim Flughafenbetreiber – dem Land Sachsen- eher ungern anstellen möchte.

    Gleichzeitig erreichten uns heute Grüße aus Ansbach, wo man einiges über die bevorstehende Stationierung von Militärhubschraubern am gleichen Flughafen zu sagen hat. Aus Erfahrungen, die man den Leipzigern lieber ersparen würde.

    Darüber hinaus berichteten wir heute über die Radwegsituation am Connewitzer Kreuz und dem SPD-Antrag für Sofortmaßnahmen im Leipziger Radverkehr.

    Was heute außerdem wichtig war: Der ehemalige US-Präsident Donald Trump wurde in seinem zweiten Amtsenthebungsverfahren durch den Senat freigesprochen. Von 100 Senatoren votierten nur 57 für das Impeachment, darunter sieben Republikaner. Notwendig wäre eine Zwei-Drittel-Mehrheit gewesen. Trump könnte deshalb 2024 erneut für die Präsidentschaft kandidieren.

    Was morgen passieren wird: Das Aktionsbündnis gegen den Flughafenausbau Leipzig/Halle und die Bürgerinitiative „Gegen die neue Flugroute“ rufen zu einer Kundgebung um 14.30 Uhr vor der Landesdirektion in der Braustraße 2 gegen den geplanten Ausbau des Airports auf.

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