Weil täglich hunderte Menschen aus der Ukraine in Sachsen ankommen, sind die Erstaufnahmeeinrichtungen mittlerweile überfüllt. Nun entstehen Notunterkünfte, darunter welche wie die Grube-Halle in Leipzig, die bereits 2015 genutzt wurde. Außerdem: Die Leipziger Kultur plant Unterstützung für Geflüchtete und die Corona-Zahlen steigen weiter, was unter anderem bei den LVB zu neuen Einschränkungen führt. Die LZ fasst zusammen, was am Freitag, dem 11. März 2022, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Weiterhin kommen täglich hunderte Menschen, die aus der Ukraine geflohen sind, in Sachsen an. Ursprünglich sollten alle Ukraine-Geflüchteten in den Erstaufnahmeeinrichtungen in Leipzig untergebracht werden. In Mockau wäre Platz für knapp 1.500 Personen gewesen. Doch die Kapazitäten waren schnell erschöpft. Allein Leipzig rechnet in den kommenden Wochen mit einer fünfstelligen Zahl an Geflüchteten in der Stadt.

Mittlerweile ist klar, dass es zu einer ähnlichen, wenn nicht gar schlimmeren Situation wie 2015 kommen wird. So soll laut LVZ die Arena Leipzig als Notunterkunft eingerichtet werden. Zudem gab die Landesdirektion Sachsen bekannt, dass voraussichtlich ab Dienstag auch die Ernst-Grube-Halle an der Jahnallee zur Unterbringung genutzt werden soll. Das hatte es bereits 2015 gegeben. Auch die Neue Messe wird zur Notunterkunft; ebenfalls wie 2015 und 2016.

Doch nicht nur auf Leipzig bleibt die Inbetriebnahme immer neuer Einrichtungen beschränkt. So soll ab dem Wochenende ein ehemaliges Ferienlager in Chemnitz-Einsiedel genutzt werden. Dort ist für bis zu 500 Personen Platz. An weiteren Lösungen – seien es Gebäude, Zeltstädte oder Hostels – wird bereits gearbeitet.

Stadt verstärkt Hilfe am Hauptbahnhof

Auch rund um die Ankunft von Geflüchteten am Hauptbahnhof möchte sich die Stadt Leipzig nun stärker engagieren. An der Westseite gibt es nun einen Hilfepunkt, wo sich Ankommende verpflegen können. Zudem sind für knapp 100 Personen dort Schlafplätze vorhanden. Auch ein zweites Ankommenszentrum soll eventuell entstehen – jenes im Neuen Rathaus wird hoffnungslos überrannt.

Aus vielen Bereichen – sei es vom Staat oder aus der Zivilgesellschaft – wird derzeit Hilfe organisiert. Auch aus der Leipziger Kultur soll es Unterstützung geben. Wie die Stadt heute mitteilte, wurden bereits zahlreiche Kontakte zu Künstler/-innen in der Ukraine hergestellt.

Weiter teilte das Kulturdezernat mit: „Neben Unterbringungsmöglichkeiten in Theaterwohnungen umfasst das Maßnahmenpaket die Aufnahme von Geflüchteten in bestehende Ensembles, der Vermittlung von Honorarverträgen, das Angebot von kostenfreien Konzerten, Theatervorstellungen, Ausstellungen, Musikschulunterricht, Deutschkursen oder der gemeinsamen Erarbeitung von Ausstellungsformaten mit Kolleginnen und Kollegen im Exil aus der Ukraine.“

Coronazahlen auf Rekordniveau

Neben dem Ukrainekrieg bleibt die Coronakrise weiterhin eines der der großen Themen, auch wenn es medial und politisch derzeit keine allzu große Rolle spielt. Während Gesundheitsminister Karl Lauterbach und Virologe Christian Drosten davor warnen, die Pandemie als beendet zu betrachten, fiebert ein großer Teil der Deutschen offenbar dem „Freedom Day“ in gut einer Woche entgegen – wenngleich dann nicht alle Maßnahmen sofort enden werden.

Dem gegenüber stehen Rekordinfektionszahlen, eine Inzidenz in Leipzig, die sich der 2.000 nähert (zum Vergleich: während der ersten Welle war circa 50 der Höchstwert), und eine Krankenhausbelegung, bei der man sich noch vor einiger Zeit nahe der Überlastung sah.

Die ganz praktischen Auswirkungen der vielen Infektionen merkt man unter anderem im ÖPNV. Schon seit Monaten haben die LVB mit Ausfällen zu kämpfen. Aktuell sind offenbar wieder besonders viele Mitarbeiter/-innen betroffen, weshalb auf den Linien 2, 8 und 10 vorübergehend ein 20-Minuten-Takt eingeführt wird.

Straßennamen, Bürgerbahnhof und Ukraine-Friedensdemo

Worüber die LZ heute berichtet hat: über einen weiteren Debattenbeitrag zur Kontroverse rund um umstrittene Straßennamen, über den Protest beim Bürgerbahnhof Plagwitz und über Leipzigs Kulturhäuser, die nun eine gemeinsame IT-Infrastruktur besitzen.

Was heute außerdem wichtig war: In Chemnitz wurde der Direktor der Kunstsammlungen nach eigenen Angaben von jugendlichen Neonazis verprügelt, in Leipzig wird ein 18-Jähriger vermisst, der mutmaßliche Mörder eines in der Straßenbahn erstochenen Jugendlichen befindet sich mittlerweile in Untersuchungshaft und über den Antrag, dem AfD-Richter Jens Maier die Amtsgeschäfte zu untersagen, kann nicht rechtzeitig bis zum Dienstantritt am 14. März entschieden werden.

Was am Wochenende passieren wird: Für den Samstag gibt es erneut Aufrufe aus dem „Querdenken“-Spektrum, aber auch in Bezug auf den Ukrainekrieg, zu demonstrieren. Die größte Demonstration ist aber am Sonntag zu erwarten. Um 12 Uhr soll auf dem Augustusplatz ein Aufzug starten, der sich einmal um den kompletten Ring bewegt.

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