Acht Jahre hat es gedauert. Das hätte wohl auch der Leipziger Stadtrat nicht gedacht, als er 2014 ein ganzes Konsolidierungspaket für Leipzigs kulturelle Eigenbetriebe beschloss. Wer sich erinnert: Damals wurde ja sogar eifrig über eine Fusion der großen Häuser debattiert. Wirklich beschlossen aber wurde zumindest eine Vereinheitlichung der IT. Die ist jetzt endlich geschafft.

Am Donnerstag, 10. März, meldete der stadteigene IT-Dienstleister Lecos Vollzug.

Die vier Leipziger Kulturhäuser Gewandhaus, Oper, Schauspiel und Theater der Jungen Welt haben in enger Zusammenarbeit mit dem kommunalen IT-Dienstleister Lecos ihre IT-Infrastrukturen in ein gemeinsames Kulturnetzwerk konsolidiert. Sowohl Netzwerk als auch Endgeräte werden künftig zentral verwaltet und administriert. Die Vorteile liegen in einer höheren Flexibilität, Wirtschaftlichkeit und IT-Sicherheit.

Beim Genuss von Klassik, Oper, Theater oder Ballett denkt man natürlich nicht zuerst an Daten, Systeme und Technik. Doch damit die Kunst zum Genuss wird, bedarf es im Hintergrund einer sicheren, leistungsfähigen und zuverlässig arbeitenden IT. Denn auch in traditionsreichen Häusern werden Ticketverkauf, Kundenmanagement, die technisch-organisatorische Vorbereitung von Aufführungen und Spielplänen und viele andere Aufgaben selbstverständlich IT-gestützt realisiert.

Doch mit der Zahl der Anwendungen steigt die Komplexität der Netzwerke und neue Sicherheitsfragen treten auf. Die Herausforderung an die IT-Verantwortlichen, mit den vorhandenen finanziellen und personellen Ressourcen einen leistungsfähigen, stabilen und zukunftsfähigen Betrieb der IT sicherzustellen, wächst.

Gemeinsam mit ihren Kulturhäusern hat die Stadtverwaltung Leipzig deshalb nach einer Lösung gesucht, einen ebenso sicheren wie wirtschaftlichen Betrieb der IT für ihre als Eigenbetrieb organisierten Kulturhäuser sicherzustellen.

„Der Ausbau der Digitalisierung unserer Kulturbetriebe ist eine erforderliche Maßnahme“, erklärt Dr. Skadi Jennicke, Bürgermeisterin und Beigeordnete für Kultur der Stadt Leipzig. „Wir haben uns daher entschieden, gemeinsam mit unserem kommunalen IT-Partner Lecos auf ein zentrales System zu setzen, statt hausgebundene IT-Infrastrukturen zu betreiben. Wir sind froh, dass dieses große Projekt nun hardwareseitig abgeschlossen ist.“

Erste Ideen dazu entstanden im Jahr 2014, nachdem das damals beauftragte actori-Gutachten vorlag und die Lecos die Gesamtverantwortung für den Betrieb der IT des Gewandhauses Leipzig übernommen und ein Konzept zur wirtschaftlichen Konsolidierung der IT-Infrastrukturen in den Leipziger Kulturhäusern vorgelegt hatte. Das Konzept zum „Aufbau einer Kulturdomäne“ wurde im engen Austausch mit den Verwaltungsdirektoren weiterentwickelt und ging dann ab 2019 in die Umsetzung.

Herzstück im Lecos-Rechenzentrum

Zunächst konzentrierten sich die Partner auf die Schaffung einer leistungs- und zukunftsfähigen Basisinfrastruktur im Lecos-Rechenzentrum, an welche die Kulturhäuser sukzessive angebunden wurden. Der Vorteil dieser zentralen Lösung liegt nicht nur in einer zentralen Überwachung und Administration, sondern auch in der Einbettung des Kulturnetzwerks in eine moderne Sicherheitsinfrastruktur.

Das Lecos-Rechenzentrum ist vom Bundesamt für Sicherheit für Informationstechnik (BSI) nach der Norm ISO27001 zertifiziert und weist ein sehr hohes Sicherheitsniveau für die betriebenen Systeme und Applikationen auf.

„Dies ist insbesondere wichtig, da auch die Kulturbetriebe immer häufiger in den Fokus von Cyberkriminellen geraten“, so Dr. Skadi Jennicke.

In 2020 und 2021 folgte dann kulturhausübergreifend die technische Standardisierung der Arbeitsplätze. Das reduziert den Administrations- und Wartungsaufwand für die Technik. Im Sinne der Wirtschaftlichkeit wurde eine Kombination von mobilen und stationären Endgeräten ausgewählt. Perspektivisch wird das Kriterium der mobilen Arbeitsfähigkeit deutlich stärker gewichtet.

Damit wurde die Basis geschaffen, um in der Folge auch die Applikationen konsolidieren zu können. In den kommenden Jahren wird geprüft, ob auch für aktuell noch individuelle Anwendungen wie dem Facility- oder dem Dokumentenmanagement eine Standardisierung sinnvoll ist und Synergien erzeugen kann.

Perspektivisch könnten auch weitere Leipziger Kultureinrichtungen in die IT-Konsolidierung einbezogen werden. Das würde eine Vereinfachung der immer komplexeren IT-Anforderungen für alle städtischen Kultureinrichtungen mit sich bringen. In diesem Sinne wünscht die Lecos: „Eine gute Spielzeit!“

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