Bei einer Auseinandersetzung auf der Eisenbahnstraße wurde am Samstag ein 32-Jähriger angeschossen. Derweil soll der Heizkostenzuschuss für Wohngeld- und BAföG-Empfänger/-innen ab September im Freistaat ausgezahlt werden. Außerdem: Die Brandlage in der Sächsischen Schweiz hat sich erneut verschärft. Dennoch wurde das Waldbetretungsverbot teils aufgehoben. Die LZ fasst zusammen, was am Wochenende, dem 6. und 7. August 2022, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Schüsse auf Eisenbahnstraße

Im Leipziger Osten ist am Samstag, 6. August, ein Mann angeschossen worden. Wie die Polizei heute mitteilte, wurden die Beamt/-innen kurz vor 21 Uhr wegen einer Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen zur Eisenbahnstraße im Ortsteil Neustadt-Neuschönefeld gerufen.

Vor Ort bemerkten die Polizist/-innen, dass ein 32-Jähriger stark blutete. Er wurde offensichtlich angeschossen und daraufhin in ein Krankenhaus gebracht. Laut Polizeiangaben handelte es sich aber um keine lebensgefährliche Verletzung.

Ein 29-Jähriger wurde als Tatverdächtiger festgenommen. Die Staatsanwaltschaft Leipzig wird im Laufe des Tages Haftantrag beim zuständigen Ermittlungsrichter stellen. Die Ermittlungen zu dem versuchten Tötungsdelikt dauern an.

Heizkostenzuschuss in Sachsen ab September

Um den Anstieg der Heizkosten aufgrund der hohen Energiepreise abzufedern, erhalten Empfänger/-innen und Empfänger von Wohngeld einen einmaligen Heizkostenzuschuss. Anspruch auf den Zuschuss haben Personen, denen im Zeitraum vom 1. Oktober 2021 bis 31. März 2022 für mindestens einen Monat Wohngeld bewilligt wurde.

Auch Schüler, die über das Sozialamt BAföG beziehen, profitieren. Allerdings nur, wenn sie ebenfalls von Oktober 2021 bis März 2022 mindestens einen Monat lang BAföG bezogen haben und außerhalb der elterlichen Wohnung leben.

Karina Keßler, Leiterin des Sozialamtes Landkreis Leipzig, weist darauf hin, dass der einmalige Zuschuss automatisch ausgezahlt wird und nicht extra beantragt werden muss. Der Zuschuss soll in Sachsen voraussichtlich ab September ausgezahlt werden, teilte der Landkreis Leipzig heute mit.

Waldbetretungsverbot trotz verschärfter Brandlage teils aufgehoben

Im Brandgebiet des Nationalparks Sächsische Schweiz hat sich die Situation wieder verschärft, berichtet MDR Sachsen. Die zweite Beigeordnete des Landkreises, Kati Kade, habe mitgeteilt, dass der Löscheinsatz um eine Woche verlängert wird. Grund sei der ausgebliebene Regen.

Daher hat das Sächsische Innenministerium nun auch die Bergwacht Bayern angefordert. Diese hilft der Feuerwehr in der Sächsischen Schweiz beim Kampf gegen die Flammen. Die Bergwacht habe eine spezielle Anlage zur Vegetationsbrandbekämpfung.

Das Waldbetretungsverbot im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge wird dennoch weitgehend aufgehoben. Wie das Landratsamt in Pirna am Abend mitteilte, tritt die Änderung am heutigen Sonntag in Kraft.

Die Situation sei zwar wieder etwas verschärft, aber dennoch recht stabil. Nur im Waldbrandgebiet Hintere Sächsische Schweiz bleibe das Verbot bestehen.

Ausstellung für Assange in Leipzig und Demo gegen Verschwörungsfans

Worüber die LZ am Wochenende berichtet hat: über Leipzigs Energie- und Klimaschutzplan, die digitale Leipziger Bücherspur, über die posthume Würdigung von Ehrenbürgerinnen, eine verlorene Kirche bei Halberstadt, Leipzigs neuen Lärmschutzplan mit Lärmkartierungen, eine noch ausstehende Badeerlaubnis für den Bockwitzer See und die agra-Brücke über die Pleiße.

Außerdem waren wir wieder am Oberlandesgericht Dresden, um den Prozess gegen Lina E. und weitere zu verfolgen. Dabei sagt derzeit der Kronzeuge Johannes D. aus. Hier geht es zu Teil 1 und hier kann man Teil 2 lesen.

Assange (als Skulptur) in Leipzig + Video

Am Samstag, 6. August, eröffnete in Leipzig eine Ausstellung „Julians Freedom is your Freedom“ von Künstler/-innen, die dem inhaftierten Julian Assange gewidmet ist. Unter anderem gab es gestren und heute Abend ab jeweils 19:30 Uhr in der Galerie salonrouge eine Rauminstallation mit dem Originalgrundriss und Original-Geräuschen der Gefängniszelle Belmarsh, wo Julian Assange gleich nach seiner Verhaftung für 50 Wochen eingesperrt wurde.

Zum öffentlichen Auftakt der Ausstellung wurde am Samstag, 6. August, ab 14 Uhr die interaktive Skulptur www.anythingtosay.com des italienischen Bildhauers Davide Dormino auf dem Augustusplatz ausgestellt.

In dieser stehen mit Edward Snowden, Julian Assange und Chelsea Manning die drei Hauptprotagonist/-innen heutigen Whistleblowertums überhaupt auf je einem Stuhl, ein Stuhl neben Snowden ist frei für Passanten, welche sich auf diesem fotografieren lassen können, um ihre Sympathie auszudrücken.

Neben weiteren engagierten Frauen und Männern sprach am Samstag auch der mittlerweile bekannteste Leipziger Piratenpolitiker Thomas Köhler vor etwa 50 Teilnehmenden auf dem Augustusplatz über seine Sicht auf die Gefahren, die mit unserem aktuellen Umgang mit Presse- und Informationsfreiheit einhergehen.

Nach seiner Ansprache haben wir uns mit dem Ex-Stadtrat der Piratenpartei und Thomas (Kuno) Kumbernuß (Die PARTEI) über das Thema Julian Assange, den aktuellen Stand und Schmutzkampagnen ebenso unterhalten, wie so manche Probleme im deutschen Whistleblower-Schutz, die Pressefreiheit und die weitgehend Abwesenheit (auch) der Leipziger Presse bei diesem Thema auf dem Augustusplatz.

Was zudem wichtig war: Die Bundesregierung plant ab September überdies eine neue Impfkampagne zur Auffrischung gegen Corona. Dann wird erstmals auch der inzwischen zugelassene inaktivierte Ganzvirusimpfstoff gegen COVID-19 von Valneva verfügbar sein.

Was morgen passieren wird: Am morgigen Montag, 8. August, gehen wieder Gegendemonstrant/-innen auf die Straße, um sich gegen Verschwörungstheoretiker/-innen zu stellen. Treff ist um 18:30 Uhr auf dem Augustusplatz, ab 19 Uhr legt dann Dari and the Beast auf.

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