Noch rund vier Wochen geht es für neun Euro durch Deutschland, aber was passiert danach? Alles wie früher, alles umsonst, 69 Euro? Die Grünen haben nun einen konkreten Vorschlag für ein günstiges Monatsticket. Außerdem: Die Waldbrände in Sachsen haben sich zwischenzeitlich ausgeweitet und Gesundheitsminister Lauterbach ist an Corona erkrankt. Die LZ fasst zusammen, was am Freitag, dem 5. August 2022, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Noch knapp einen Monat können Bahnreisende für nur neun Euro durch Deutschland fahren – oftmals in vollen Zügen und nicht pünktlich, aber immerhin billig. Die Diskussionen darüber, ob es nach dem August ein ähnliches Angebot geben soll, laufen bereits seit Wochen. Heute haben die Grünen einen konkreten Vorschlag in die Diskussion eingebracht.

Laut einem Konzeptpapier, das mehreren Medien vorliegt, soll es nach den Vorstellungen der Grünen künftig ein Regionalticket für 29 Euro und ein Bundesticket für 49 Euro pro Monat geben. Letzteres würde – abgesehen vom deutlich höheren Preis – wohl stark dem bisherigen 9-Euro-Ticket ähneln.

Regionalticket für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen?

Das Regionalticket wiederum wäre – der Name verrät es – auf bestimmte Regionen innerhalb Deutschlands beschränkt. Eine solche Region könnten beispielsweise die ostdeutschen Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sein. Zum Vergleich: Die nur für Leipzig gültige Monatskarte der LVB kostet aktuell knapp 87 Euro.

Laut Umfragen wünscht sich die Mehrheit der Bevölkerung ein günstiges Ticket, das in die Fußstapfen des 9-Euro-Tickets treten könnte. Die FDP hat heute jedoch noch einmal klargestellt, dass es auf keinen Fall ein direktes Nachfolgeticket geben werde.

Ungeklärt ist unter anderem die Frage, wer ein solches Ticket finanzieren würde, also: Wie sich vor allem Bund und Länder die Kosten aufteilen. Letztere bekräftigen ihre Forderung, dass sich der Bund beteiligen müsste.

Waldbrände in Sachsen

Schon fast zwei Wochen dauern die Waldbrände in Sachsen an und die schlechten Nachrichten reißen nicht ab. Heute kam auch noch ein Waldbrand am Ameisenberg im Zittauer Gebirge dazu. An einem Bahndamm war das Feuer am Vormittag ausgebrochen. Am Nachmittag folgte die Entwarnung: Rund 100 Einsatzkräfte konnten das Feuer unter Kontrolle bringen.

Das gilt leider noch nicht für die restlichen Brände in Ostsachsen. Offenbar stellt man sich darauf ein, dass der Kampf gegen das Feuer noch Tage dauern wird. So will der Landkreis Zwickau laut MDR am Sonntag weitere 60 Einsatzkräfte losschicken.

Größtenteils gelöscht sind unterdessen die Flammen im Berliner Grunewald. Problematisch gestaltet sich jedoch aktuell der Umgang mit zwei Weltkriegsbomben, die auf einem Sprengplatz aus ihrer Halterung gerissen worden waren und daraufhin sehr heiß geworden sind. Der teilweise auf über 700 Grad erhitzte Bereich kann noch nicht betreten werden und der weiträumige Sperrkreis bleibt vorerst bestehen.

Corona-Update

Aus Sachsen gibt es durchaus positive Reaktionen zum neuen Infektionsschutzgesetz, über das Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) lange verhandelt haben. Wie die LVZ berichtet, wollen die einzelnen Ministerien noch den genauen Wortlaut abwarten, zeigen sich jedoch mit einigen Punkten zufrieden.

Dazu zählt, dass Schulschließungen nicht möglich sein sollen, dass in der Grundschule keine Maskenpflicht vorgesehen ist und dass grundsätzlich den Bundesländern gewisse Möglichkeiten an die Hand gegeben werden, die sie je nach Infektionslage einsetzen können. Möglich wäre beispielsweise eine Maskenpflicht in Innenräumen von Kultureinrichtungen.

Unterdessen wurde heute bekannt, dass sich Lauterbach nun selbst mit Corona infiziert hat. Ihm gehe es aber gut, heißt es. Die USA haben währenddessen den Gesundheitsnotstand wegen der Affenpocken ausgerufen, rund zwei Wochen, nachdem dies bereits die Weltgesundheitsorganisation getan hatte. Das bedeutet vor allem, dass zusätzliche finanzielle Mittel zur Bekämpfung freigegeben werden können.

Worüber die LZ heute berichtet hat: über die geplante Sanierung des Bürgermeister-Müller-Denkmals auf der Wiese vor dem Hauptbahnhof und über die zweite Fortschreibung des Lärmaktionsplans.

Was heute außerdem wichtig war: Auf der Johannisallee sollen ab Montag zwischen Philipp-Rosenthal-Straße und Liebigstraße beidseitig neue Radfahrstreifen markiert werden, um die Unfallgefahr zu reduzieren, und die Polizei warnt erneut eindringlich vor sogenannten Schockanrufen. In einem aktuellen Fall waren zwei Senioren, deren Tochter scheinbar einen tödlichen Unfall verursacht hatte, um einen sechsstelligen Betrag gebracht worden.

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