Kaum ist das Sommersemester überstanden, steht schon die Frage im Raum, wie das Wintersemester an der Universität Leipzig aussehen wird. Denn neben neuen, noch schneller übertragbaren Corona-Varianten wie Centaurus und der Omikron-Untervariante BA.5. lässt die derzeitige Energiekrise Menschen mit Sorge auf den bevorstehenden Winter blicken.

„Die Universitätsleitung plant das Wintersemester derzeit als Präsenzsemester mit digitalen und hybriden Anteilen“, erklärt Carsten Heckmann, Pressesprecher der Universität Leipzig. „Bei der Planung bezieht sie den Corona-Krisenstab der Universität und die Studiendekan/-innen der Fakultäten mit ein.“

Bei den digitalen und hybriden Angeboten sollen besonders benachteiligte und internationale Studierende am Studienbetrieb beteiligt werden. Wechselformate oder Blockveranstaltungen gehörten ebenso mit zu den Überlegungen, so Heckmann. Aber grundsätzlich soll gelten: Die Präsenz-Lehre hat Priorität.

Heckmann gibt zu, dass bei den Entwicklungen natürlich die im Winter verschärfte Corona-Situation im Fokus stehen wird – andererseits aber auch die Entwicklung auf dem Energiemarkt: „Wir sind uns bewusst, dass je nach den gesetzlichen Vorgaben und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auch mit Einschränkungen im universitären Betrieb gerechnet werden muss.“

Die Versorgung laufe zum überwiegenden Teil über das Fernwärmenetz; natürlich sehe man die mögliche Energiekrise aber mit Sorge.

Die Universität Leipzig arbeitet derzeit gemeinsam mit dem Wissenschaftsministerium an einem Überblick, welche Hochschulbereiche unter allen Umständen mit Energie versorgt werden müssen.

Sachsens Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU) erläuterte im Interview mit der LVZ, dass sonst bei einer Gasknappheit im Herbst und Winter „Leib, Leben oder Technik“ gefährdet wären, „etwa in der Patientenversorgung an den Unikliniken, beim Erhalt von Zellkulturen oder der Versorgung von Tieren“.

Außerdem sei Wissenschaft energieintensiv. Ein Totalausfall von Energie würde dort mitunter jahrzehntelange Forschung zunichtemachen. So können auch Gefahren entstehen.

Die Ergebnisse der Zusammenarbeit sollen in den nächsten Tagen vorliegen. „Am Ende soll daraus eine Art Ampelsystem mit Vorwarnungen und Handlungen entstehen“, so Gemkow in der LVZ.

Auch hier werden Land und Bund die Kosten abfedern müssen. Allein mit ihren Budgets sind Hochschulen und Institute dazu nicht in der Lage. Eine Rundmail an Studierende und Lehrende ist nach Abschluss der universitären Beratungen zu Corona- und Energiekrise ebenfalls geplant. (UPDATE: Die Rundmail wurde nach Veröffentlichung der LZ 104 verschickt.)

„Ein sorgenvoller Blick Richtung Winter: Für das nächste Unisemester ist ein Energie-Notfallplan in Arbeit“ erschien erstmals am 29. Juli 2022 in der aktuellen Printausgabe der Leipziger Zeitung (LZ). Unsere Nummer 104 der LZ finden Sie neben Großmärkten und Presseshops unter anderem bei diesen Szenehändlern.

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