Am späten Dienstagnachmittag verkeilten sich zwei Straßenbahnen am Leipziger Hauptbahnhof ineinander – mehrere Personen wurden durch den Unfall verletzt. Bei den Waldbränden in der Sächsischen Schweiz zeichnet sich weiterhin keine Entspannung ab. Und: Ungeachtet chinesischer Drohungen ist die US-Politikerin Nancy Pelosi zu einem Besuch auf der Insel Taiwan eingetroffen – Peking spricht von einem „Spiel mit dem Feuer.“ Die LZ fasst zusammen, was am Dienstag, dem 2. August 2022, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Sieben Verletzte: Trams am Hauptbahnhof ineinandergekracht

Der sich stauende Feierabendverkehr und dann Sirenengeheul am Leipziger Hauptbahnhof waren am Dienstagabend gegen 17 Uhr erste Zeichen, dass etwas passiert sein musste. Zwei Straßenbahnen an der Ausfahrt der Zentralhaltestelle Hauptbahnhof verkeilten sich gegen 17 Uhr ineinander.

Es gab insgesamt sieben Verletzte, zwei davon schwerer, sodass es gesamt für vier Personen einen Krankentransport in die Uniklinik und das Sankt Georg brauchte. Laut Informationen vor Ort, schafften die LVB es selbst, den entgleisten Wagenzug wieder ins Gleis zu heben – eine weitere Hilfe der Feuerwehr war dazu nicht nötig. Unsere Kollegen waren vor Ort und berichteten. Kurz nach 19 Uhr konnte die Strecke wieder freigegeben werden.

Gedenken an ermordete Sinti und Roma während NS-Zeit

Nahe dem Unfallort fand an der Goethestraße auch eine Gedenkveranstaltung für die unter dem NS-Regime ermordeten Sinti und Roma statt. Der 2. August wurde 2015 durch das EU-Parlament zum Gedenktag für die mindestens 500.000 Sinti und Roma erklärt, die im von Hitler-Deutschland okkupierten Europa getötet wurden. Allein 4.300 Angehörige dieser Gruppe ermordete die SS am 2. August 1934 im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau.

Das Gedenken an die Opfer der NS-Vernichtungspolitik wurde mit einer Niederlegung von Blumen begangen, zudem war auch ein kurzer Vortrag über den Forschungsstand zu Sinti und Roma aus Leipzig vorgesehen, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden.

Waldbrände in der Sächsischen Schweiz gehen weiter

Keine Entspannung bei den Waldbränden in der Sächsischen Schweiz: Die wenigen Regentropfen vom Wochenende konnten die Situation leider nicht entschärfen – auch in der zweiten Woche lodern die Glutnester in Ostsachsen weiter. Das Feuer war ursprünglich auf tschechischer Seite im Nationalpark Böhmische Schweiz ausgebrochen und griff dann auch auf die deutsche Seite über.

Die über 500 Einsatzkräfte, deren Schwerpunkt der Brandbekämpfung derzeit im Gebiet Schwarze Schlüchte, Richterschlüchte und den Bärenfangwänden liegt, konzentrieren sich aktuell vor allem darauf, eine Ausweitung der Glut zu unterbinden. Wegen der Topographie und der anhaltenden Trockenheit gestaltet sich das direkte Löschen der Feuer weiterhin schwierig. Zudem soll es weitere Fälle mutmaßlicher Brandstiftungen in Ostsachsen seit dem zurückliegenden Wochenende gegeben haben.

Die tschechische Feuerwehr, die von einer baldigen Löschung der Brände auf ihrem Staatsgebiet ausgeht, hat den deutschen Kollegen inzwischen Hilfe angeboten. Angesichts ausbleibenden Regens und weitere Hitzespitzen in den nächsten Tagen zeichnet sich aktuell nicht ab, dass sich die Situation zeitnah entschärfen könnte.

Anders dagegen in Südbrandenburg, wo ein Waldbrand nach gut einer Woche bezwungen werden konnte. Doch wegen der nicht endenden Trockenheit bleibt die grundsätzliche Gefahr von Waldbränden weiterhin hoch.

Umstrittener US-Besuch für Taiwan

Peking schickt offene Drohgebärden: Trotz Warnungen der chinesischen Führung ist die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, am Dienstagabend (Ortszeit) zu einem Besuch auf der Insel Taiwan eingetroffen. Die 82-jährige Politikerin der Demokraten will am Mittwoch Taiwans Präsidentin Tasi Ing-wen (65) treffen.

Für China bedeutet die ranghohe Visite aus den USA ein Signal der Aufwertung der demokratisch verfassten Insel Taiwan, die Peking als Teil des eigenen Imperiums betrachtet. Vielfach wird schon ein Szenario wie in der Ukraine befürchtet, mit dem sich die Führung Chinas auf militärische Weise das holen könnte, von dem sie glaubt, dass es ihr zusteht.

Bereits vor dem Besuch aus den USA hatte die Volksrepublik die militärische Drohkulisse verstärkt. Das Außenministerium sprach von „energischen und resoluten Maßnahmen“, falls die USA die Interessen Chinas untergraben.

Der Adressat in Washington wiederum verlautbarte, man wolle sich auf kein „Säbelrasseln“ einlassen. Zugleich ließe man sich aber auch nicht einschüchtern, so das Weiße Haus. Die Spannungen zwischen den zwei Giganten auf der Bühne der Weltpolitik dürften sich fortsetzen.

Worüber die LZ heute berichtet hat: Neben unserem aktuellen Bericht über den Tram-Unfall am Hauptbahnhof geht es um eine FLINTA*-Corner gegen sexualisierte Gewalt, die Frage nach Erneuerbaren Energien in der Stadt Leipzig, die Sanierung am Leipziger Nonnenweg und den Energieberg Seehausen. Zudem thematisieren wir auch kritisch den Eingriff in Biotope wie am Störmthaler See.

Was heute sonst noch wichtig war: Vorsichtiger Optimismus herrscht nach den wiederaufgenommenen Getreide-Exporten aus der von Russland überfallenen Ukraine.

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