Für heute hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaften zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Am Vorabend kam es im Zusammenhang mit einer Demonstration zu Auseinandersetzungen. Der Volkswagen-Konzern will im Verlauf des Tages seine Umbaupläne für das Werk im sächsischen Zwickau bekanntgeben. Und der Verkehr der Regionalbahn 110 bleibt noch bis nächste Woche eingeschränkt. Die LZ fasst vier Nachrichten zusammen, die heute wichtig sind.

Lehrkräfte streiken in und um Leipzig

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat Lehrerinnen und Lehrer für heute zu einem Warnstreik aufgerufen. Betroffen sind die Stadt Leipzig, der Landkreis Leipzig sowie der Landkreis Nordsachsen.

Eine zentrale Kundgebung der GEW findet am Morgen um 10:00 Uhr auf dem Richard-Wagner-Platz vor der „Blechbüchse“ an den bekannten Pusteblumen-Springbrunnen statt. Die Gewerkschaft fordert 7 Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch eine Lohnsteigerung von 300 Euro im Monat. LZ wird im Tagesverlauf berichten.

Achtung: Für die Schülerinnen und Schüler bedeutet der Warnstreik allerdings keinen freien Tag! Die Schulpflicht wird durch Maßnahmen des Arbeitskampfes nicht aufgehoben. Bestreikte Schulen sind angewiesen, einen Notbetrieb aufrechtzuerhalten. Wer einfach zuhause bleibt, sammelt unter Umständen einen unentschuldigten Fehltag fürs Zeugnis.

Ebenso dürfen verbeamtete Lehrerinnen und Lehrer nicht streiken. Sie sind aufgrund ihres Status vom Streikrecht ausgenommen. Das bestätigte zuletzt ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR).

Rangeleien auf der Eisenbahnstraße

Zu Auseinandersetzungen kam es am gestrigen Abend am Rande einer Demonstration, die vom Hauptbahnhof auf die Eisenbahnstraße führte. 750 Teilnehmer des Aufzugs brachten ihre Solidarität mit den Kurden im Norden Syriens zum Ausdruck.

Ein Polizeisprecher bestätigte heute Morgen Augenzeugenberichte, nach denen es zu mehreren Straftaten kam. Er betonte zudem, dass es sich dabei nicht um Angriffe auf Polizeibeamte aus dem Demonstrationszug heraus handelte.

Vielmehr habe es kontroverse Ansichten vom Straßenrand aus zum Inhalt der Demonstration gegeben. In diesem Zusammenhang war es nötig, Kontrahenten durch Beamte getrennt zu halten. Hierbei stürzte ein Polizist, verletzte sich und musste ambulant behandelt werden. Des weiteren kam es zu Beschädigungen an einem Carsharing-Fahrzeug und einem Imbiss. Die Polizei war mit 100 Einsatzkräften vor Ort.

VW-Werk in Zwickau wird Recyclinghof

Wegen sinkender Absatzzahlen neu produzierter Autos wird der Volkswagen-Konzern sein Zwickauer Werk gründlich umbauen. Neben der Produktion von Neuwagen sollen künftig alte PKW zerlegt und ihre Einzelteile recycelt werden. Details zu diesen Plänen will das Unternehmen am heutigen Mittwoch bekannt geben.

Derzeit arbeiten in Zwickau 9.200 Beschäftigte. Die Fläche des Zwickauer Fahrzeugwerks umfaßt 1.800.000 Quadratmeter. Der letzte Verbrenner lief am 26. Juni 2020 vom Band. Im Jahr 2024 wurden rund 204.000 Elektrofahrzeuge produziert. Seit der Gründung des Standorts 1990 verließen fast sieben Millionen Fahrzeuge das Werk.

In Zwickau sollen Autos künftig nicht nur montiert, sondern auch zerlegt werden. Foto Volkswagen AG

Zugausfälle der Regionalbahn 110 bis nächsten Montag

Nach einem Fahrzeugausfall bei der Regionalbahn-Linie 110  bleiben die Beeinträchtigungen für Reisende noch bis 26. Januar bestehen. Das teilt die Mitteldeutsche Regiobahn auf ihrer Website mit und bittet die Betroffenen um Verständnis.

Am Montag war ein Zug mit einem Getriebeschaden liegengeblieben. Er konnte geborgen werden, fällt aber neben anderen Fahrzeugen, die derzeit regulären Wartungsarbeiten unterzogen werden, noch bis kommenden Montag aus.

Betroffen sind die sogenannten „Verstärker-Fahrten“ zwischen Grimma und Leipzig. Die kommen dann zum Einsatz, wenn planmäßigen Züge voraussichtlich überfüllt wären. Sie sorgen dafür, dass mehr Fahrgäste befördert werden können, ohne den gesamten Fahrplan dauerhaft zu ändern.

Die stündliche Bahnverbindung auf der Strecke Leipzig–Döbeln wird wieder nach Plan befahren. Fahrgäste informieren sich am besten vorab über ihre geplante Reise mobil auf der App der Deutschen Bahn oder dem Portal der Mitteldeutschen Regiobahn.

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