Das Museum der Geschichte Kyjiws präsentiert gemeinsam mit dem Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig im Alten Rathaus bis zum 31. März die digitale Ausstellung „Kyjiw im Wandel: Von der Unabhängigkeit zur Identität“. Das Projekt ist das Ergebnis der langjährigen Zusammenarbeit zwischen den beiden Partnerstädten, die europäische Werte, wie Freiheit, Demokratie und gegenseitigen Respekt teilen.

Das Kooperationsprojekt zeigt den Wandel Kyjiws über die letzten dreißig Jahre – vom Aufbruch in die Unabhängigkeit bis heute – unter dem Einfluss verschiedener politischer, sozialer und kultureller Prozesse. Die Stadt wird nicht nur als Schauplatz historischer Ereignisse, sondern als treibende Kraft beim Aufbau der Zivilgesellschaft und einer neuen, städtischen Identität dargestellt.

Ihre Architektur, öffentlichen Räume sowie das Alltagsleben ihrer Bewohner unterstreichen den beharrlichen, dynamischen Kampf für Freiheit, Selbstbestimmung und Würde.

Das Herzstück der Präsentation bilden vier entscheidende Meilensteine revolutionärer Bewegungen in der modernen Geschichte der Ukraine: die Revolution auf Granit, die „Ukraine ohne Kutschma“-Massenproteste, die Orange Revolution und der Euromaidan. Während dieser Phasen wurde der Stadtraum Kyjiws zu einem Zentrum der zivilgesellschaftlichen Solidarität, der gegenseitigen Unterstützung sowie der aktiven öffentlichen Beteiligung am Aufbau der Zukunft des Landes.

„Das Projekt ist das Ergebnis einer fruchtbaren und zutiefst bedeutsamen Zusammenarbeit zwischen den Partnerstädten Kyjiw und Leipzig. Es umfasst eine dramatische visuelle Erzählung über die Reise unserer Stadt durch Zeiten des historischen Wandels, tiefen Schmerzes und großer Opfer. Dennoch bezeugt es auch die Resilienz, Standhaftigkeit, Liebe, den Glauben und die Bereitschaft der Kyjiwerinnen und Kyjiwer, ihre Stadt zu verteidigen.

Heute ist es wichtiger als jemals zuvor, dass unsere Stimme von der internationalen Gemeinschaft gehört und die Geschichte Kyjiws als Botschaft der Stärke, der Freiheit und des Kampfes für europäische Werte verstanden wird“, erklärt Victoria Mukha, Generaldirektorin des Museums der Geschichte Kyjiws.

Parallel zur Chronik der revolutionären Bewegungen untersucht das Ausstellungsprojekt das friedliche Leben in der Stadt, das trotz der gesellschaftlichen Umbrüche weiterging. Dazu gibt es Themenbereiche mit dem Fokus auf Stadtlandschaften und architektonische Veränderungen, aufstrebende Wirtschaftsgebiete, die Wiederbelebung kultureller und religiöser Traditionen sowie die Generation, die mit der unabhängigen Ukraine aufgewachsen ist.

In diesen Geschichten wird Kyjiw als Raum erfahrbar, in dem unterschiedliche Geschwindigkeiten und Lebensrhythmen nebeneinander existieren und in dem Alltagsleben und Geschichte immer wieder aufeinandertreffen.

Ein spezielles Videosegment dokumentiert Kyjiw zu Beginn der russischen Großinvasion 2022. Darin wird die Geschichte einer Stadt erzählt, die quälende Verluste ertragen muss, sich aber nicht ergibt. Neben den Bildern der Zerstörung werden Szenen des Alltagslebens im Krieg, der gegenseitigen Hilfe und der inneren Stärke der Menschen Kyjiws gezeigt.

Die Zuschauer sehen die Entwicklung des Majdan Nesaleschnosti (Unabhängigkeitsplatz) von einem Platz im Stadtraum hin zu einem wesentlichen Symbol im kollektiven Gedächtnis. Im letzten Teil des Videos erscheint der Maidan als Platz der Stille und Reflexion, auf dem zu Ehren der gefallenen ukrainischen Soldaten aufgestellte Flaggen den Geist und die Fortführung des Kampfes für die Freiheit symbolisieren.

„Für das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig ist es eine große Ehre, diese Ausstellung über den Kampf für Unabhängigkeit und Demokratie in der Ukraine zeigen zu dürfen. Gerade jetzt ist es wichtiger denn je, unsere mutigen Kolleginnen und Kollegen am Museum der Geschichte Kyjiws zu unterstützen und die Solidarität zwischen unseren beiden europäischen Städten zu stärken.

Selbst in Zeiten des Krieges und der Aggression können Kultur und Bildung einen wichtigen Beitrag dazu leisten, unsere kollektiven, in der Geschichte und den gemeinsamen europäischen Werten verwurzelten Identitäten zu finden und zu verteidigen“, ordnet Dr. Anselm Hartinger, Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig, ein.

Die Präsentation wurde durch das Museum der Geschichte Kyjiws und den Fernsehsender Kyjiw 24 in Zusammenarbeit mit dem Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig kuratiert.

Veranstaltungstipp: Am Mittwoch, dem 25. Februar, um 16:00 Uhr findet ein Ausstellungsgespräch mit den Kuratoren und Vertretern der ukrainischen Gemeinde in Leipzig mit Unterstützung des Referates für Internationale Zusammenarbeit der Stadt Leipzig im Grünen Salon des Alten Rathauses statt. Die Veranstaltung ist kostenfrei.

Ausstellungsprojekt „Kyjiw im Wandel: Von der Unabhängigkeit zur Identität“, 20. Januar bis 31. März 2026, Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, Altes Rathaus.
Öffnungszeiten: Dienstag–Sonntag, Feiertage 10:00 Uhr–18:00 Uhr, Eintrittspreis kostenfrei.

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