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Jüdische Erinnerungskultur „erfahren“: Am 15. August gibt es eine Fahrradtour mit dem Notenspur-Verein zu jüdischen Friedhöfen in Leipzig und Delitzsch

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    Im Jubiläumsjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ widmet der Notenspur-Verein seine Notenrad-Tour der jüdischen Friedhofs- und Erinnerungskultur. Die Fahrt führt am Sonntag, 15. August, über den Alten bzw. den Neuen Israelitischen Friedhof Leipzig zum Jüdischen Friedhof nach Delitzsch. Auf allen drei Friedhöfen gibt es Führungen.

    „Wir besuchen Grabstätten von musikgeschichtlich wichtigen Persönlichkeiten, von Kantoren, Komponisten und Chorleitern. Wir thematisieren auch Begräbnisbräuche der jüdischen Kultur. So werden beispielsweise verschlissene und nicht mehr geeignete Tora-Rollen – der wichtigste Teil der Heiligen Schrift der Juden – auf dem Friedhof in die Erde eingebracht und somit beerdigt“, erläutert Notenspur-Vorstandsvorsitzender Werner Schneider das Vorhaben.

    An der Zwischenstation in Podelwitz findet im Garten des Pfarrhauses nahe der Kirche ein Konzert mit amarcord statt. Das bekannte Leipziger Vokalensemble singt Werke jüdischer Komponisten. Dort ist auch Zeit für ein Picknick (Selbstverpflegung! Bitte Decken mitbringen!).

    Alter Israelitischer Friedhof in Leipzig. Foto: Werner Schneider
    Alter Israelitischer Friedhof in Leipzig. Foto: Werner Schneider

    Am Delitzscher Jüdischen Friedhof wird noch einmal Musik erklingen – es spielt die Cellistin Konstanze Pietschmann.

    Die Rückfahrt von Delitzsch führt über Werbeliner und Schladitzer See nach Leipzig (Ankunft ca. 19:00 Uhr). Die Tourbegleitung der insgesamt ca. 50 km langen Tour übernimmt dankenswerterweise der ADFC Leipzig, Tourleiterin Martina Kiesgen-Millgramm hat die Route ausgewählt und mehrfach getestet.

    Die Teilnahme an der Notenrad-Tour wie auch an den Führungen und Konzerten ist kostenlos, eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. Treffpunkt am 15. August für alle Radler ist der Augustusplatz vor der Oper Leipzig, Start ist 11 Uhr. Männliche Besucher werden gebeten, auf den Friedhöfen eine Kopfbedeckung zu tragen.

    Der Besuch einer Führung oder der musikalischen Darbietungen sind auch möglich, ohne als Fahrradfahrer an der Radtour teilzunehmen. Interessenten erreichen die Orte gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Weitere Informationen mit Zeitangaben sind der Homepage des Vereins zu entnehmen.

    Die Notenrad-Tour zu jüdischen Friedhöfen ist Teil der Projektaktivitäten des Notenspur-Vereins „170 Jahre deutsch-jüdisches Miteinander in Leipzig“, die durch eine Bundesförderung finanziert werden. Besondere Kennzeichen des Notenspur-Jahresprojektes sind:

    Musik dient als verbindendes Element, das eine emotionale Beziehung zur jüdischen Kultur schafft.

    Das deutsch-jüdische Miteinander wird mit authentischen Orten jüdischen Lebens im Leipziger Stadtraum verknüpft, um ihm beständige Haftpunkte in der heutigen Stadt zu geben.

    Wie in der jüdischen Erinnerungskultur gibt es Beteiligungsformate, die aus Zuschauern Träger und Multiplikatoren der Erinnerung machen.

    Einige Aktivitäten – Lesungen, gestalteter Abend zum Hörspielsommer, Veranstaltungen mit Schulen – haben bereits stattgefunden, weitere wie z. B. das Sukkot-Fest (Laubhüttenfest) folgen im September und Oktober.

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