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Neue Webseite ist ab heute online: Hinsehen. Handeln. Jetzt! Sexualisierte Gewalt an Kindern ist nie „privat“

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    „Gewalt an Kindern“ ist ein immer noch mit viel Schweigen beladenes Thema. Um es zu enttabuisieren, können Kunst und Soziokultur durchaus wirkungsvolle Mittel sein – auch zu Hilfe und Stärkung der Betroffenen wie auch der Prävention. In diesen Zusammenhängen wurde eine thematische Webseite erarbeitet: www.hinsehen-handeln-jetzt.de, die ab Freitag, 19. November, online ist.

    Für eine junge Leipzigerin, die in ihrer Kindheit sexuellen Missbrauch erfahren hat, war unter anderem bild-künstlerisches Schaffen eine Form der Aufarbeitung. Zudem entstand in ihr das Bedürfnis, Erwachsene zu diesem Thema stärker zu sensibilisieren, aufzuklären – mit der Aufforderung, hinzuschauen, aktiv zu werden … damit andere Kinder dies nicht erfahren müssen. Ihre Bilder und Texte waren Grundstein der neu entstandenen Webseite.Hinzu kommen Übersichten zu zahlreichen Hilfe- und Unterstützungsangeboten; genannt werden Beratungsstellen lokal bis bundesweit sowie zahlreiche Medienangebote (Webseiten, Bücher, Theater, Musik) – geordnet nach entsprechenden Fragestellungen: Wohin kann ich mich wenden, wenn ich die Vermutung habe, dass ein Kind (sexualisierte) Gewalt erfährt? Wo kann ich mich informieren, weil ich selbst sensibler für dieses Thema sein möchte? z. B. als Lehrer/-in, Erzieher/-in … Aber auch zu der Fragestellung: Wohin wende ich mich als erwachsene Person, wenn ich selbst sexuellen Missbrauch erfahren habe?

    Die Webseite entstand in kooperativer Zusammenarbeit des Frauenkultur e. V. Leipzig mit der Künstlerin J. M., dem Kinderschutz-Zentrum Leipzig und der Leipziger Psychotherapeutin Nadine Berger. Am Donnerstag wurde die Website offiziell vorgestellt.

    „Die Zahlen sind schockierend“, kann man auf der Homepage lesen. „Jeden Tag werden in Deutschland mehr als 40 Kinder Opfer von sexuellem Missbrauch (Stand 2020). Trotz des Wissens, trotz öffentlich bekannter Straftaten, trotz thematischer Präsenz in den Medien wie auch im eigenen sozialen Umfeld zeigt sich auch bei konkreten Verdachtsfällen im Querschnitt ein auffallend distanziertes Verhaltensmuster innerhalb der Zivil-Gesellschaft. Warum ist das so? Warum wird möglicherweise ‚die Privat-Sphäre‘ über das Wohl von Kindern gestellt? Sicherlich auch oft wegen Unsicherheiten, wegen der Ungewissheit, ob da nebenan wirklich etwas passiert.“

    Diese Webseite ist in den verschiedenen Perspektiven mit der Lebensgeschichte von J. M. verbunden. J. M. hat den erlebten sexuellen Missbrauch viele Jahre später auf „ihrem Weg zu sich selbst“ über Malen und Zeichnen ihrer Erfahrungen aufgearbeitet. Als Folge schwersten traumatisierenden Missbrauchs entwickelte sich bei ihr eine dissoziative Identitätsstörung.

    Aber das Wichtigste ist: Die Website gibt Hinweise, wie man „Hilferufe hören, verstehen und unmittelbar handeln“ kann. Und sie listet die Beratungsstellen auf, wohin Betroffene sich wenden können.

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