Davor: Die Wirklichkeit von Weihnachten und das Reformationsjubiläum

Für alle LeserWer in der Adventszeit durch die Leipziger Innenstadt geht und dann zu Hause die Nachrichten hört oder sieht, der kommt sich vor wie in einem falschen Film: Dort ein unbeschwertes vorweihnachtliches Treiben. Tausende Menschen vergnügen sich bei Glühwein oder einem Punsch, kaufen ein und eilen vollgepackt mit Geschenken nach Hause. Scheinbar alles unbeschwert. Am Fernseher aber Bilder unvorstellbarer Grausamkeiten, Szenen eines brutalen Krieges, des tödlichen Verbrechens an Tausenden von Menschen nicht nur im syrischen Aleppo.
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Kurz darauf die Nachricht über einen Brandsatz, der wieder einmal auf eine Flüchtlingsunterkunft geworfen wurde, gefolgt vom Bericht über zur Schau gestellte, staatliche Härte suggerierende Abschiebungen gut integrierter junger Menschen in das Kriegsland Afghanistan und schließlich die Aufforderung eines Markus Söder (CSU), den „Heimatschutz“ zu verstärken, weil „wir … die Kontrolle über Straßen und Plätze zu verlieren (beginnen)“ und „unsere Frauen und Töchter … zunehmend Angst vor sexuellen Übergriffen (bekommen)“. Dann spreche ich mit einem ca. 60 Jahre alten, gut situierten Mann, der sich darüber echauffiert, dass nichts mehr funktioniert im Staat und wir bald von Islamisten regiert werden. Doch woran mangelt es diesem Menschen: an nichts, außer an einem Bezug zur Realität. Doch was bedeutet heute schon Wirklichkeit, Tatsachen, Wissen?

Diese teilweise absurde Stimmungslage, die sich im vergangenen Jahr Woche für Woche wie ein Spaltpilz in unsere Gesellschaft hineingefressen hat, ist kaum rational zu fassen und zeitigt – genährt von den Rechtspopulisten – weltweit Ergebnisse, die einen erschaudern lassen: der Brexit in Großbritannien oder die Wahl eines ordinären Gossen-Milliardärs wie Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten. Alles trägt den Schein des Unwirklichen: der Weihnachtsmarkt genauso wie die Kriegsbilder im Fernsehen, die angstbesessenen, hysterischen Abwehrhaltungen allzu vieler Menschen gegenüber allen sich abzeichnenden Veränderungen wie die neue Lust an autokratischen Systemen und völkischer Deutschtümelei.

Die Weihnachtsgeschichte

Da erweist es sich geradezu als Segen, dass sich die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukasevangelium wie die gesamte biblische Botschaft als neue, Sinn stiftende, die Wirklichkeit in einer diffus zerfransten Welt ordnende Orientierung erweist. Sie erschließt uns das, was wir nicht (mehr) zusammenbekommen, und bewahrt uns davor, uns in Ängsten, Netz-Scheinwelten und Lügengebäuden zu verlieren. Dass der Evangelist Lukas mit dem abseitigen Geschehen der Geburt Jesu eine neue Anschauung der Welt neben der gewalttätigen, grausamen Weltgeschichte eines Augustus und Herodes eröffnet, birgt eine gute Nachricht in sich: Wir sind den Assads, Erdogans, Trumps und Putins nicht auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Mit der Botschaft Jesu beginnt eine neue Geschichte in dieser irdischen Welt – mit ihren ganz eigenen Grundwerten und Geboten: Gerechtigkeit, Gewaltlosigkeit, Barmherzigkeit, Ehrfurcht vor dem Leben. Mir ist in diesem Jahr wieder so deutlich geworden, was wir der Bibel, unserer Glaubensquelle, verdanken: eine Anschauung der Welt und des Universums, die nicht unser Eigentum, sondern samt allen Kreaturen Schöpfung Gottes sind. Eine Welt, in der Nation, Religion, kulturelle Herkunft, körperliche Beschaffenheit nur eine untergeordnete Rolle spielen. Denn als Erstes, Unumstößliches gilt: Jeder Mensch ist ein Geschöpf des einen Gottes und mit Recht und Würde gesegnet. Das ist die Grundlage für alles Denken, Reden und Tun. Davon leitet sich alles andere ab. Das schließt aus, dass ich mein Lebens- und Menschenrecht über das Recht des Anderen stelle. Das beinhaltet aber auch, dass alle Podeste der Geld- und Machtdespoten über kurz oder lang in sich zusammenstürzen.

Die Abkehr von den Kirchen hat tiefgreifende Folgen

Letztlich ist das die Grundaussage, die immer neu durchzubuchstabieren ist. Dabei kommt es darauf an, deutlich zu machen, was mit dem christlichen Glauben noch vereinbar ist und was nicht. Doch noch wichtiger: dass wir endlich den Zusammenhang erkennen zwischen dem immer aggressiver werdenden Treiben rechtspopulistischer Gruppierungen und Parteien, die nichts anderes fördern als puren asozialen, völkischen Egoismus, der – zu Ende gedacht – immer in kriegerischen Katastrophen einmündet, und dem Bedeutungsverlust der Institutionen, die für die Wertebildung unserer Gesellschaft zuständig sind. Dazu gehören auch die Kirchen. Wer geglaubt hat, die sog. Säkularisierung werde nur für die Kirchen als Institutionen negative Auswirkungen haben, der muss nun nüchtern konstatieren: Die Abkehr von den Kirchen hat tiefgreifende Folgen für das gesellschaftliche Leben – nicht zuletzt die bewusste Emanzipation von den Grundwerten der jüdisch-christlichen Glaubenstradition, aber auch das achtlos-überhebliche Beiseitelegen derselben in allen Schichten unserer Gesellschaft, insbesondere auch in den Führungsetagen.

Wie anders ist das allen Anstand zerstörende Verhalten der Vorstandsmitglieder bei VW zu erklären? Die Folgen werden aber auch im Verlust eines inneren Krisenmanagements und eines um sich greifenden Selfie-Bewusstseins sichtbar. Das erstere lässt Ängste marodieren und das andere lässt den Nächsten aus dem Blickfeld geraten. Alles aber fordert gesellschaftspolitische Wachheit in der kirchlichen Arbeit heraus – ein Muss der theologischen Existenz heute. Darum sollte diese endlich (wieder) Eingang finden in die theologische Grundausbildung an den Universitäten und in den kirchlichen Ausbildungsstätten.

Reformationsjubiläum

2017 feiern wir das Reformationsjubiläum. Das ist weit mehr als ein innerkirchliches Fest. Darum halte ich das Vorhaben der EKD, man wolle mit der katholischen Kirche ein „Christusfest“ feiern, für eine wenig hilfreiche Engführung. Vielmehr haben wir mit dem Dreiklang „Freiheit – Bildung – Verantwortung“ zu vermitteln, welche Grundbotschaften wir der Reformation verdanken: die Befreiung des Menschen aus selbstverschuldeter Unmündigkeit durch die Vergebung; die notwendige Verbindung von Glauben, Bildung und Musik; verantwortliches Leben im Diesseits, weil wir eine Ahnung haben von den Segnungen der neuen Welt Gottes. Da gerät das Wirken von Martin Luther zu einem Thema unter vielen anderen – und das ist gut so. Denn die Reformation betrifft das gesamte gesellschaftliche Leben und hat die Weichen für die neuzeitliche Entwicklung gestellt.

Diese Weichenstellungen gilt es zu kommunizieren. Darum stehen für mich 2017 im Mittelpunkt des Reformationsjubiläums der Kampf um die Demokratie, um religiöse und kulturelle Pluralität und den sozialen Zusammenhalt. Das gilt es theologisch und politisch durchzubuchstabieren. Die Reformation ist eben auch eine Keimzelle der Demokratie (12 Artikel der Bauern) und religiöser und weltanschaulicher Pluralität (Augsburger Religionsfriede von 1555). Bei aller Widersprüchlichkeit historischer Entwicklungen kommt es darauf an, das, was sich im Verlauf der Jahrhunderte durchgesetzt und als tragfähig erwiesen hat, als Ausgangs- und Anknüpfungspunkt freizulegen. In diesem Sinn möchte ich auch die Losung für das Jahr 2017 verstehen: „Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“ (Ezechiel 36,26) Gott schenkt uns den Geist und die Lebenskraft, um das Leben auf dieser Welt so zu gestalten, dass der nahe und ferne Nächste darin seinen Platz findet und für ihn die Menschenrechte genauso gelten wie für mich selbst. In diesem Sinn ist 2017 eine Reformation angesagt, die zum einen alle gesellschaftlichen Bereiche erreicht, zum andern aber zu den Quellen der Grundwerte zurückkehrt.

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* Kommentar *WeihnachtenReformationsjubiläum
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Foto: Marko Hofmann

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Verkehrsdezernat lehnt Linke-Antrag ab: Am Cottaweg können wir nichts ändern
Die neu montierten Geländer an der Einmündung Cottaweg. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas Herumgeeier um den Cottaweg und seine gefährliche Einmündung in die Jahnallee zeigt recht exemplarisch, wie schwer sich Leipzigs Verkehrsplaner tun, altes Autostraßendenken zu verlassen und wirklich moderne Lösungen für den Stadtverkehr zu finden. Die neuen Geländer an der Einmündung stehen geradezu für dieses Denken von Vorgestern. Gibt ja nun keine Unfälle mehr, meint das Planungsdezernat zu einem Antrag der Linksfraktion.