Liveticker Legida 9. Januar 2017: Legida gibt auf + Videos

Für alle LeserSo richtig „vor die Welle“ scheinen die Legida-Organisatoren um den neuen Vereinschef Patrick Filz auch beim Anlaufnehmen zum angestrebten Rundgang am heutigen 9. Januar 2016 im Waldstraßenviertel nicht zu kommen. Dass man die rechte Bewegung, zuletzt mehr ein Resthäufchen vergangener Tage, bei Loks Vereinsführung nicht mag, ist seit einer kraftvollen Distanzierung 2015 bekannt. Beim Roten Stern oder der BSG Chemie darf man schlicht davon ausgehen. Man versuchte also im Vorfeld mittels der gewaltverherrlichenden Band „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ die Stimmung vor allem unter rechtsorientierten Hooligans noch etwas aufzubessern. Erinnerungen an den Connewitzer Überfall scheut man scheinbar nicht bei Legida.
Anzeige

+++ 0:39 Uhr: Videos, unkommentiert vom 09. Januar +++

Schlaglichter der Gegenproteste am 9. Januar 2017 von „Leipzig nimmt Platz“, „Willkommens-Demo“ & „A monday without you“. Video L-IZ.de

Schlaglichter von Legida am 9. Januar 2017. Video: L-IZ.de

+++ 23:55 Uhr: Die Polizei hat heute mal das letzte Wort +++

Drei Eckpunkte benennt der Bericht der Leipziger Polizeidirektion zum Einsatzgeschehen rings um die Demonstrationen am 9. Januar 2017. Das es bei den Gegendemonstrationen zu unerwartet hohen Teilnehmerzahlen gekommen sei, während Legida hinter den eigenen Erwartungen du angemeldeten 1.000 Teilnehmern weit zurückblieb.

Im weitgehend friedlichen Verlauf aller Demonstrationen gab es dennoch „drei versuchte gefährliche Körperverletzungen, eine Körperverletzung, drei Widerstände gegenüber Polizeibeamten, ein Verstoß gegen das Versammlungsgesetz und eine Sachbeschädigung.“

Aus welchem Lager, teilt die Polizei wie gewöhnlich nicht mit. Es darf aber angesicht der extrem geringen Legida-Teilnehmerzahl und der Situation am Waldplatz (siehe weiter unten) eher von der Gegenprotestseite ausgegangen werden. Die seltsame Situation mit der „Ruptly TV“ – Filmerin, in welcher ihr Einsatzbeamte unterstellten, sie würde mit einer gestohlenen Kamera einen Livestream veranstalten, erklärt die PD Leipzig in ihrer Mitteilung nicht. Der Livestream selbst blieb jedenfalls nach der Situation aus, „RuptlyTV“ hat offenbar auch den Youtube-Video-Mitschnitt davon bereits gelöscht.

Auch nicht, ob sich eine der genannten Anzeigen eventuell auch gegen Einsatzbeamte richten könnte. Im Laufe des Abends war auch ein Nasenbruch nach mutmaßlicher Gewalteinwirkung seitens eines Einsatzbeamten bei einem NoLegida-Teilnehmer bekannt geworden.

+++ 22 Uhr: Wir sagen leise servus +++

Es waren zwei anstrengende, teils auch körperlich belastende Jahre. Wir wurden bepöbelt, angegriffen und bedroht. Und wenn wir wir sagen, meinen wir uns alle, die wir dabei waren. Am Beginn, als wir uns mit den programmatischen Forderungen von Legida auseinandersetzten, in der Mitte, als wir schon wussten, wer da sich so alles aus den rechten bis rechtsextremen Kreisen zu den Patrioten zählt und nun auch am Ende: Wo deutlich geworden ist, dass in Leipzig zumindest auf der Straße mehr Menschen für eine weltoffene Gesellschaft ohne Angst und Ausgrenzung stehen, als auf der Seite von Legida.

Um genau zu sein, sehr viel mehr.

Wenn nun Legida ein „Netzwerk“ aufbauen möchte, fragen wir uns lieber erst einmal heute Abend nicht, was damit nun schon wieder gemeint ist. Aber angesichts der Parolen und der neusten Ereignisse (wie hier dieses ominöse Forum mit Sprengstoffbastelei), haben wir Ahnungen. Nicht die besten …

Unsere Großeltern haben uns immer mal wieder gesagt: Angst ist kein guter Ratgeber. Aber sie hält wach, so lange man sie nicht zur Panik oder gar Aggressionen werden lässt. Ein bisschen weniger Panik auf unseren Straßen wird uns allen in jedem Fall guttun. Weniger Gewalt und Aggressionen soundso.

Ein bisschen weniger Legida also auch. So bleibt auch mehr Zeit für konstruktive Ideen, offene Debatten und vernünftigen Umgang mit den vielen großen, vor allem den sozialen Problemen unserer Zeit. Dafür können wir nun vorerst einen Montag mehr im Monat nutzen. Und das ist schön.

+++ 21:40 Uhr: Man möchte nicht mehr auf die Straße +++

Legida gibt auf, so die ersten Informationen von vor Ort. Dies wurde offenbar auf der Bühne erklärt. Nunmehr möchte man sich angeblich dem Aufbau eines „sachsenweiten Netzwerkes“ zuwenden.

Abschluss der „Willkommen-Demo“ am Waldplatz gegen 20 Uhr. Video L-IZ.de

+++ 21:35 Uhr: Die ersten Wackelbilder, ein Rundblick Gegendemo am Stadion (19:30) +++

+++ 21:15 Uhr: Gemischte Bilder & Ruptly TV wird gebeten „mal mitzukommen“ +++

Ja, wir verraten jetzt mal ein Geheimnis. Neben den drei L-IZ – Kollegen heute auf der Straße haben wir mal heimlich „Ruptly TV“ mitgeschaut. Die hatten von Beginn an neben uns und weiteren Reportern von den Gegendemonstrationen einen Livestream gesendet. Bis etwa 21:15 Uhr, da hatten einige Polizeibeamte ein Anliegen.

Sie mutmaßten, die Kamera, mit welcher die ganze Zeit die Übertragung lief, sei eventuell gestohlen und baten die Reporterin mitzukommen, um dies zu klären. Da sich die Frau darauf einließ (trotz Presseausweis), steht wohl eher zu vermuten, dass hier Bilder gesichert werden sollen. Cleverer Trick der Beamten – aber ein bisschen skurril schon. Und irgendwie nicht ganz legal. Nun pfeift es im Livestream des russischen Staats-Senders unangenehm hoch.

Mal sehen, ob die Dame wieder auftaucht und noch erläutert, wie die Geschichte ausging. Wir bleiben dran.

Auch auf der Legida-Bühne gab es heute Interessantes zu erleben. Erstmals traute sich offenbar Rechtsanwalt Arndt Hohnstädter (ehemaliger Vereinsvorstand von Legida) selbst auf die Bühne um zu moderieren. Auch Hannes Ostendorf bedankte sich nach seinem „Konzert“ brav bei „Arndt“ für die Einladung.

+++ 21:05 Uhr: Neues von der Rangelei +++

Soeben erreicht uns die Meldung, dass es mindestens zwei Gewahrsamnahmen gegeben haben soll. Bei der Rangelei auf dem Waldplatz (siehe unten) soll zudem ein Polizeibeamter einer der mittlerweile in die Polizeidirektion verbrachten Personen die Nase gebrochen haben.

+++ 20:55 Uhr: Der Rückweg wird kein leichter sein +++

Ein paar Böller (mindestens einen) und Schneebälle gibt es dann doch noch für den kleinen Zug Legida-Anhänger auf dem Rückweg zum Stadionvorplatz. Gesamt gesehen bleibt die Stimmung jedoch weiterhin einigermaßen entspannt, trotz durchaus anwesender junger Männer in schwarz aufseiten der Gegendemonstranten. Dafür sind die Titulierungen als „Nazischweine“ für den vorüberziehenden Legida-Marsch deftig.

Probleme macht der Polizei, welche im Schnitt entspannt agiert, dennoch die dezentrale Lage des Viertels und die herumziehenden Gruppen außerhalb des großen Gegendemozuges. Angespannt könnte also durchaus nochmals die Abreisesituation für die Legida-Teilnehmer werden.

+++ 20:30 Uhr: Kurz und knapp – Ein Desaster für Legida, Polizei hat zu tun +++

Was gab es nicht für ein Gebimmel im Vorfeld. Fast konnte man den Eindruck bekommen, es würde der Platz nicht reichen für all die herbeieilenden Abendlandretter. Wer gekommen ist, sind rund 200 Legida-Anhänger, ein harter Kern aus den bekannten Gesichtern und einem kleinen Plus aus ein paar rechten Hooligans. (Bilder vom Legida-Marsch folgen).

Zur Stunde haben die Einsatzkräfte eher damit zu tun, die Gegendemonstranten unter Kontrolle zu behalten. Größere Gruppen ziehen teils dezentral durchs Waldstraßenviertel. Zwischendurch hatte die Polizei begonnen, Innenhöfe im Viertel abzusuchen, auf dem Waldplatz ereignete sich eine kleine Rangelei als der eine oder andere Schneeball flog. Ein Mann wurde vorübergehend in Gewahrsam genommen.

Auch auf der Jahnalle gab es noch ein paar Nickeligkeiten mit einigen abziehenden Legida-Gegnern. Hier eher verbaler Natur. Auf der Gegendemo spielt nach wie vor eine Brasskapelle.

Der Hannes singt und singt und in paar freuts. Kein großer Gig heute für den "Kategorie C"-Frontmann Ostendorf bei Legida. Foto: L-IZ.de

Der Hannes singt und singt und in paar freuts. Kein großer Gig heute für den „Kategorie C“-Frontmann Ostendorf bei Legida. Foto: L-IZ.de

+++ 20 Uhr: Das Desaster von Legida in drei Bildern +++

Während sich rings um und im Waldstraßenviertel mittlerweile sicher 4.000 Gegendemonstranten eingefunden haben, stehen auf dem Stadionvorplatz maximal 200 Legida-Teilnehmer.

+++19:40 Uhr +++

In der Waldstraße gab es eine Rangelei zwischen Polizei und Gegendemonstranten. Mehrere Teilnehmer riefen „Sanitäter, Sanitäter“. Die Polizei hat die Lage unter Kontrolle. Die Legida-Gegner versammeln sich derzeit im Bereich Wettiner Straße.

+++Livestream von Legida auf Facebook+++

+++ 19:05 Uhr: Gegendemos am Waldplatz +++

Über 3.000 Gegendemonstranten sind am Waldplatz eingetroffen. Der Verkehr in der Jahnallee steht. Wie bereits vor zwei Jahren tönt aus Wohnungen im Waldstraßenviertel der Schlusschor aus Beethovens 9. Sinfonie. Etwa 250 Legida-Anhänger haben sich derweil am Stadionvorplatz versammelt.

Der Verkehr in der Jahnallee steht. Foto. L-IZ.de

Der Verkehr in der Jahnallee steht. Foto. L-IZ.de

+++ 18:54 Uhr: A Monday without you offiziell selbst aufgelöst +++

Offenbar, um sich um 19 Uhr mit allen anderen Gegenprotesten zu vereinen, wurde die Antifademo nach Angaben von Anmelderin Juliane Nagel (Linke) um 18:50 Uhr formell aufgelöst. Aktuell bewegt sich der Zug der Menschen noch auf der Friedrich-Ebert-Straße (Höhe Westplatz), welche kurzzeitig durch die Polizei bis Dittrichring gesperrt wurde.

+++ 18:40 Uhr: Alles Richtung Waldstraßenviertel +++

„Leipzig nimmt Platz“ hat unterdessen den Hauptbahnhof erreicht. Dort findet eine zweite Protestkundgebung des Aktionsnetzwerks statt, um dort die Anreise von Legida-Aktivisten zu begleiten. „A Monday without you“ passiert derzeit auf dem Ring die „Runde Ecke“ Richtung Waldstraßenviertel. Dahin wird bald auch „Leipzig nimmt Platz“ folgen. Derzeit schätzen die Veranstalter hier übrigens noch sehr grob auf 1.000 bis 2.000 Teilnehmer.

Die Initiative „Durchgezählt“ meldet unterdessen von der Demo „a monday without you“: diese „erreicht mit 700-750 Menschen die Innenstadt von Leipzig“. Der Landtagsabgeordnete Marco Böhme (Linke) berichtet unterdessen, Legida-Anhänger seien in Polizeibegleitung in größeren Gruppen auf dem Weg von der Arena zur Auftaktkundgebung auf dem Stadionvorplatz.

Von der Demo „Willkommen in Leipzig“, welche an der Nikolaikirche gestartet ist, meldet die Gruppe „Durchgezählt „220-250 Menschen“, welche nun ebenfalls in Richtung Waldplatz unterwegs sind. Gesamt dürften sich bereits jetzt rund 3.000 Menschen gegen legida auf die Straße begeben haben.

+++ 18:29 Uhr: Böller bei „a monday …“ & erste Teilnehmer am Zentralstadion +++

Kurz bevor die Demonstration von „A monday without you“ unter Rufen wie „alerta, alerta, Antifaschista“ und „Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda“ den Innenstadtring erreicht hat, gibt es hier den ersten Böllerwurf. Bekannt ist, dass sich am heutigen Tag wohl auch Teile von linksorientierten Fußballvereinen unter den Gegendemonstranten befinden dürften.Insgesamt verlaufen jedoch derzeit alle Demonstrationen friedlich.

Gleichzeitig sammeln sich am Zentralstadion die ersten Legida-Teilnehmer.

Um 19 Uhr wird dann die Gegendemonstration am Waldplatz erwartet. Vom Nikolaikirchhof machen sich derzeit ebenfalls Menschen nach einem Aufruf von Ex-Pfarrer Christian Wolff auf den Weg Richtung Waldplatz.

+++ 18:10 Uhr: Der Gegenprotest läuft bereits +++

Während sich die Demo von „A monday without you“ in Richtung Stadtzentrum bewegt, verliest Irena Rudolph-Kokot auf dem Augustusplatz die Auflagen für die Demonstration des Aktionsnetzwerks „Leipzig nimmt Platz“. Hier haben sich mehrere hundert Menschen versammelt, um an der Blockruf-Demo von „Leipzig nimmt Platz“ teilzunehmen.

Vor Beginn des Aufzugs werden unter anderem Vertreter der Stadtratsfraktionen von Grünen, Linke und SPD zu den Teilnehmenden sprechen. Die drei Ratsfraktionen haben gemeinsam mit den beiden Leipziger FDP-Stadträten zur Teilnahme an friedlichen Gegenprotesten aufgerufen.

Am Waldstraßenviertel entlang ist die Jahnallee auf der gesamten Strecke noch frei befahrbar. Am Sportforum ist die Polizei unter anderem mit einer Reiterstaffel und mehreren Wasserwerfern in Bereitschaft gegangen. Der polizeiliche Schwerpunkt liegt jedoch noch auf dem Süden von Leipzig. Da kreist derzeit ein Helikopter und zieht langsam Richtung Innenstadt.

+++ 17:30 Uhr: Keine Blumen für Legida +++

Ob es Legida gelungen ist, wieder mehr gewaltaffines Publikum anzuziehen als zuletzt, wird man wohl erst angesichts der Teilnehmerzahlen und des Publikums am heutigen Abend sagen können. Spannend ist die Einladung an die Band um den Bremer Sänger Hannes Ostendorf, welche auch schon bei „HoGeSa“ (Hooligans gegen Salafisten) sang und für gehörig Zusatz-Aggressionen sorgte, eigentlich aus einem anderen Grund. Noch ein paar Tage vor der Verkündung versuchte sich das Bündnis mal wieder als gewaltlos, friedlich und dialogbereit darzustellen. Man verfasste erst Statements und lud anschließend wohl die rechte Hooligan-Band schlechthin ein.

Während die betonte Friedlichkeit sich also wohl eher an die verbliebenen 200 Legida-Stammbesucher – zuletzt eher ältere Herren und ein paar Damen – richtete, sucht Legida zum 2. „Geburtstag“ wieder die härtere Gangart. Erinnerungen an den 1. „Geburtstag“ am 11. Januar 2016 inklusive. Praktisch zeitgleich mit dem damaligen Auftritt Ostendorfs vor etwa 3.000 Teilnehmern auf der Legida-Bühne am Naturkundemuseum begann im Leipziger Süden der Überfall von über 215 Neonazis und gewaltbereiten Hooligans auf den Stadtteil Connewitz. Wie die Stadtverwaltung den Auftritt einer angeblich unpolitischen Hooliganband in einem politischen Zusammenhang wertet, ist klar: der Auftritt findet statt, ein Verbot wurde nicht ausgesprochen.

„Ein Volk steht auf!“?

Auch im Netz sind alle Seiten des heutigen Abends schon fleißig und aktiv. Während das angebliche „Bürgerbündnis“ „Wir fuer Leipzig“ auf Twitter versucht, Legida nach Kräften mit Sprüchen wie „ein Volk steht auf“ zu unterstützen, haben sich am heutigen Abend erneut breite Bündnisse zusammengefunden. Neben verschiedensten Demonstrations- und Friedensgebetsbündnissen kommt dabei auch erstmals richtig Gegenwind aus Teilen des aktiven Fanlagers von RB Leipzig.

Hier ist man sich weitgehend einig: Neonazis gehen gar nicht, Legida wird hier als das angesehen, was die Bewegung mindestens immer in ihren Reihen geduldet hat. Ein Sammelbecken aus aktiven und ehemaligen NPD-Mitgliedern, rechten Hooligans und im Hintergrund Strippenzieher, welche sich selbst im Umfeld rechter Kreise verorten. Die „Red Aces“, das Ultra-Bündnis bei RB findet man deftige Worte im Vorfeld des Aufmarschortes und des Ziels Legida, durch das Waldstraßenviertel laufen zu wollen.

„Licht aus“

Unter der Überschrift „Licht aus für Legida – Auf die Straße gegen Nazis!“, heißt es unter anderem zum gewählten Treffpunkt am Zentralstadion: „Obendrauf wollen sich die Nazihooligans und deren UnterstützerInnen am Zentralstadion treffen. An dem Ort, wo wir etwas anderes verkörpern wollen. Ein Raum frei von LebensfeindInnen, ein Raum ohne Diskriminierung, ein Raum des Wohlfühlens.“ Abschließend rufen sie dazu auf, gegen Legida auf die Straße zu gehen und friedlich den „großen Aktionsrahmen“ auszuschöpfen. „Die Instrumentalisierung unseres Stadions können und werden wir erst recht nicht tolerieren und so hinnehmen. Wir fordern deshalb alle dazu auf, auf friedliche Art (!), an einer Gegenveranstaltung teilzunehmen und Legida am Stadion zu blockieren.“, so die „Red Aces“ auf ihrer Webseite.

Anwohner haben ihre Sichtweise mal an die Türen des Waldstraßenviertels angebracht. Foto: L-IZ.de

Anwohner haben ihre Sichtweise mal an die Türen des Waldstraßenviertels angebracht. Foto: L-IZ.de

Ähnlich sehen offenkundig die Anwohner des seit 16 Uhr bereits weitgehend beräumten Waldstraßenviertels den heutigen Marsch durch ihre Ecke Leipzigs. An vielen Türen hängt eine Information von Anwohnern, die ersten Banner sind bereits an den Fenstern erschienen. Zu erwarten steht, dass es auch heute wieder aus so manchem verdunkelten Wohnzimmer „Freude schöner Götterfunken“ erschallen dürfte.

Bereits am Abend zum 9. Januar hatten Aktivisten mehrere Stoppschilder im Viertel zu welchen für, demnach gegen, Legida umfunktioniert. Während sich auch die Bürgervereine im Waldstraßenviertel und in Gohlis bereits vor dem heutigen Tag gegen Legida positionierten, rufen unter anderem bekannte Leipziger Bündnisse wie „Leipzig nimmt Platz“ zu Gegenprotest auf. Der Twitterhastag #blockruf hat mittlerweile den üblichen #le0901 beinahe überholt in der Gunst der aktiven Twitterbeiträge.

CDU manövriert sich aus dem bürgerlichen Konsens heraus

Während mittlerweile eine kaum noch zu überblickende Anzahl von bekannten und engagierten Leipzigern und Leipzigerinnen den Aufruf von Ex-Pfarrer Christian Wolff zum 9. Januar 2017 unterzeichnet haben, ist seit Freitag auch eine Initiative verschiedener Fraktionen im Stadtrat in der Welt. In diesem sprechen sich Linke, Grüne, SPD und die beiden FDP-Ratsmitglieder für Grundwerte der Demokratie aus. Ein Text, welchen die Ratsfraktion der CDU nicht mitzeichnen wollte.

Grob eingeschätzt, lautet die Haltung seitens der Leipziger Christdemokraten seither: hat mit uns nichts mehr zu tun, wenn sich Leipziger Kirchen, Hochschulen, Ratsfraktionen und unzählige Einzelpersonen bis hin zu Bündnissen gegen den Hass und die Fremdenfeindlichkeit bei Legida wenden.

Nicht gern gesehn im Waldstraßenviertel. Legida. Foto: L-IZ.de

Nicht gern gesehn im Waldstraßenviertel. Legida. Foto: L-IZ.de

„Die CDU-Fraktion möchte, dass das montägliche Lahmlegen der halben Leipziger Innenstadt ein Ende hat. Die City soll auch Montagabend den Leipzigern gehören und nicht den gegeneinander demonstrierenden Interessengruppen“, hieß es zuletzt seitens der Ratsfraktion der CDU.

Wen die Fraktion hier mit „den Leipzigern“ zudem noch in Abgrenzung zu „Interessengruppen“ meinte, ist auch heute noch nicht so richtig zu erkennen. Wie sie die Demonstrationen Legidas verhindern möchte, blieb sie schuldig. An ein grundgesetzwidriges Verbot werden die Christdemokraten dabei hoffentlich in ihrem Wunsch, sich aus dem bürgerlichen Konsens in Leipzig gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu katapultieren, nicht auch noch gedacht haben.

Botschaften für Legida statt Blumen an den Häusern. Foto: L-IZ.de

Botschaften für Legida statt Blumen an den Häusern. Foto: L-IZ.de

Blumen jedenfalls scheinen die Leipziger auch heute, zum zweiten „Geburtstag“ von Legida, nicht mitbringen zu wollen. 19 Uhr findet eine Kundgebung am Waldplatz statt. Dann werden unter anderem Prof. Dr. Gesine Grande, Rektorin der HTWK, Britta Taddiken, Pfarrerin an der Thomaskirche und Jens Köhler, Betriebsratsvorsitzender BMW Werk Leipzig eine Ansprache halten.

Im gesamten Viertel ist für Legida heute mit Gegenprotest zu rechnen. Ohne CDU und AfD versteht sich.

In eigener Sache: Lokaler Journalismus in Leipzig sucht Unterstützer

https://www.l-iz.de/bildung/medien/2017/01/in-eigener-sache-wir-knacken-gemeinsam-die-250-kaufen-den-melder-frei-154108

Legida/Pegida* Video *WaldstraßenviertelLeipzig nimmt PlatzNoLegida
Print Friendly, PDF & Email
 
Ein Kommentar


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Corona-Resolution: Bündnis fordert die Abschaffung der Fallpauschalen und ein Ende der Profitlogik in den Krankenhäusern
Leipziger Uniklinikum Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDas deutsche Gesundheitssystem ist eigentlich finanziell bestens ausgestattet. Bei den Gesundheitsausgaben ging es seit Jahrzehnten immer nur nach oben. Und trotzdem sind viele Leistungen massiv eingeschränkt worden, werden tausende Hausarztpraxen nicht besetzt und Dutzende Krankenhäuser mussten schließen. Der Grund dafür ist eine Umverteilung, die einige Bereiche zur Gewinnzone macht und ausgerechnet die Allgemeinversorgung ausbluten lässt: das System der Fallpauschalen. Dagegen regt sich jetzt massiver Widerstand.
Das Integrationsexperiment: Wie hat das deutsche Bildungssystem die Aufnahme der Flüchtlingskinder von 2015 bewältigt?
Anant Agarwala: Das Integrationsexperiment. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie eine sagte „Wir schaffen das“. Andere malten den Untergang des Abendlandes an die Wand. Und dann gab es noch die vielen, vielen anderen, die nicht meckerten und wehklagten, sondern die Ärmel hochkrempelten und darangingen, ein Wunder zu vollbringen. 2015 startete das größte Integrationsexperiment in deutschen Schulen. Und auch wenn Anant Agarwalas Analyse ein durchwachsenes Ergebnis zeigt, attestiert er deutschen Lehrerinnen und Lehrern eine unglaubliche Leistung.
GlobaLE Filmfestival Leipzig : Fünf mal kapitalismuskritisches Kino diese Woche
Plakat zum GlobaLE Filmfestival 2020. Grafik: GlobaLE

Grafik: GlobaLE

Von Mittwoch bis Sonntag lädt das GlobaLE Filmfestival die Leipzigerinnen und Leipziger diese Woche an gleich fünf Abenden zu Filmen und Diskussionen ein. Diesmal ist die Reihe im Zentrum Süd, Connewitz, Plagwitz und Gohlis zu Gast. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt am Freitag und Sonnabend wo es um die Befreiung vom Faschismus und den Aufbau des Sozialismus und das Leben in der DDR gehen wird.
DOK Neuland zum 6. Mal im MdbK und an weiteren Orten in Leipzig
DOK Logo, Quelle: DOK Leipzig

Quelle: DOK Leipzig

Resonating Spaces lautet der Titel der 6. Extended-Reality-Ausstellung (XR), die im Rahmen von DOK Leipzig vom 27. bis 31. Oktober erfahrbar wird. DOK Neuland richtet dabei im Museum der bildenden Künste (MdbK) neun Arbeiten als Erfahrungsort ein. Erstmals werden darüber hinaus einzelne Arbeiten an drei zusätzlichen Orten – im Grassimuseum für Völkerkunde, im INTERIM der Cinémathèque und im Foyer der Schaubühne Lindenfels – erfahrbar gemacht.
Festivalwoche Eine Reise wegwohin in Leipzig eröffnet
Festival Eine Reise wegwohin. Foto: Tom Schulze

Foto: Tom Schulze

Zum dreißigsten Jahrestag der Wiedervereinigung initiiert das kollektiv WEGWOHIN, geleitet von der Produktionsleiterin Kristina Patzelt und dem Regisseur Maik Priebe, mit der Festivalwoche EINE REISE WEGWOHIN (28.9.-4.10.) eine Suche nach deutsch-deutschen Identitäten – inspiriert vom Schriftsteller Uwe Johnson. Die Besucher:innen sind eingeladen, sich mit dem heutigen Verhältnis zwischen Ost und West und ihren eigenen Wendegeschichten auseinanderzusetzen. Die Festivalwoche wurde heute am Leipziger Naschmarkt eröffnet.
Dienstag, der 29. September 2020: Sachsen ändert Corona-Regeln nicht und will Weihnachtsmärkte
Sachens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle Leser/-innenSachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat am Abend erklärt, dass sich aus den Ergebnissen des jüngsten Corona-Gipfels keine Veränderungen für Sachsen ergeben würden. Unterdessen hat das Landeskabinett beschlossen, dass Weihnachtsmärkte erlaubt werden sollen. Außerdem: SPD und Grüne wollen mehr Geflüchtete als bislang geplant in Sachsen aufnehmen. Die L-IZ fasst zusammen, was am Dienstag, den 29. September 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
„Es ist ein richtig schöner leiser Krieg“: Schach – Kein Spiel für Schöngeister
Der Kampf an den Spitzenbrettern im U16-Qualifikationsturnier zur Deutschen Meisterschaft. Foto: Frank Willberg

Foto: Frank Willberg

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 83, seit 25. September im HandelSowohl die landläufige als auch die herrschende Meinung irren. Schach ist weder ein beliebiges Brettspiel noch intellektuelles leichtes Geplänkel. Das königliche Spiel, welches wohl vor anderthalb Jahrtausenden irgendwo in Persien oder Indien erdacht wurde, ist ein echter Sport. Meine These: eine Kampfsportart mit relativ wenig Körpereinsatz. Suchen wir nach Beweisen.
Die Leipziger Kulturwissenschaftlerin Christina Schwarz über das Gefühl der „Corona-Bevormundung“ sowie Wissen und Vorstellungen über die DDR
Christina Schwarz. Foto: Greta Hartmann

Foto: Greta Hartmann

Für alle LeserEs geht nicht nur Journalist/-innen so, dass sie sich nur noch darüber wundern, was allerlei Demonstranten auf obskuren Demonstrationen seit einigen Jahren an seltsamen DDR-Vergleichen ins Feld führen. Bis in die jüngeren „Hygienedemos“ hinein, bei denen die Corona-Schutzmaßnahmen mit den Freiheitsbeschränkungen in der DDR verglichen wurden. Entweder verdrehen sie die Geschichte mit Absicht oder sie haben schlicht keine Ahnung. Zu einem ähnlichen Fazit kommt auch die Kulturwissenschaftlerin Christina Schwarz. Ein Interview.
Wenn die Biotonne nicht abgeholt wird oder die Gelbe Tonne gleich mal für ein halbes Jahr verschwindet
Der Aufkleber kommt künftig auf die Biotonne. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSo im Großen und Ganzen trennen die Leipziger/-innen ihren Abfall relativ vorbildlich. Aber es gibt da ein Problem, das 2016 erstmals der Ökolöwe thematisierte und das seit 2019 die Stadtreinigung Leipzig dazu gebracht hat, Wege zu suchen, wie man die Leipziger/-innen doch noch erziehen kann. Denn es ist ein Erziehungsprozess, der jetzt auch noch richtig teuer werden kann für all die, die immer noch Dinge in die Biotonne schmeißen, die da nicht hineingehören.
Connewitzer Akteure sagen ihre Teilnahme am Stadtteilgespräch des OBM ab + Update
Die Biedermannstraße in Connewitz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserMan kann ein wichtiges Anliegen auch durch pure Ignoranz scheitern lassen. Das ist Leipzigs Stadtspitze einmal mehr gelungen. Nachdem es in Connewitz zu mehreren Konfrontationen zwischen Demonstranten und Polizei gekommen war, hatte der Stadtrat intensiv über andere Kommunikationsangebote im Ortsteil debattiert. Ein Stadtteilgespräch wäre ein Anfang. Aber der ist nach einer durchaus seltsamen Einladung des OBM am heutigen 29. September erst einmal gescheitert.
Nächste Station: Streik! Beschäftigte der Verkehrsbetriebe legen mit Beginn der Frühschicht die Arbeit nieder
Seit 3 Uhr morgens streiken die Beschäftigten der LVB. Foto: L-IZ

Seit 3 Uhr morgens streiken die Beschäftigten der LVB. Foto: L-IZ

Für alle LeserIn der Nacht zum heutigen Dienstag rief die Gewerkschaft ver.di zum Warnstreik der Beschäftigten der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB), deren Tochternehmen LeoBus sowie der Leipziger Stadtverkehrsbetriebe (LSVB) auf. Seit 3.00 Uhr morgens, zu Beginn der Frühschicht, versammelten sich zahlreiche Mitarbeiter*innen an den Betriebsbahnhöfen. Bis 12 Uhr kommt es im Linienbetrieb zu Änderungen und Ausfällen. Auch die Aktivist*innen der Leipziger Ortsgruppen von Fridays For Future sowie Students For Future und Mitglieder von DIE LINKE beteiligten sich an den Streiks.
Drei Leipziger Ratsfraktionen schreiben einen Brief an die Sächsische Regierung: Bessern Sie den ÖPNV-Rettungsschirm nach!
Im Nebel: Leipziger Straßenbahn. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNoch weiß niemand wirklich, wie hart die Corona-Folgen den ÖPNV tatsächlich belasten werden. Auch in Leipzig brachen die Nutzerzahlen für Bus und Straßenbahn teilweise um 80 Prozent ein. Im August ging der Verband deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) davon aus, dass 60 Prozent der Fahrgäste zurückgekehrt sind. Aber die entgangenen Einnahmen sind im Jahr 2020 auf keinen Fall mehr zu kompensieren. Auch wenn das Sächsische Kabinett am 15. September beschloss, die Ausfälle auszugleichen. Unter Vorbehalt.
Preissteigerung betrifft ab 2021 vor allem die Verwertungsgebühr für die Leipziger Abfalltonnen
Sammelfahrzeug der Leipziger Stadtreinigung mit Grüner Plakette. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAlles wird teurer. Auch unser Abfall. Alle zwei Jahre muss die Leipziger Stadtreinigung ihre Kostenkalkulation überarbeiten. Am Montag, 28. September, stellte Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal die neuen Kalkulationen zusammen mit Thomas Kretzschmar, Erster Betriebsleiter Eigenbetrieb Stadtreinigung Leipzig, und Elke Franz, Kaufmännische Betriebsleiterin Stadtreinigung Leipzig, vor. 2,66 Millionen Euro müssen auf die neuen Abfallgebühren für 2021 und 2022 verteilt werden.
Gottfried Bermann Fischer: Höchste Zeit, einen wichtigen deutschen Verleger wiederzuentdecken
Florian Bruns: Gottfried Bermann Fischer. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas frühe 20. Jahrhundert war in Deutschland auch die Zeit der großen Verleger. Sie schufen die großen Publikumsverlage, deren Namen allen Leser/-innen geläufig waren. Denen im Westen, die sich in jeder Buchhandlung mit den beliebten Büchern eindecken konnten. Und auch denen im Osten, die sich eine Bibliothek mit lauter Fischer-, Suhrkamp- und Rowohlt-Büchern wünschten. Taschenbüchern natürlich, denn davon passen ja viel mehr in ein Regal.
Hilfreiche Tipps für Ihre Augengesundheit

Foto: Giulia Marotta/Pixabay

Beschwerdefreies Sehen trägt wesentlich zur Lebensqualität bei. Schließlich wollen wir die Schönheit unserer Umwelt mit allen Sinnen wahrnehmen und im Alltag, wie beispielsweise im Beruf oder in der Schule, leistungsfähig bleiben. Mit einigen, leicht umzusetzenden Tipps für gesunde Augen lassen sich schädliche Faktoren umgehen und Augenerkrankungen vorbeugen.