Nachdenken über ... eine unsingbare Nationalhymne

Auch die dritte Strophe ist falsches Pathos mit juristischer Hintertür

Für alle LeserBodo Ramelow singt die dritte Strophe, sagt er. Aber eigentlich wäre es Zeit für eine neue Nationalhymne, eine, die Ostdeutsche genauso begeistert mitsingen können wie Westdeutsche. Aber wie das so ist in Deutschland: Ein Sturm der Entrüstung fegte über den thüringischen Ministerpräsidenten hinweg. Vielleicht muss man das Blechgeschmetter von Hymnen mögen, um dieses Lied nach Kaisermelodie irgendwie toll zu finden. Dann aber bitte mit allen drei Strophen.

Dann können sich auch alle, die gern schmalzige Reden halten und das Gedöns über Recht und Freiheit schon für Gerechtigkeit halten, einen Besenstock ins Kreuz schieben und das Gehirn abschalten beim Singen dieses Liedes, das der Dichter August Heinrich Hoffmann aus Fallersleben im Jahr 1841 auf der Insel Helgoland schrieb. Was zu erwähnen ist, denn Helgoland war damals britisch, also Ausland, regiert von einem britischen Gouverneur. Die Briten bemühten sich damals, das zersplitterte Deutschland genauso zersplittert zu halten wie Frankreich. Aber Hoffmann hasste vor allem Frankreich.

Auf Wikipedia so nachzulesen: „Prägend für seine Haltung gegenüber Frankreich war für ihn wie für viele seiner Generation das Erlebnis der Rheinkrise, als 1840/41 Frankreich Anspruch auf das Rheinland erhob. Die Ablehnung solcher Expansionswünsche war auch der Anlass, das Lied der Deutschen zu schreiben. In dessen erster Strophe ruft er zur Einigkeit der Deutschen auf, die zum Triumph über jeden Angreifer führen werde (‚Deutschland über alles‘). Die Ablehnung gegen Frankreich verfestigte sich bei Fallersleben, je länger Frankreich in seinen Augen gegen eine deutsche Einigung arbeitete.“

Da käme ich nicht mal auf die Idee, die dritte Strophe zu singen, die sowieso keinen Sinn macht, wenn man die anderen beiden Strophen weglässt, denn die führen nun einmal genau hin zu diesem „Einigkeit und Recht und Freiheit / Für das deutsche Vaterland!“, die der Ministerpräsident Reiner Haseloff so toll fand, dass sie ihn 1990 zum ganz persönlichen Beitritt in die Bundesrepublik animiert haben sollen.

Das Haseloff-Zitat aus der „Frankfurter Rundschau“: „Als Ostdeutscher sage ich, der Inhalt der Nationalhymne ist ein Grund gewesen, der Bundesrepublik beizutreten. Denn für diese galt: ‚Einigkeit und Recht und Freiheit…‘“

Kaum ein Lied ist so vollgestopft mit falschem Pathos wie dieses. Echtes Professorenpathos. Hoffmann von Fallersleben ist ein echtes Exemplar professoraler Bedeutungslyrik, die um des Reimes Willen auch noch den größten Blödsinn in eine Zeile stopft. Es waren reimende deutsche Professoren, die gerade im 19. Jahrhundert dafür gesorgt haben, dass Berge von Lyrikbänden mit nationalem Schwulst gedruckt wurden, mit Wortgetön, das einem leider aus politischen Sonntagsreden immer wieder entgegenschwappt.

Typisch etwa in Strophe 2: „Uns zu edler Tat begeistern / Unser ganzes Leben lang“. Mit solchem Mist rannten dann deutsche Soldaten ins Feuer des 1. Weltkrieges. Was bitteschön, ist eine edle Tat? Oder gar „Begeisterung zu edlen Taten“? Man sieht diese hocherregten Herren Professoren geradezu vor sich, wie sie mit atemloser Freude solche Zeilen singen und ihre Studenten dann überreden, sich edel hinmetzeln zu lassen.

Das ist Theaterpathos, vollgestopft mit Phrasen, die ihre Worte direkt aus der romantischen Überhöhung einer verklärten Vergangenheit holen. So wie in Strophe 1: „Wenn es stets zu Schutz und Trutze / Brüderlich zusammenhält“. Das ist auf das von Hoffmann imaginierte Deutschland gemünzt, das es 1841 überhaupt noch nicht gab. Es gab nur lauter Kleinfürstentümer, die nur deshalb zusammenhielten, weil insbesondere das hochgerüstete Preußen sie alle einschüchterte.

Man kann den ganzen Text durchgehen – er ist mit Phrasen überladen, regelrechten Versatzstücken, die dieses innigst unbrüderliche und geduckmäuserte Deutschland bis 1914 stets begleiten sollten, Theaterphrasen, die selbst beim intensiven Betrachten nur aus Hülle bestehen, völlig inhaltslos, so wie dieses billige „Einigkeit und Recht und Freiheit / Sind des Glückes Unterpfand“. Eine Phrase, bei der man Kopfschmerzen bekommt, wenn man herausfinden will, was dieser Hoffman von Fallesleben damit eigentlich sagen wollte.

Bleiben Sie ruhig dabei. Schlagen sie ruhig die Bedeutung dieses Wortes „Unterpfand“ nach. Es stammt aus dem deutschen Schuldrecht und meint „treuhänderisches Eigentum“ oder „Vorbehaltseigentum“. Vielleicht braucht man ein juristisch denkendes Gehirn, um diese Phrase verstehen zu können. Sind „Einigkeit und Recht und Freiheit“ nun ein vorbehaltliches Eigentum des Glückes, das wieder einkassiert wird, wenn wir mal kein Glück haben? Kommt das Glück erst, wenn wir auch einig sind? Oder doch erst, wenn wir uns als treu erweisen, was ja Hoffmann mit seiner „deutschen Treue“ beschwört, die einem nach all den Ereignissen der vergangenen 170 Jahre ziemlich fade vorkommt. Denn Treue wurde ja zumeist eher als „treue Gefolgschaft“ eingefordert.

Dieses verkorkste Stück Möchtegernlyrik hätte spätestens 1990 abgeschafft werden müssen. Bodo Ramelow hat recht. Und wenn wir 29 Jahre gebraucht hätten, bis ein guter Dichter einen besseren Text geschrieben hätte, das wäre jedenfalls ehrlicher gewesen, als diesen Rest eines schlechten Liedes mitzusingen oder mitzusummen.

Wobei Ramelow wahrscheinlich auch die letzten Zeilen auf dem Kieker hat, die man natürlich anders liest, wenn man in „Blühenden Landschaften“ zuhause ist: „Blüh’ im Glanze dieses Glückes, / Blühe, deutsches Vaterland!“

Das sind Prachtzeilen, die man für gewöhnlich einem senilen Hundertjährigen beim Geburtstagsständchen singt, wohl wissend, dass der alte Knacker nichts mehr mitbekommt, sich aber bannig freut, wenn sich die Kinder nicht schon wieder streiten an seinem Bett.

Das Schwächste an den Zeilen ist übrigens die Personifizierung Deutschlands, mitten in der Strophe ändert Hoffmann von Fallersleben, der eben noch ein sangesfreudiges Wir angesungen hat, auf einmal den Ansprechpartner, lässt das eben noch mystifizierte Deutschland selbst als Person in den Raum treten und fordert es auf, bitteschön zu blühen „im Glanze dieses Glückes“. Jenes Glückes, das eben noch „Einigkeit und Recht und Freiheit“ zum Unterpfand genommen hat, also irgendwie in Sicherheitsverwahrung.

Und wer hier nicht das dumme Gefühl hat, dass sich hier jemand Besitzrechte anmaßt, die ihm nicht zustehen, der stolpert dann wohl auch nicht über die seltsamen Zeilen, die Reiner Haseloff so toll findet: „Einigkeit und Recht und Freiheit / Für das deutsche Vaterland!“

Wer pathetische Kanzelreden gewohnt ist, der merkt es wahrscheinlich nicht, was für eine eigenartige Zuordnung das ist, „Einigkeit und Recht und Freiheit“ dem „Vaterland“ zu spendieren, also dem Staat, und nicht dessen Bürgern. Die wohl zu Recht das dumme Gefühl haben, dass diese Güter beim Staat gar nicht gut aufgehoben sind. Aber irgendwie ist gerade das sehr typisch für das Verhältnis der Deutschen zu ihrem Staat, den sie zum Vaterland verklären.

Glühendes Pathos in edler Begeisterung, quasi professorale Nationalbegeisterung in zusammengeschusterten Zeilen aus der Mottenkiste, was der Dichter ja mit den Worten vom „alten schönen Klang“ sehr rührend umschreibt. Das Lied war schon im Jahr seiner Entstehung uralt. Und es ist im Lauf der letzten Jahrzehnte noch schrumpeliger und ungenießbarer geworden. Von einem modernen Land mit freien, aufrechten Menschen jedenfalls erzählt es nicht.

Die Serie „Nachdenken über …“

Gastkommentar von Christian Wolff: Brauchen wir eine neue Nationalhymne?

NationalhymneNachdenken über ...
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