8.3 C
Leipzig
0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Neonazis aus Leipzig prügeln auf Mallorca senegalesischen Türsteher bewusstlos

Von René Loch und Michael Freitag

Mehr zum Thema

Mehr

    In den vergangenen Monaten warnten Kenner der rechtsradikalen Kampfsportszene zunehmend vor den Gefahren aus diesem Spektrum. Diese Warnungen haben sich nun offenbar einmal mehr als berechtigt erwiesen. Auf Mallorca verprügelten zwei Hooligans aus Leipzig einen senegalesischen Türsteher so stark, dass er bewusstlos wurde und notoperiert werden musste. Offenbar gibt es Verbindungen zur Fanszene von Lok Leipzig und einem lokalen Kampfsportclub.

    Bei einem offenbar rassistisch motivierten Angriff auf Mallorca ist ein Senegalese schwer verletzt worden. Nach Angaben der deutschsprachigen „Mallorca Zeitung“ schlugen zwei Deutsche am Samstagabend, den 8. Juni, auf den Türsteher einer Diskothek ein. Die beiden tatverdächtigen Männer im Alter von etwa 20 Jahren befinden sich in spanischer Untersuchungshaft. Es soll sich um Hooligans aus dem Leipziger Lokomotive-Umfeld handeln.

    Laut Polizei ereignete sich die Tat gegen 21:30 Uhr. Das Opfer wurde zusammengeschlagen und auch dann noch getreten, als es bewusstlos am Boden lag. Mehrere Medien berichten, dass der 43-Jährige aus den Ohren blutete und anschließend seine Beine nicht mehr bewegen konnte. Neben einem Nasen- und Jochbeinbruch habe er eine schwere Rückenmarksverletzung erlitten. Ihm drohte zwischenzeitlich eine Querschnittslähmung.

    Neonazis aus Leipzig

    Bei den mutmaßlichen Tätern handelt es sich mit Johannes H. und Robert F. offenbar um Neonazis, die laut „Bild“ und einer im Internet veröffentlichten Antifa-Recherche aus Borsdorf nahe Leipzig stammen. Sowohl Zeugenaussagen als auch Fotos auf dem Handy eines Verdächtigen deuten laut spanischen Medien auf einen entsprechenden politischen Hintergrund hin. Auf den Fotos seien Hakenkreuze und der Ku-Klux-Klan zu sehen.

    Möglicherweise kommen die Täter aus dem Umfeld des Fußballclubs 1. FC Lok beziehungsweise des „Imperium Fight Teams“, bei dem unter anderem der neu gewählte Wurzener Stadtrat und langjährige Lok-Hooligan und Rechtsextremist Benjamin Brinsa trainiert.

    Dafür spricht ein Foto, das ein „Imperium“-Mitglied zuvor auf Instagram veröffentlichte. Darauf sind etwa 75 Männer in weißen T-Shirts zu sehen. In der Bildbeschreibung heißt es: „Mit Lokomotive Leipzig in Mallorca.“ Ein Hooligan-Instagramaccount veröffentlichte das Foto ebenfalls.

    Forscher erkennt Imperium-Kämpfer

    Der Hooliganforscher Robert Claus schrieb auf Twitter, dass darauf Kämpfer des „Imperium“-Teams erkennbar seien. Auch das antifaschistische „Ladenschlussbündnis“ aus Leipzig zog eine Verbindung zwischen der Tat und „Imperium“. Mitglieder des Teams sollen früher an den rechtsradikalen Demonstrationen in Chemnitz im August und September 2018 und am Neonaziangriff in Connewitz im Januar 2016 beteiligt gewesen sein.

    Aktuell trainiert das Team in einem ehemaligen Außenlager des KZ Buchenwald in der Kamenzer Straße in Leipzig. Das „Ladenschlussbündnis“ veranstaltet am Samstag, den 15. Juni, erneut eine Demonstration mit der Forderung, den „Neonazi-Treffpunkt“ zu schließen.

    Bereits vor zwei Jahren sorgte ein Vorfall mit rechten Mallorca-Urlaubern für Aufsehen. Bei einem Konzert von Mia Julia Brückner zeigten mehrere Besucher eine nationalsozialistische Reichskriegsflagge. Die Sängerin unterbrach daraufhin das Konzert. Zahlreiche Besucher skandierten „Nazis raus“ und sangen „Jeder Nazi ist ein Hurensohn“.

    Die Leipziger Zeitung Nr. 68 ist da: Game over! Keine Angst vor neuen Wegen

    Topthemen

    - Werbung -

    Aktuell auf LZ