Das Corona-Jahr 2021 war kein gutes Jahr für den Städtetourismus. Dass gerade die vor der Pandemie beliebten Busreisen zu den Sehenswürdigkeiten des Landes ausfielen, bekam auch der Naumburger Dom zu spüren. Selbst gegenüber dem Jahr 2020 brachen die Besucherzahlen im Dom noch weiter ein. Ein Grund war natürlich auch: Insgesamt fünf Monate musste der Naumburger Dom im vergangenen Jahr aufgrund der Corona-Pandemie für Besucher schließen.

Aufgrund der langen Schließung besuchten 2021 nur 80.361 Menschen den Naumburger Dom. Das ist nochmals ein Rückgang im Vergleich zu 2020, als es 98.321 waren. Im Vor-Corona-Jahr 2019 haben 147.938 Menschen den Naumburger Dom besucht.

„Der Inlandstourismus war nicht so stark wie nach dem Lockdown in 2020, die Menschen sind wieder ins Ausland gereist und auch das Geschäft mit den Reisegruppen war längst nicht auf dem Niveau der Vorjahre, das haben auch wir gemerkt“, sagt der Stiftsdirektor der Vereinigten Domstifter, Dr. Holger Kunde.

„Wir sind aber sehr glücklich, dass wir mit dem Land Sachsen-Anhalt eine Vereinbarung über den Ausgleich coronabedingter Mindereinnahmen treffen konnten, wir haben außerdem staatliche Unterstützungen, wie die Kurzarbeit in besonders betroffenen Abteilungen genutzt und ein umfangreiches Spar- und Kostenreduktionsprogramm in allen Teilen der Stiftsverwaltung aufgelegt.“

Denn dass der Städtetourismus nach Abflauen der Pandemie wieder in Gang kommt, ist wohl sicher. Und gerade die Stifterfiguren mit Uta und Ekkehard, Reglindis und Hermann sind ja die weltberühmte Attraktion im Dom, der seit 2018 UNESCO-Weltkulturerbe ist.

Weshalb auch 2021 der Service für die Gäste weiter ausgebaut wurde.

Was wurde neu?

Eintritts-Tickets für den Dom für Führungen und Veranstaltungen, aber auch Souvenirs können über einen neuen Online-Shop erworben werden. Außerdem wurde die Internetseite des Doms mit Unterstützung der Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH auch ins Französische, Russische und Niederländische übersetzt.

In diesem Zusammenhang wurde auch der Audioguide, der durch das Welterbe führt, überarbeitet und in die genannten Sprachen übersetzt, genau wie Faltblätter zum Dom.
Die Veranstaltungsräume wurden modernisiert und können so zukünftig für zum Beispiel Tagungen noch besser genutzt werden.

Die Zeit der Schließung wurde auch genutzt, um den Eingangsbereich des Doms neu zu gestalten. Die Gäste können nun in der Vorhalle ihre Tickets erwerben. Der Ausgang führt durch den Domladen mit seinem stetig wachsenden und vielfältigen Souvenirangebot.

Im Ostchor wurden die umfangreichen Restaurierungen der Glasfenster abgeschlossen und die Fenster erstrahlen nun in neuem Glanz. Auch die Instandsetzung der Fassade des Ostchores konnte 2021 abgeschlossen werden, melden die Vereinigten Domstifter.

Zu Beginn des Jahres 2021 konnten die Renovierungsarbeiten für das Wohnhaus Domplatz 5 und das Gartenhaus am Domplatz 6 planmäßig abgeschlossen werden. Durch die Renovierungen wurden drei hochwertige Wohnungen mit einer Gesamtfläche von 458 m² geschaffen.

Aktuelle Maßnahmen rund um den Dom

Die Vereinigten Domstifter werden aber auch weiterhin viele Baumaßnahmen rund um den Dom beschäftigen. Am Nebengebäude der Domstifterverwaltung, Domplatz 20, sind seit August 2021 Instandsetzungsarbeiten in vollem Gange. Im Frühjahr 2023 soll auf dem Areal eines ehemaligen Domherrenhofes aus dem 12. Jahrhundert die Pension „Alter Bischofshof“ mit etwa zehn Zimmern entstehen.

In der Bischofskurie Domplatz 1 schreitet die Planung für das zukünftige Welterbe-Informationszentrum weiter voran, dessen Fertigstellung für 2024 angedacht ist. Die Finanzierung des mehr als zehn Millionen Euro umfassenden Projekts erfolgt vor allem durch Mittel der Investitionsbank Sachsen-Anhalt und des Burgenlandkreises.

Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Sparkasse Burgenlandkreis, das Land Sachsen-Anhalt und die Friede-Springer-Stiftung unterstützen die museale Inszenierung in der Bischofskurie, die eine abwechslungsreiche Ausstellung zum Welterbe Naumburger Dom und Naumburger Meister sowie der Kulturlandschaft an Saale und Unstrut bieten soll.

Die Förderzusage wurde am 1. September 2021 von Friedrich-Wilhelm von Rauch, Geschäftsführer der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, und Mario Kerner, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Burgenlandkreis, an die Vereinigten Domstifter übergeben.

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