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Leserbeitrag: Revolutions-Demo am Samstag in Leipzig! Nicht in meinem Namen!

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    Liebe Menschen. Am Samstag finden in Leipzig mehrere Demonstrationen statt, vor allem von der Bewegung Leipzig / Querdenken 341 und Querdenken 711 organisiert. Von den Anmeldern, Politik und Polizei werden über 20.000 Menschen in der Leipziger Innenstadt erwartet. Es geht unter anderem um die Coronamaßnahmen unserer Regierung und diverse Einschränkungen bis hin zu Impf(zwang)Thematik, Überwachungswahn etc.

    Wie ich zu diesen Dingen stehe, wie kritisch ich die Maßnahmen von Politik und Gesundheitswesen der letzten Monate sehe, im aktuellen TeilLockdown und welche Befürchtungen ich für die Zukunft haben könnte … soll nicht Teil dieser Zeilen sein.

    Wichtig im Augenblick für mich ist…

    Für mich ist die schon seit den Demonstrationen von Querdenken und Co in Berlin leicht geöffnete Büchse der Pandora, nun kurz vor der völligen Öffnung.

    Für diesen Samstag mobilisieren neben den Veranstaltern auch in großer Zahl Rechtsradikale, Rechtsaußen stehende Menschen, die zum Teil mit Gewalt drohen, die die Regierung stürzen wollen, die die Revolution wie 1989 ein weiteres mal in Leipzig beginnen wollen.

    Ich bin in Sachsen geboren, wohne seit über 25 Jahren in dieser Stadt Leipzig und sage: Nicht in meinem Namen!

    Zeitgleich, durch die zu erwartenden Neonazis gewarnt (ich vergesse nicht, dass sicherlich auch vielen „normalen“ besorgte Menschen kommen werden), mobilisiert nun auch die „Gegenseite“ unter anderem auch die gewaltbereite linksradikale Seite. Die zuletzt Genannten wollen notfalls mit Gewalt die Demonstrationen verhindern. Mit Gewalt?

    Nicht in meinem Namen!

    Leipzig – „die Stadt der Friedlichen Revolution“ seit 1989 wird dieser Untertitel berechtigt oder auch unberechtigt gern verwendet … Nun also soll Leipzig im Zusammenschluss mit Rechtsaußen wieder zu Revolution geführt werden …

    Nicht in meinem Namen!

    Von Veranstalterseite wurde sich nicht ernsthaft genug vom Kontakt zu Rechtsaußen distanziert. Auch wenn es Einige unter Ihnen wirklich ernst meinen und sich als links, politisch neutral stehend ansehen und es wohl auch sind. Stattdessen wird sich immer wieder mit extremistisch denkenden oder Agierenden verbündet und auch Rechtsaußen stehenden Rednern eine Plattform gegeben.

    Einer der Hauptorganisatoren Nils Wehner verbündete sich in Berlin am 29.08. auf der Bühne (nach dem Abschluss der Veranstaltung) mit dem Holocaustleugner Nicolai Nehrling (dem Volkslehrer) Zitat: „Wir lassen uns nicht mehr teilen!“. Auf der Sozial Media Seite der Leipziger Demo-Organisatoren wurde eine Rede von Wolfgang Gedeon zur Corona-Thematik gepostet. Gedeon ist ein Holocaustleugner, ein ehemaliges AFD Mitglied, ein Politiker, der selbst der AFD zu rechtsradikal war.

    Neben der NPD, der rechtsradikalen Bewegung Pro Chemnitz, dem Compact Magazin des rechtsaußen stehenden Jürgen Elsässer mobilisieren viele weitere rechtsaußen stehende und auch rechtsradikale Menschen für Samstag. Soll man das gut finden, als ertragbares Übel für eine wichtige Sache tolerieren?

    Nicht in meinem Namen!

    Ich gestehe vielen Menschen die auf die Straße gehen (wollen) zu, Vorbehalte zu haben, an dem was gerade passiert, was die Zukunft bringen wird. Nur mag die Wahl ihrer Mittel genauso bzw. anders falsch sein, wie von denen, die sie kritisieren.

    Falls sie überlegen, auf diese Demonstration zu gehen, bitte überlegen Sie, mit wem Sie sich verbinden, mit wem Sie gemeinsame Sache machen und wie realistisch es ist, dass wenn „die Regierung gestürzt“ würde, wenn die Revolution geschafft würde, ihre rechtsradikalen und rechtsaußen stehenden Mitstreiter humanistische, friedliche, liebevolle Gedanken, sozialere neue Welt Wirklichkeit werden lassen wollen, oder ob dann vielleicht eine ganz andere Richtung eingeschlagen wird.

    Liebe Menschen, Liebe Leipziger und Leipziger Gäste. Bitte verbünden Sie sich nicht mit den Falschen für die vielleicht ? richtige Sache!

    Bleiben wir offen in wirklicher Menschenliebe und wenn wir etwas ändern wollen, gibt es auch andere Wege, die wir gehen können.

    Reden Sie bitte auch nicht vom Sturz der Regierung, sondern werden sie für eine wahre Änderung selbst friedlich aktiv, Ihr und das Leben zu ändern.

    Die Regierung stürzen, eine Änderung der Ungerechtigkeiten wollen, aber bei facebook, amazon (prime), Whatsapp, Deutsche Bank, google(mail), youtube, und was nicht noch alles sein und das ist nur die Spitze des Eisberges – äh – ist sehr unlogisch.

    Nicht in meinem Namen !!!

    Auch wenn ich Demonstrationen als wichtig empfinde, sind sie aktuell nicht mein Weg. Ich kann mich auch nicht mit gewaltbereiten Linksradikalen, gewaltbereiten Rechtsradikalen entgegenstellen.
    Mögen diese und die gemäßigte Bevölkerung auf beiden Seiten dazwischen, auf Ihren entgegengesetzten Demonstrationen Für und Gegen zur Besinnung kommen.

    Und mögen wir friedlich wieder das Verbindende finden und nicht die Trennung zwischen den Menschen vergrößern.

    Ich werde am Samstag hoffentlich in der Natur sein, fernab von den Grabenkämpfen in der Leipziger Innenstadt. Aber vielleicht finden diese ja auch gar nicht statt …. und wir alle fangen erst einmal bei uns selbst an, etwas zu ändern.

    Ein wahrhaft großer Schritt.

    In Erinnerung und Dankbarkeit an die Zeit der „Friedlichen Revolution“ in Leipzig 1989 – auf das der Frieden auch weiterhin mit Leipzig verbunden bleibe…

    Andi Rietschel
    DJ und Geschichtenerzähler, Friedensaktivist, WahlLeipziger

    Hier noch mal meine Gedanken zu vergangenen Demonstrationen: „Im August demonstrierten in Berlin Rechte und Linke, radikale und unpolitische Menschen zusammen. Ein neues Miteinander? Warum dies gefährlich und falsch sein mag“ https://www.freitag.de/autoren/andirietschel/in-liebe-in-frieden-wir-alle-sind-eins

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