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Kein Quotenplatz für Olympia im Canadier-Einer der Männer

In der ersten Entscheidung des Finaltages scheiterte der Weltmeister vom Vorjahr, Franz Anton aus Leipzig, völlig überraschend bereits im Halbfinale der Canadier-Einer. Obwohl er sich keine Stabberührungen leistete, landete er am Ende auf Rang 19 mit 5,69 Sekunden Rückstand. Zudem konnte er damit - wie auch der zweite C1-Halbfinalist Florian Breuer aus Augsburg - keinen Olympia-Quotenplatz für Deutschland sichern. Zwölf Nationen waren besser. Breuer belegte mit 6,37 Sekunden Rückstand Rang 21 im Halbfinale.

Mit dem Ausgang bei den C1-Männern hatte im deutschen Team niemand gerechnet. Nicht die Trainer und auch nicht die Sportler. Die C1-Spezialisten konnten keinen der elf Quotenplätze für Olympia sichern. Zunächst schied Weltranglistenerster und WM-Dritter vom Vorjahr, Sideris Tasiadis aus Augsburg, frühzeitig in den Qualifikationsläufen aus. Mit Weltmeister Franz Anton im Halbfinale schien jedoch der Olympia-Quotenplatz nur noch Formsache zu sein.

„Ich hatte einen gedeckten Tisch und musste mich nur noch dransetzen“, sagte ein enttäuschter Anton nach dem missglückten Halbfinallauf. „Es ist wie ein Schlag ins Gesicht und noch dreimal nachgetreten“, beschrieb der 29-Jährige seine Gefühle. Mit dem Scheitern der deutschen Canadierfahrer ist auch die nationale Qualifikation null und nichtig. Denn diese war an die Bedingung eines geholten Quotenplatzes bei der WM gebunden.

Die letzte Chance gibt es nun bei den Europaameisterschaften 2020 in London. Dort streiten sich dann mit Russland, Italien und Deutschland drei Nationen um einen Platz. Der Deutsche, der diesen Quotenplatz holt, darf dann nach Tokio fahren. Wer von den Deutschen zur EM fahren darf, ist derzeit noch offen. Der Trainerrat muss nun erst einmal tagen. Anton hatte gehofft, dass nach der WM die monatelange Anspannung endlich vorbei ist. Nun wurde die Entscheidung um ein halbes Jahr vertagt.

Auch Tasiadis hätte nie damit gerechnet, dass keiner der beiden Halbfinalstarter den Quotenplatz holt. „Daran habe ich nie gedacht, dass so etwas passieren würde. Aber so ist der Sport. Klar ist das jetzt eine ganz neue Situation. So etwas haben wir noch nie gehabt. Das wird jetzt eine Herausforderung, dass wir bei der EM den Quotenplatz irgendwie herausfahren. Ich finde es fair, dass dann der, der den Quotenplatz holt, auch zu Olympia fährt. Aber ich muss das jetzt erst einmal zwei, drei Wochen sacken lassen.“

Für die Trainer ist bei den Einercanadiern der unglaubliche Fall eingetreten, dass jeder der zehn Finalteilnehmer aus einem anderen Land kommt. Als letzte Nation, die nicht im Finale vertreten ist, konnte sich Tschechien einen Quotenplatz sichern. Deutschland kam auf Rang 13 der Nationenwertung. „Wir müssen uns jetzt ganz genau überlegen, wie wir die weitere Vorbereitung gestalten“, sagte Michael Trummer, Mannschaftsleiter bei der WM.

Eigentlich hatte sich der DKV erhofft, in Richtung Olympia eine andere Vorbereitung zu haben. Mitte Oktober sollten die Olympia-Boote schon zum Training nach Tokio fahren. „Doch für den Canadier-Einer gilt es jetzt erst einmal, in London den Olympia-Quotenplatz zu holen. Entsprechend denke ich, wird man jetzt andere Planungen aufstellen müssen. Und dann hoffentlich in London erfolgreich sein. Der Fokus für den Canadier-Einer kann jetzt nicht auf Tokio liegen.“

Einen Zweifel an der erstmals so vollzogenen nationalen Olympia-Qualifikation hegt Trummer nicht: „Sicherlich war die Saison mit diesen Olympia-Qualifikationen eine ganz besondere, aber das haben wir gewusst. Wir wissen auch, dass der Druck bei Olympia nochmal viel höher ist als er jetzt hier gewesen ist. Jetzt müssen wir damit umgehen, müssen unsere Rückschlüsse ziehen und ganz in Ruhe mit den Trainern und Sportler planen und die Strategie entwickeln, wie das noch alles funktionieren kann, dass wir auch im Canadier bei Olympia dabei sind.“

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