Der Start in die Europameisterschaften am Donnerstag im slowakischen Liptovsky-Mikulas war zäh. Dennoch gab es einen versöhnlichen Abschluss mit Edelmetall für die deutschen Kajakfahrer im Team. Nach einem fehlerfreien Lauf konnten Hannes Aigner (Augsburger KV), Noah Hegge (KS Augsburg) und Stefan Hengst (KR Hamm) am Ende über Team-Bronze jubeln. Nach einigen Minuten Zittern, denn zunächst schon es nur „Holz“ zu sein, die Erleichterung, als Frankreich wegen einer Torstabberührung noch vom Podest rutschte. Gold sicherte sich Tschechien, Silber ging an Polen.

Deutschland blieb auf der schwierigen Strecke als einzige Mannschaft ohne Torstabberührung. „Das Ergebnis kennen wir von 2013 hier. Damals hatten wir auch schon Glück“, erzählte Hengst. Denn ein nachträglicher Zweier für das französische Team sorgte diesmal für das positive Ende aus deutscher Sicht. Die Taktik stimmte, der Plan stand, „jeder wusste, wie er fahren musste, damit für jeden genügend Platz ist“, erklärte Hegge. Olympia-Bronze-Gewinner Hannes Aigner fuhr als Letzter: „Das haben wir zuletzt schon so gemacht, das hat gut funktioniert. Es ist gut, wenn jeder seine Position hat.“

Das Kajak-Damen-Team mit Ricarda Funk, Elena Lilik und EM-Neuling Annkatrin Plochmann landete auf einem guten 5. Platz. Gold, Silber und Bronze gingen an Frankreich, Großbritannien und Polen. Plochmann freute sich über das gute Team. „Ich hätte nicht gedacht, dass wir so gut runterkommen. Zum Schluss habe ich leider ein bisschen viel berührt. Aber ich glaube, da muss ich noch dazulernen.“ Olympiasiegerin und Weltmeisterin Funk ergänzte, „wir können auf jeden Fall zufrieden sein. Die Abstände haben gut gepasst, das Teamgefühl war auf jeden Fall da.“

Vier Deutsche in Kajak-Halbfinals

Alle sechs Kajakfahrer kämpften sich bereits am Vormittag durch den Wildwasserkanal, um sich bei den Qualifikationsrennen im Kajak-Einer einen Startplatz in den Halbfinals zu sichern. Souverän meisterten das Ricarda Funk und Elena Lilik. Während sich Hannes Aigner ebenfalls im ersten Lauf qualifizierte, musste Noah Hegge über den Hoffnungslauf seinen EM-Halbfinalstart erkämpfen.

Leider ist das Stefan Hengst nicht gelungen. 52 Strafsekunden folgte im zweiten Lauf drei Torstabberührungen: zu viele für den Einzug in das Halbfinale. Insofern ist Team-Bronze ein versöhnlicher Abschluss seiner Kajak-Wettbewerbe. „Ja, ich habe gemerkt, ich kann doch noch Boot fahren“, sagte er lachend.

Auch Annkatrin Plochmann (SG Victoria Nürnberg-Fürth) schied in der Qualifikation aus. Die mit 20 Jahren Jüngste im Team zeigte einen beherzten ersten Lauf auf der schwierigen Strecke, verlor allerdings im zweiten Drittel sehr viel Zeit. Hinzu kamen vier Torstabberührungen, sodass sie als 30. in den Hoffnungslauf musste.

In den war Plochmann stark gestartet, auch der mittlere Streckenabschnitt gelang ihr deutlich besser, bis dato sammelte sie auch nur vier Strafsekunden. Doch leider verlor sie kurz vor dem Ziel die Linie, und verpasste das vorletzte Tor. „Ich war sehr aufgeregt vor den Wettkämpfen“, sagte sie und fügte hinzu, „ich habe hier sehr viel Erfahrung sammeln können.“

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