Das Fußballstadion von RB braucht endlich eine leistungsfähige Wendeschleife

Für alle LeserJede Menge wurde in den letzten Tagen über die Frage diskutiert, ob nun ein Parkhaus die nötigen Stellplätze für EM-Spiele und Championsleage-Spiele im RB-Stadion sichert oder eine Tiefgarage besser ist. Dabei verschwand völlig aus dem Fokus, dass die meisten Fußballanhänger mit der Straßenbahn zum Stadion kommen und es dringend eine leistungsfähige Straßenbahnwendeschleife auf dem Stadionvorplatz braucht. Die Feuerbachschleife kann das nicht leisten. Ein Offener Brief an die Ratsfraktionen.

Geschrieben hat ihn Ulf Walther, den es mit höchster Besorgnis erfüllt, dass die alte Feuerbachschleife einfach nur saniert und modernisiert werden soll, ohne dass die städtischen Planer wirklich so weit denken, die einmalige Chance zu nutzen, eine Wendeschleife deutlich näher am Stadion zu bauen und damit wirklich auch eine leistungsfähige Stadionlinie zu schaffen.

Sein Brandbrief an die Stadträtinnen und Stadträte:

Sehr geehrte Damen und Herren Stadträte,

im OBM-Wahlkampf hat sich nahezu jede Partei für einen Ausbau des ÖPNV ausgesprochen, insbesondere des Straßenbahnnetzes. Ein solcher Ausbau fand de facto seit der Eröffnung der Trasse Zwickauer Straße auf dem Gelände der Alten Messe nicht mehr statt. Ob Sie es damit ernst meinen, können Sie zeitnah bezüglich des Ausbaus der Schleife Feuerbachstraße hin zum Gelände Schwimmstadion im Zusammenspiel mit Verpachtung / Verkauf des Grundstücks an RB und dem Bau eines Parkhauses bzw. einer Tiefgarage unter Beweis stellen.

Ist-Zustand nach meinem Erleben – ich besuche jedes RB-Heimspiel:

Die eingleisige Schleife Feuerbachstraße ist nicht sehr aufnahmefähig, wird im Anreiseverkehr ca. alle 10 Minuten von der Linie 4E befahren. Linie 4 und 51 fahren an der Schleife vorbei durch die Waldstraße. Sämtliche andere Linien fahren über Jahnallee – Zeppelinbrücke zum Strbf. Angerbrücke und auch zurück. Das bedeutet eine extreme Auslastung dieser Trasse während des Stadionverkehrs, nahe an ihrer Leistungsgrenze, Streckenblockaden durch bspw. Unfälle nicht mit gerechnet.

Im Abreiseverkehr platzen „Sportforum Süd“ und „Waldplatz/Arena“ Richtung Hbf aus allen Nähten, zum Teil betreten Wartende aufgrund des überfüllten Bahnsteigs die Straße gen Innenstadt – wohlgemerkt nicht, um die Straße zu überqueren. Die übervollen Bahnen aus „Sportforum Süd“ können Fahrgäste an „Waldplatz/Arena“ kaum noch aufnehmen. Die Abfertigung der Bahnen an den Haltestellen dauert quälend lang, beide Haltestellen werden nicht als Doppelhaltestelle genutzt. Die Bahnen stauen sich infolgedessen meist bis über die Zeppelinbrücke – und stehen so ungenutzt im Stau herum. Die Trasse Innere Jahnallee – Ranstädter Steinweg bis zum Goerdelerring ist häufig überlastet, auch hier stauen sich die Straßenbahnen meist, da die Durchlassfähigkeit durch Haltestellen und Ampelschaltungen begrenzt ist.

Die Feuerbachschleife in der Kurve in die Max-Planck-Straße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Die Schleife Feuerbachstraße wird von der 4E befahren, 4 und 51 fahren an der Schleife vorbei. Hin und wieder stehen in der Schleife auch noch ca. 3-4 Bahnen, die bspw. als Linie 3, 7, 15 von da aus starten. Häufig stehen in dieser Schleife gar keine Bahnen. Die Stadionbesucher verlassen das Stadion entweder über Festwiese Richtung „Sportforum Süd“, über Stadionvorplatz gen Waldstraße, über das Gelände Schwimmstadion vorbei an der Arena Richtung Haltestelle Waldplatz/Arena oder über die Stadionallee hin zum Waldplatz.

Die Haltestelle „Sportforum Ost“ liegt wenige, aber entscheidende Meter abseits dieser Wegebeziehung und spielt nur für wenige Besucher eine Rolle, zumal sie ja auch aufgrund ihrer begrenzten Leistungsfähigkeit recht wenige Bahnen anzubieten hat. Sprich: Die Feuerbachschleife spielt im derzeitigen Straßenbahnkonzept Stadion nur eine untergeordnete Rolle.

Fazit: Der Abreiseverkehr durch Straßenbahn findet im gesetzten Rahmen relativ gut statt, jedoch stößt dieser Rahmen bereits jetzt an seine Leistungsgrenze, ein Mehr an Verkehr wäre meiner Ansicht nach kaum zu verkraften, da es u.a. hausgemachte Straßenbahnstaus gibt. Dies kann sich aber durch die Schleife Schwimmstadion deutlich ändern.

Zukunft infolge Stadionaus- und -umbaus:

Haupteingang für das Stadion wird laut RB Leipzig die Treppe an der Festwiese sein, über die man zu den Blöcken C, B und A gelangen wird. Hier werden auch die Sicherheitskontrollen durchgeführt. Über diese Treppe geht es für die Besucher dieser Blöcke rein und raus. D.h., die Wegebeziehung wird sich voraussichtlich weiter weg von der Schleife Feuerbachstraße bewegen, das Ost-Tor der Festwiese sowie der Weg gen „Sportforum Süd“ werden eine größere Rolle spielen.

Festwiese mit Treppe zum Stadion. Foto: Ulf Walther

Festwiese mit Treppe zum Stadion. Foto: Ulf Walther

Sollte die Schleife Feuerbachstraße und die Endhaltestelle „Sportforum Ost“ auf die nächsten Jahrzehnte so liegen bleiben wie sie jetzt ist, noch dazu ohne dass die Kapazität in Form eines Überholgleises erhöht wird, fährt dort die Bahn auf Jahrzehnte am Bedarf ein Stück weit vorbei. Zudem wird weiterhin die Jahnallee als Haupttrasse – ob mit oder ohne Kapazitätserhöhung durch Haltestellenausbau – ein Nadelöhr bleiben und anfällig bei Störungen durch unfallbedingte Streckenblockaden bzw. liegen gebliebener Straßenbahnen.

Die Stadionkapazität wird in absehbarer Zeit von 42.000 auf 48.000 erhöht werden, wobei auch eine weitere Erhöhung der Kapazität auf 50.000 bis 52.000 durch RB angedacht ist, je nach Bedarf. Zudem finden häufig zeitgleich Veranstaltungen in der Arena mit bis zu 6.000 Besuchern statt. Eine Erweiterung der Straßenbahnkapazitäten sollte also in die Überlegungen einbezogen werden.

Dem muss JETZT Rechnung getragen werden, da JETZT die Bebauung von Stadionvorplatz und Gelände Schwimmstadion ansteht und ein Ausbau des ÖPNV zumindest dort danach nicht mehr möglich sein wird – und in der Jahnallee sicher auch nur arg begrenzt die Kapazität erweitert werden kann, wenn überhaupt. JETZT wird es voraussichtlich Fördermittel für eine bessere ÖPNV-Anbindung im Zuge der EM 2024 geben. Deshalb ist es JETZT dringend geboten, in den Verhandlungen mit RB Leipzig um Verkauf / Verpachtung und Bebauung der beiden Grundstücke Stadionvorplatz und Schwimmstadion eine erweiterte und deutlich leistungsfähigere Straßenbahnwendeschleife mitzudenken und auch umzusetzen, um so eine zweite leistungsfähige Trasse anbieten zu können.

Wie könnte die neue Schleife Schwimmstadion aussehen?

Mein Vorschlag wäre, die Trassenführung aus der Feuerbachstraße geradeaus an der Tribüne des Schwimmstadions vorbeizuführen und dann um die Fläche Schwimmstadion herum zu legen, um dann geradeaus in die Fregestraße zu münden. Diese Schleife könnte ab bzw. bis dem Passieren der „Stadionallee“ zweigleisig gebaut werden, ein Gleis davon als Aufstellgleis, über das andere Gleis könnten Linienbahnen an den Einsatzbahnen vorbeigeführt werden.

Denkbar wäre auch, die Haltestelle „Sportforum Ost“ auf diesem Gelände mit zwei Bahnsteigen zu bauen: Auf Bahnsteig 1 halten die Bahnen Richtung Gohlis, auf Bahnsteig 2 die Bahnen Richtung Hbf. Die Schleife ist so zu bauen, dass von beiden (Aufstell-) Gleisen die Einfahrt in Bahnsteig 1 oder 2 gewählt werden kann. In die Schleife kann aus der Waldstraße wie bisher sowohl aus Richtung Norden wie auch aus Richtung Süden ein- und ausgefahren werden.

Hier könnte die Straßenbahn herauskommen, wenn sie überf die Feuerbachstraße geradeaus weitergeführt wird. Foto: Ulf Walther

Hier könnte die Straßenbahn herauskommen, wenn sie über die Feuerbachstraße geradeaus weitergeführt wird. Foto: Ulf Walther

Die Schleife wird mindestens im Abreiseverkehr auch von den (regulären) Linien 4 und 51 in beiden Fahrtrichtungen bedient. (D.h., die Linien fahren einen Umweg über diese Schleife, sie ändern aber nicht ihre Fahrtrichtung. Bspw. kommt Linie 4 aus Gohlis, fährt über diese Schleife und dann weiter Richtung Hbf., analog die Gegenrichtung.) Zusätzlich wird die Schleife von Einsatzbahnen bedient.

Mglw. kann infolgedessen der Einsatz zusätzlicher Bahnen an „Sportforum Süd“ gen Hbf. reduziert werden, da sich die Besucherströme auf drei Haltestellen verteilen. Mglw. aber wird durch die erhöhte Stadionkapazität und damit der höheren potentiellen Besucherzahl ohnehin der Einsatz von mehr Fahrzeugen notwendig werden. Inwiefern das mit der bestehenden Infrastruktur möglich ist, stelle ich mal in den Raum.

Ob die Schleife künftig in derselben Richtung befahren wird wie jetzt, oder in Laufrichtung Fregestraße => Schwimmstadion => Feuerbachstraße – das kommt sicher darauf an, wie die Schleife tatsächlich gebaut wird und an welcher Stelle die Haltestelle „Sportforum Ost“ entstehen wird. Feuerbachstraße wie auch Fregestraße sind als Einbahnstraßen in Fahrtrichtung der Schleife auszuweisen.

Bei einer Bebauung der Fläche Schwimmstadion durch ein Parkhaus ist das Parkhaus so zu bauen, dass die ebenerdige Fläche zur Verfügung steht für die Straßenbahnschleife, Wartezone für Fahrgäste, ggf. Aufstellfläche für Reisebusse, Ü-Wagen u.ä. Die Parkplatzflächen beginnen ab dem 1. OG.

Bei einer Bebauung durch eine Tiefgarage ist die ebenerdige Fläche analog der Fläche Parkhaus zu nutzen.

Ein- und Ausfahrt zu Tiefgarage/Parkhaus erfolgt kreuzungsfrei über eine Rampe an der derzeitigen Zufahrt zum Schwimmstadiongelände, hin zur Zufahrtsstraße Parkplatz Arena, gegenüber der Zufahrt zum Parkplatz Arena.

Welche Vorteile würden sich durch eine Verlegung der Haltestelle „Sportforum Ost“ von der Max-Planck-Straße hin zum Schwimmstadion ergeben?

Die künftige Haltestelle Sportforum Ost wäre deutlich dichter und sichtbarer an den tatsächlichen (künftigen) Wegebeziehungen der Stadionbesucher und nicht mehr dort, wo zum Zeitpunkt des Baus der Schleife Feuerbachstraße und des Zentralstadions 1955, also vor 65 Jahren, der Bedarf ausgemacht wurde. Der Besucherstrom würde sich meiner Ansicht nach gleichmäßiger auf die Haltestellen „Sportforum Ost“, „Waldplatz/Arena“ sowie „Sportforum Süd“ verteilen. Ein schnellerer und effizienterer Abtransport wäre gegeben, die Jahnallee und Zeppelinbrücke wären nicht mehr das eine Nadelöhr. (Bei einer Sanierung der Zeppelinbrücke ist ohnehin fraglich, wie der Stadionverkehr organisiert würde.)

Die Strecke Haltestelle Hauptbahnhof – Haltestelle Schwimmstadion wäre ca. 2,4 km lang, die Strecke Hauptbahnhof – Sportforum Süd 2,7 km und die Strecke Hauptbahnhof – Sportforum Süd – Strbf. Angerbrücke 3,0 km. Das sind mindestens 600 Meter mehr als bis zum Schwimmstadion, mal zwei gerechnet (durch das Wenden) macht das 1,2 km mehr, plus potentieller Hindernisse, wie einer verstopften Straßenbahntrasse durch erhöhtes Straßenbahn- und Fahrgastaufkommen, was die Geschwindigkeit verlangsamt und sich so die realen Taktabstände vergrößern statt verkleinern.

Die Schleife Schwimmstadion könnte also eine zentrale Bedeutung im Stadionverkehr bekommen. Durch die kürzeren Wege der Straßenbahnen und dem unmittelbaren Wenden von Stadionlinien direkt am Stadion und nicht über Strbf. Angerbrücke könnten unter Umständen für dieselbe Verkehrsleistung weniger Straßenbahnen als jetzt eingesetzt werden.

Als Beispiel dient die Sonderlinie 56 Messegelände – Sportforum, die am Schwimmstadion endend 1,2 km weniger fahren müsste als jetzt (bis Sportforum Süd und weiter bis Strbf. Angerbrücke) und so potentielle Störungen durch Streckenüberlastung vermieden werden könnten. Die Bahn befindet sich so unter Umständen schneller wieder auf Strecke und am Messegelände, als bisher. Unter Umständen könnte so ein Kurs (eine Bahn) eingespart werden, bei gleicher Leistung wie bisher.

Mit dem Bau der Schleife Schwimmstadion – und damit der Erweiterung der Schleife Feuerbachstraße um ca. 600m (ohne Doppelgleis gerechnet) – könnte für die nächsten Jahrzehnte die ÖPNV-Anbindung des Stadions zeitgemäß und leistungsfähig gestaltet werden und einer möglichen nochmaligen Kapazitätserweiterung des Stadions Rechnung getragen werden.

Die Trasse Strbf. Angerbrücke – Jahnallee würde entlastet. Manche Einsatzbahn stünde nicht auf der Zeppelinbrücke im Straßenbahnstau, sondern stünde direkt am Einsatzort störungsfrei bereit. Die leistungsfähige Schleife Schwimmstadion würde im Störungsfall auf oben genannter Trasse einen Abtransport mit Umweg auch in Richtung Grünau, Lindenau und Knautkleeberg ermöglichen, bspw. auch im Falle einer Vollsperrung der Brücke während einer Sanierung.

Meine Damen und Herren,

RB Leipzig investiert nach eigenen Angaben in den Stadionum- und ausbau ca. 60 Millionen Euro und in die Bebauung des Stadionvorplatzes und Schwimmstadions 50 Millionen Euro, inklusive der Errichtung eines Sportmuseums für die Stadt. Seitdem RB Leipzig hier gelandet ist, hat die Stadt Leipzig meines Wissens nach kaum einen Euro investiert, der direkt oder indirekt RB Leipzig oder den Besuchern zugute kommt. Sämtliche Bauleistungen, auch am Trainingszentrum Cottaweg, werden zu 100% aus Eigenmitteln gestemmt, RB Leipzig nimmt dafür nicht einen Euro Steuergeld in Anspruch.

Die Stadt Leipzig jedoch hat bisher finanziell von RB Leipzig direkt und indirekt profitiert. Mittelbar durch höhere Umsätze im Gastrogewerbe und infolgedessen mehr Einnahmen an Gewerbesteuern, ggf. auch durch Übernachtungssteuern, unmittelbar durch Grundstücksveräußerungen am Cottaweg und nun auch am Stadionvorplatz/Schwimmstadion sowie durch Gewerbesteuern von RB Leipzig. Von künftig 300 Mitarbeitern bei RB Leipzig direkt ist die Rede.

Der Straßenbahntunnel an der Jahnallee auf der Höhe der Arena Leipzig. Foto: L-IZ.de

Der Straßenbahntunnel an der Jahnallee auf der Höhe der Arena Leipzig. Foto: L-IZ.de

Mit RB Leipzig hat die Stadt eine nennenswerte wirtschaftliche Ansiedlung, für die sie bisher keinerlei Investitionen tätigen musste. Die Investition in die Erweiterung der Feuerbachschleife hin zum Schwimmstadion sowie die Kapazitätserweiterung ist eine Investition der Stadt für eine Wirtschaftsansiedlung im Rahmen der Daseinsvorsorge und zudem eine Investition in den Ausbau des ÖPNV der Stadt Leipzig.

Diese Investition unterstützt das Benutzen, die Akzeptanz und die Leistungsfähigkeit des ÖPNV. Wenn also gewünscht wird, dass die Besucher von Großveranstaltungen möglichst nicht mit dem Auto anreisen, sondern den ÖPNV, auch mittels P&R, nutzen, dann ist der Ausbau der Kapazität der Straßenbahn unumgänglich!

Die Erweiterung der Parkplatzkapazität für das Stadion ist also offenbar notwendig. Es wäre das einzig richtige Signal, in diesem Zusammenhang in unmittelbarer Nachbarschaft zu diesen Parkplatzflächen den ÖPNV zu platzieren, indem

a) die Schleife genau dort liegt, wo auch die Parkplätze und auch die Besucher sind, und nicht 500 m weiter

b) denjenigen, die mit dem Auto die Parkplatzkapazitäten Schwimmstadion, Parkplatz Arena sowie die Flächen zwischen Festwiese und Jahnallee nutzen und spätestens bei der Abreise eine geraume Zeit brauchen, um den Parkplatz überhaupt zu verlassen, direkt zu zeigen, dass Leipzig einen leistungsfähigen ÖPNV zu bieten hat, mit dem man ggf. weniger Zeit bis zu seinem Auto weiter weg braucht, als für die gleiche Zeit mit dem Auto direkt vor dem Stadion bis zum Verlassen des Parkplatzes. (Wenn man berechnet, dass man unter Umständen am Stadion von seiner Parkplatzbucht bis zur Straße bis zu 45 Minuten braucht, wie mir Freunde berichten, und wie es übrigens auch an anderen Stadien der Fall ist.)

Wir sprechen über 18 Bundesligaspiele, die im Idealfall mit 48.000 Zuschauern ausverkauft sind, zuzüglich mindestens drei weiterer Fußballspiele in anderen Wettbewerben, wie Euro League oder Champions League sowie mindestens dreier Open Air-Konzerte im Stadion bzw. auf der Festwiese mit mindestens 40 000 Besuchern. Macht in Summe pro Jahr ca. 1,128 Millionen Besucher oder mehr, zuzüglich der Zahl der Besucher von zeitlich parallel in der Arena stattfindenden Veranstaltungen.

Wenn Sie es also Ernst meinen mit ihrem Wahlkampfversprechen, den ÖPNV in Leipzig auszubauen und mehr Menschen zum Benutzen des ÖPNV zu animieren, dann bietet sich mit Ihrem JA zum zukunftsweisenden und bedarfsgerechten Bau der Schleife Schwimmstadion die erste Gelegenheit dazu. Nutzen Sie diese Gelegenheit nicht, wird auf Jahrzehnte hinweg die Erweiterung der ÖPNV-Kapazität im Stadionumfeld im wahrsten Sinn des Wortes verbaut.

Die bestehende Schleife Feuerbachstraße würde in ihrem – auch sanierten – Ist-Zustand nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sein, ein Schattendasein fristen und die Bahnen dort würden am Bedarf vorbei fahren. Die Sanierung der Feuerbachschleife wäre lediglich der Erhalt einer bestehenden Strecke, aber kein Ausbau des ÖPNV. Meiner Meinung nach wird sie auf Grund geänderter Wegebeziehungen eher noch weniger Bedeutung haben als bisher.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Für Rückfragen stehe ich gern zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen,

Ulf Walther

Künftige Grundschule in der Max-Planck-Straße soll Hoffläche für die Feuerbachschleife opfern

Hinweis der Redaktion in eigener Sache (Stand 24. Januar 2020): Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen. Doch eben das ist unser Ziel.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen und ein Freikäufer-Abonnement abschließen (zur Abonnentenseite).

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Aufrechterhaltung und den Ausbau unserer Arbeit zu unterstützen.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 350 Abonnenten.

Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

SportforumOffener BriefFeuerbachschleife
Print Friendly, PDF & Email
 
Ein Kommentar


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Civa bringt frischen Wind beim 1. FC Lok: Wolf macht Platz für neue Spieler
Der neue Lok-Trainer und Sportliche Leiter Almedin Civa stellt sich vor. Foto: Thomas Gorlt

Foto: Thomas Gorlt

Für alle LeserZwei Tage nach der Enttäuschung von Bielefeld beginnt beim 1. FC Lok Leipzig eine neue Zeitrechnung. Mit Almedin Civa wurde ein neuer Cheftrainer und Sportdirektor vorgestellt. Der bisherige Mann auf der Position, Wolfgang Wolf, beendet planmäßig nach einem Jahr sein Engagement. Wolf wäre gern geblieben, bei den kleinen Brötchen, die der Verein wieder backen muss, bedeutet Wolfs Abschied aber ein bis zwei weitere Spieler für Lok. Wer kommt und geht, wird in den kommenden Tagen entschieden.
Donnerstag, der 2. Juli 2020: Verfassungsschutz soll AfD-Daten rechtswidrig gespeichert haben
Gordian Meyer-Plath war bis zum 30. Juni 2020 der Präsident des sächsischen Landesamtes für Verfassungsschutz. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle Leser/-innenIm gestern eröffneten Streit um den Umgang des sächsischen Verfassungsschutzes mit Daten über AfD-Abgeordnete gibt es heute eine neue Wendung: Der ehemalige Präsident der Behörde soll diese rechtswidrig gespeichert haben. Die Landtagsfraktionen sehen das offenbar ähnlich. Unterdessen stehen für die kommenden Wochen neue Corona-Lockerungen in Aussicht. Die L-IZ fasst zusammen, was am Donnerstag, den 2. Juli 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Per Sehnsuchts-Challenge durch die Coronakrise: Wie das Leipziger Format SportVorOrt die sportlose Zeit überbrückte
SportVorOrt war auch in der Coronakrise nicht untätig.

SportVorOrt-Logo

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 80, seit 26. Juni im HandelEs sind vor allem die Teams in den unteren Ligen und die sogenannten Randsportarten, die es oft schwer haben, eine mediale Öffentlichkeit zu finden. Das Format SportVorOrt war im vergangenen Jahr an den Start gegangen, um genau diese Plattform zu bieten. Jede Woche wurden hier interessante (Breitensport-)Termine in den Mittelpunkt gestellt. Doch was macht SportVorOrt, wenn gar kein Sport vor Ort stattfindet? Die LEIPZIGER ZEITUNG (LZ) befragte den Initiator Robert Kühne.
Nur 14 Prozent Wohneigentum: Wer sich vor jeder Mieterhöhung fürchten muss, kauft sich auch keine Wohnung
Entwicklung der monatlichen Haushaltseinkommen nach Klassen. Grafik: Stadt Leipzig, Bürgerumfrage 2019

Grafik: Stadt Leipzig, Bürgerumfrage 2019

Für alle LeserWer die Leipziger Bürgerumfragen genau liest, merkt schnell, wie diese „Boomstadt“ im Osten mit viel Kreativität aus ziemlich wenig Geld etwas Vorzeigbares macht. Man hört jedes Mal das Seufzen der Leipziger Statistiker, wenn sie nach der jüngsten Bürgerumfrage wieder feststellen, dass der Anteil des Wohneigentums einfach nicht gewachsen ist. Nur 14 Prozent leben in den eigenen vier Wänden. So niedrig ist der Wert auch noch in Berlin, der anderen „Arm aber sexy“-Stadt im Osten.
Bevor die Dieskaustraße zur Baustelle wird, muss die Küchenholzallee zu einem sicheren Radweg werden
Der Zustand der Küchenholzallee im Bereich der Kleingartenanlagen. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAb 2023 wollen Stadt und LVB die komplette Dieskaustraße zwischen Adler und Großzschocher umbauen und modernisieren. Das ist überfällig. Aber im Leipziger Südwesten gehen dazu berechtigte Befürchtungen um, denn nicht nur für Autofahrer gibt es praktisch keine Ausweichstrecken. Für Radfahrer/-innen gäbe es zwar eine. Aber die ist in einem unzumutbaren Zustand: es ist die Küchenholzallee. Der Stadtbezirksbeirat Südwest macht das jetzt zum Thema.
Grüne unterstützen Petition zur autofreien Innenstadt mit konkreten Straßenvorschlägen
Erst mal rein in die Innenstadt: Kfz-Gedrängel am Peterskirchhof. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDa war sich das Baudezernat ganz sicher: Diese Petition muss man ablehnen. Denn da gibt es doch den Stadtratsbeschluss RBIV-1452/08 vom 17. Dezember 2008 „Fortschreibung der Konzeption autoarme Innenstadt“. Darin hat man sich doch verständigt, dass man bei „autoarm“ bleibt und „autofrei“ kein Thema ist. Da hat wahrscheinlich jemand im Planungsdezernat die Corona-Zeit völlig vertrieft. Die Grünen unterstützen die Petition jetzt mit einem eigenen Antrag.
Erster Schulneubau aus dem 145 Millionen-Euro-Programm von 2018 ist fertig: Schule am Barnet-Licht-Platz nimmt Betrieb auf
Die Pausenversorgung ist gesichert: die neue Schule am Barnet-Licht-Platz. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserAm Mittwoch, 1. Juli, hat Oberbürgermeister Burkhard Jung das neue Schulgebäude am Barnet-Licht-Platz symbolisch an die künftigen Nutzer übergeben. Innerhalb von knapp eineinhalb Jahren wurde die neue Schule in Leipzig-Reudnitz-Thonberg für rund 27 Millionen Euro fertiggestellt. Der Neubau ist der sichtbare Beweis dafür, wie schnell eine Stadt neue Schulen bekommt, wenn sie die nötigen Grundstücke und genug Geld in der Kasse hat.
Auszüge aus Francis Neniks „Tagebuch eines Hilflosen“ #35
Golfplatz. Foto: Patrick Kulow

Foto: Patrick Kulow

Für alle LeserDonald Trump behauptet seit Wochen, dass Briefwahlen den Wahlbetrug fördern. Angeblich werden die Wahlunterlagen millionenfach gefälscht und in großem Umfang Stimmen von Leuten abgegeben, die dazu gar nicht befugt sind. Dass die Anschuldigungen einem Fakten-Check nicht standhalten, ist bekannt. Twitter hat deshalb schon mehrfach Trumps Account als Verbreiter von Lügengeschichten markiert.
Anstieg der Arbeitslosigkeit in Leipzig im Juni deutlich gebremst
Entwicklung der Arbeitslosenzahl in Leipzig seit 2014. Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Für alle LeserEs ist Juli. Das halbe Land ist in Urlaubsstimmung, manche Wirtschaftskommentatoren aber haben ein wildes Geunke angestimmt: „Die Depression kommt im Herbst!“ Als wären sie etwas spät aus dem Winterschlaf erwacht. Doch schon am 24. Juni meldete das „Manager Magazin“: „Ifo-Geschäftsklima steigt so stark wie nie zuvor“. Natürlich ist auch das nur Kaffeesatzleserei. Harte Fakten sind: Umsätze, Auftragslage und Arbeitslosenzahlen. Und danach scheint in Sachsen im Juni erst einmal der Tiefpunkt erreicht worden zu sein.
Film ab: Kino Grimma wieder offen
Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Nach monatelanger Pause empfängt das Grimmaer Kino wieder Besucher. Ab Donnerstag, 2. Juli, flimmern die Streifen über die Leinwände. Wie Kinobetreiber Thomas Hildebrand mitteilte, nahm das Gesundheitsamt des Landkreises Leipzig das Hygienekonzept ab.
Mittwoch, der 1. Juli 2020: Vorwürfe gegen Sachsens neuen Verfassungsschutz-Präsidenten
Dirk-Martin Christian, Präsident des sächsischen Landesamtes für Verfassungsschutz. Foto: SMI / Isabelle Starruß

Foto: SMI / Isabelle Starruß

Für alle Leser/-innenEin Tag im Amt und schon im Mittelpunkt eines möglicherweise neuen Skandals in Sachsen: Landesverfassungsschutz-Präsident Dirk-Martin Christian soll laut einem Medienbericht seinen Vorgänger Meyer-Plath dazu gedrängt haben, Daten über AfD-Abgeordnete zu löschen. Auch der Geschäftsführer der Stiftung Sächsische Gedenkstätten steht in der Kritik. Die L-IZ fasst zusammen, was am Mittwoch, den 1. Juli 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Deutsche EU-Ratspräsidentschaft: Leipzig als „Nutznießer der europäischen Idee“
Oberbürgermeister Jung (l.) und einige Stadträt/-innen hissen die Fahne. Foto: René Loch

Foto: René Loch

Für alle Leser/-innenCoronakrise, Klimaschutz, Brexit – die deutsche EU-Ratspräsidentschaft steht vor großen Herausforderungen. Kleine Feiern zum Auftakt am Mittwoch, den 1. Juli, gab es in mehreren Städten, darunter Leipzig. Hier bezeichnete Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) die Stadt als „Nutznießer der europäischen Idee“. Zudem verwies er auf eine besondere Bindung zwischen Leipzig und dem Logo der Ratspräsidentschaft.
Interview mit Projektleiter Alexander Mennicke: „Der AKS hat nicht das Geleckte wie in der Bundesliga“
Der Alfred-Kunze-Sportpark feiert sein hundertjähriges Jubiläum. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 80, seit 26. Juni im HandelAlexander Mennicke hat eine große Aufgabe: Er koordiniert 100 Jahre Alfred-Kunze-Sportpark (AKS). Aber wie soll das gehen in Zeiten von Corona und wie feiert man die 100-jährige Existenz eines Fußballstadions angemessen? In Leutzsch sieht man das Stadion nicht nur als Gebäude, sondern als soziokulturellen Raum, der mehr als nur Steine ist. Hier werden Schicksale entschieden, Geschichten produziert, möglicherweise sogar mit historischem Ausmaß.
Der Abgang von Gordian Meyer-Plath und die ungelösten Probleme des Sächsischen Landesamtes für Verfassungsschutz
Der neue LfV-Präsident Dirk-Martin Christian. Foto: SMI / Isabelle Starruß

Foto: SMI / Isabelle Starruß

Für alle LeserEs war eine zumindest unglückliche Entscheidung, dass die sächsische Regierung nach dem Bekanntwerden des in Sachsen untergetauchten NSU-Terror-Trios 2012 ausgerechnet Gordian Meyer-Plath zum neuen Chef des sächsischen Landesamtes für Verfassungsschutz berief. Er stand eben leider nicht für einen Neuanfang. Sein Abgang war eigentlich schon nach der Sachsenwahl 2018 fällig. Doch erst am Dienstag, 30. Juni, gab der ebenfalls in der Kritik stehende Innenminister Roland Wöller seine Ablösung bekannt.
Der ernüchternde Blick in die Peanuts-Welt der Leipziger Solo-Selbstständigen
Entwicklung der Einkommen der Selbstständigen in Leipzig. Grafik: Stadt Leipzig, Bürgerumfrage 2018

Grafik: Stadt Leipzig, Bürgerumfrage 2018

Für alle LeserDie Kommunale Bürgerumfrage informiert regelmäßig über die Entwicklungen der Stadt und schildert ein Bild der Meinungen und Vorstellungen ihrer Bürgerinnen und Bürger, auch wenn aufgrund mehrerer großer Wahlen die Veröffentlichungen zuletzt etwas stotterten, sodass jetzt die Kurzauswertung der Bürgerumfrage 2019 zusammen mit der Gesamtauswertung der Bürgerumfrage 2018 erscheint. Die Daten spiegeln die Stadtgesellschaft also in der Zeit vor ca. 0,5 bis 1,5 Jahren wider, somit vor der COVID-19-Pandemie.