Im Mariannenpark mussten aus Sicherheitsgründen ganze Baumreihen gefällt werden

Für alle LeserDas war dann wohl ein bisschen untertrieben, als das Amt für Stadtgrün und Gewässer am 9. Juli meldete: „Baumschnittarbeiten im Mariannenpark beginnen am Montag“. Kaum ein Leipziger Park scheint derzeit so stark von der Trockenheit und den daraus resultierenden Folgen für die Parkbäume betroffen zu sein. Aus den Baumschnittarbeiten sind Baumfällarbeiten geworden. Obwohl das in der Meldung schon so anklang.
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„Am Montag, 13. Juli, wird im städtischen Auftrag mit den Baumschnittarbeiten zur Wiederherstellung der Verkehrssicherheit im Schönefelder Mariannenpark begonnen“, hatte das Amt erläutert. „Um Gefahr zu vermeiden, werden den Sommer über einzelne Parkteile temporär so kleinräumig wie möglich abgesperrt. Wegen der großen Bruchgefahr durch abgestorbene Äste und Kronenteile sowie zahlreichen gänzlich toten Bäumen lassen sich die Arbeiten aus Sicherheitsgründen nicht in die vegetationsarme Zeit im Herbst und Winter verschieben.“

Vertrocknete Bäume sind mittlerweile in immer mehr Leipziger Parks und Grünanlagen zu sehen, aber auch im Auenwald.

Schon vor einem Jahr äußerte das Amt für Stadtgrün und Gewässer seine Sorgen. Denn Leipzig erlebte da ja schon das zweite Dürre-Jahr in Folge. Die Böden sind metertief ausgetrocknet. Und die wichtigen Landregen, die die Bodenfeuchtigkeit wieder ausgleichen, sind ausgeblieben. Daran hat sich auch ein Jahr später nichts geändert.

Gefällte Baumreihe im Mariannenpark. Foto: Jan Kretzschmar

Gefällte Baumreihe im Mariannenpark. Foto: Jan Kretzschmar

„In den öffentlichen Grünanlagen sind vor allem ältere Bäume betroffen. Das liegt daran, dass die tieferen Bodenschichten ab einem halben Meter bis zwei Meter Tiefe stark ausgetrocknet sind. Punktuell kommt es dabei zum Absterben insbesondere von Ahorn, Birke, Rotbuche und Nadelgehölzen“, so das Amt für Stadtgrün und Gewässer damals.

Da wurden viele Parkbäume noch mit Sorge betrachtet in der Hoffnung, dass doch noch ein großer Regen kommt, der sie rettet. Doch der kam nicht. Das war – wie man sieht – das Aus für viele alte Bäume im Mariannenpark.

„Frisch gepflanzte Bäume werden in den ersten drei Jahren im Rahmen der Fertigstellungs- und Entwicklungspflege von den Firmen gewässert, die die Bäume in die Erde gebracht haben. Das betrifft etwa 4.300 Neupflanzungen, die von 2016 bis 2019 in die Erde kamen und sich in vertraglicher Pflege befinden“, so das Grünflächenamt vor einem Jahr.

Auch Grünflächen wie Staudenbeete und Sommerblumenbepflanzung benötigen und erhalten zusätzliche Wassergaben. Eine flächendeckende zusätzliche Bewässerung ist allerdings nicht möglich. Jede Wasserspende von Anwohnern für das öffentlichen Grün des Wohnumfeldes trägt dazu bei, dem Trockenstress der Bäume entgegenzuwirken.

Neupflanzungen berücksichtigen Klimaentwicklung

Die Mitarbeiter, die sich mit der Baumbestandsentwicklung im Stadtgrün und Neuaufforstungen befassen, berücksichtigen zudem, dass künftig häufiger Arten gepflanzt werden, die den standörtlichen Verhältnissen und den prognostizierten Klimaverhältnissen angepasst sind. Dazu zählen Arten wie etwa Amberbaum, Hopfenbuche und Blumenesche.“

Holzstapel am Wegrand im Mariannenpark. Foto: Jan Kretzschmar

Holzstapel am Wegrand im Mariannenpark. Foto: Jan Kretzschmar

So werden auch viele vertraute Baumarten aus den Leipziger Parks nach und nach verschwinden.

Und zum Mariannenpark betonte das zuständige Amt im Juli: „Ersatzpflanzungen in der denkmalgeschützten Gartenanlage sind geplant. Mit deren schrittweiser Umsetzung wird in der kommenden Pflanzperiode begonnen. Bereits zu Beginn des Jahres waren abgestorbene Bäume gefällt worden, die Parkbesucher gefährdeten. Bei Baumkontrollen nach dem Austrieb im Frühjahr wurde festgestellt, dass weitere Bäume die Dürresommer 2018 und 2019 nicht schadlos überstanden haben.“

Die liegen nun in großen Holzstapeln im Park. Sichtbares Zeichen für einen Klimawandel, den nur noch die größten Ignoranten nicht mehr sehen können.

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