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Umweltminister Wolfram Günther zum Start der Deichöffnung am Leipziger Ratsholz

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    Es schien sogar die Sonne, als Sachsens Umweltminister Wolfram Günther am Donnerstag, 22. Oktober, im Leipziger Ratsholz zusammen mit Axel Bobbe von der Landestalsperrenverwaltung Sachsen den Bau eines Durchlasses im Hochwasserschutzdeich startete. Über diesen soll der ökologisch enorm bedeutsame Leipziger Auwald künftig bei Hochwassern geflutet werden, die statistisch gesehen einmal in 25 Jahren vorkommen.

    Somit dient die Flutung dem Hochwasserschutz unterhalb gelegener Gebiete. Die Maßnahme wird durch die Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen (LTV) durchgeführt.

    Wolfram Günther hob bei diesem Termin am Ratsholzdeich die Funktionen des Waldgebiets hervor: „Der Leipziger Auwald hat eine herausragende ökologische und naturschutzfachliche Bedeutung. Allerdings wurde er vor allem im letzten Jahrhundert durch menschliche Eingriffe stark in Mitleidenschaft gezogen. Nun wollen wir das Gebiet schrittweise in großen Teilen wieder naturnäher entwickeln.

    Gleichzeitig werden wir den Auwald wieder stärker als Hochwasserrückhalteraum nutzen. Diese Funktion haben Auen ohnehin von Natur aus. Deshalb gehören Hochwasserschutz und die ökologische Gestaltung von Gewässern und Auenbereichen zusammengedacht. Mit dem neuen Deichdurchlass gehen wir einen wichtigen Schritt in diese Richtung.“

    Mit dem Bau des Durchlasses schafft die LTV außerdem die Voraussetzung, dass die Stadt Leipzig bei der Umsetzung ihres Naturschutzprojektes „Dynamische Aue“, ausgewählte Auenwaldflächen wieder stärker in das Überflutungsregime bei Hochwasser einbeziehen kann. Das Wasser aus den gefluteten Auenwaldflächen soll dann am ehemaligen Unteren Paußnitzsiel zurück in das Elsterflutbett abgeleitet werden.

    Das Problem des südlichen Auenwaldes ist nicht nur die Abdeichung zum Elsterflutbett, sondern sind auch die durch den Bergbau gekappten natürlichen Zuflüsse aus dem Süden.

    Die ersten Planungen zum Deichdurchlass hatte die Stadt Leipzig schon in den Jahren 2011/2012 beauftragt mitsamt den Untersuchungen, welche Teile der Südaue bei welchen Hochwassern überflutet werden könnten. Im Foto sieht man Wolfram Günther und Axel Bobbe mit so einer Überflutungskarte bei starkem Hochwasser, die zeigt, wie das Gebiet der Paußnitz dabei von Flusswasser durchspült wird. Das geflutete Gebiet reicht ungefähr bis zur Höhe Schleuse Connewitz. Von da fließt das Wasser dann wieder durch das Paußnitzsiel ab in das Elsterflutbett.

    Damit wird auch das Gebiet erfasst, das seit 1993 durch das Pilotprojekt „experimentelle Flutung der Paußnitz“ recht regelmäßig mit Elsterwasser geflutet wurde.

    Um die naturschutzfachlich sensiblen Gebiete zu schonen, werden die Baumaßnahmen in der vegetationsarmen Zeit durchgeführt und sollen bis Februar 2021 dauern. Der Freistaat Sachsen investiert hier rund 350.000 Euro.

    In dieser Woche beginnen die Bauarbeiten zur Öffnung des Deichs am Ratsholz

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      6 KOMMENTARE

      1. „Das Wasser aus den gefluteten Auenwaldflächen soll dann am ehemaligen Unteren Paußnitzsiel zurück in das Elsterflutbett abgeleitet werden.“

        Wenn das Wasser nur über das recht kleine Siel abgeleitet wird, wird sich das Wasser also wie bisher auch dort stauen, oder?

        Wenn sich Wasser dort staut, werden dort massiv weiter Bäume absterben und sich Bäume ansiedeln, die mit Staunässe zurecht kommen.

        Solche Baumarten kommen in Bruchwäldern vor. Das bedeutet, mit dieser Maßnahme wandelt man einen Auwald um in einen Bruchwald.

        Bruchwälder sind auch ganz hübsch, aber ich glaube, man sollte doch eher den Auwald erhalten?

        Ich bin sehr gespannt, wie sich diese Maßnahme auswirken wird.

        (In einem Auwald fließt das Wasser sehr flach und breit, es staut sich nicht. Natürlich gibt es in einem Auwald auch immer mal kleine Stellen, wo sich das Wasser stauen kann, hängt ja von den Gegebenheiten ab. Aber im Großen und Ganzen sollte das Wasser in einem Auwald unbehelligt flach strömen können und nicht durch Gräben gezielt an eine Stelle gelenkt werden, wo es sich dann staut.)

      2. @Michael
        Vielen Dank. Ich wies nur darauf hin, dass der Kommentar zu obigem Artikel eher zu ‚off topic‘ gehört.
        Es ging um die Flutung im Ratsholz und nicht um Luppe/Nahle.

        @Michael Freitag
        Danke, aber: Die Suchfunktion funktioniert leider nicht korrekt.
        Das schrieb ich bereits an die Redaktion – ohne Reaktion!
        Es werden Artikel trotz Stichwörtern nicht gefunden; ich bezog mich auf ein Beispiel zum Holzberg und Kafril.

      3. @Michael: Nun, beide hätten auch das Archv der L-IZ nutzen können. Das Problem Altdeponie mitten im Auwald ist bekannt (und wurde lange verschwiegen).

        Zum Einstieg (weitere Artikel darunter) https://www.l-iz.de/politik/brennpunkt/2019/04/Neue-Sorgen-ueber-alte-Deponie-in-Moeckern-Buergeranfrage-zu-Umweltgefahren-morgen-im-Stadtrat-270409

        Und: https://www.l-iz.de/Topposts/2018/11/Experte-der-HTWK-wundert-sich-ueber-sanierte-Deponie-Leipzig-Moeckern-Das-duerfte-nicht-so-sein-Video-243435

      4. @Michael

        * Das ist in der LVZ auf Seite 16
        * da geht es am Ende des Artikels noch um beantragte und zu prüfende BV im Nordwesten von Leipzig. Im obigen Artikel geht es nur um das Ratsholz, südlich des Schleußiger Wegs. Da steht nichts von Verhinderung, lediglich von Komplexität der Maßnahmen.

      5. Liebe Redaktion, ihr habt vergessen dies zu erwähnen (sicher sollte die Stadtverwaltung Leipzig nicht als Verhinderer in ihrem Artikel benannt werden):

        ■ Der Wald zwischen Neuer Luppe und Nahle soll geflutet, der Deich entwidmet werden. Die Landesdirektion hat es schon erlaubt, die Stadt Leipzig Widerspruch eingelegt. Sie fürchtet, dass die ebenfalls dort gelegene Altdeponie unterspült und instabil wird.

        Quellenangabe: Leipziger Volkszeitung vom 23.10.2020, Seite 15

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