Leser fragen, wir antworten: Zur Aktion Freikäufer oder Warum soll ich für Leute die L-IZ freikaufen, die ich nicht mag?

Neulich erst verkündete mal wieder ein Fernsehsender, dass er nun eine „anonyme Mailbox“ eingerichtet habe. Die gibt es auf der L-IZ schon seit fast 2 Jahren und eine Leserin hat sie genutzt. Nachdenklichere Töne erreichten uns also heute zur Aktion „Freikäufer“ auf anonymem Weg, einige Fragen (da wir so keine Mailadresse zum antworten haben) wollen wir dazu beantworten. Es geht dabei auch um eine der Kernfragen: Wer ordnet noch für die Leser ein, wer sortiert und sammelt Informationen und stellt sie zur Verfügung, wenn es keine kritischen Journalisten mit verfügbarer Zeit mehr gibt? Wie gewohnt, unterteilen wir die Zuschrift in „Portionen“ und versuchen, die einzelnen Aspekte direkt zu beantworten.

1. Liebe Redaktion, ich finde, dass Ihr Euch in keinster Weise rechtfertigen müsst, für Eure Arbeit ein Salär zu erhalten. Ich würde mit niemandem diskutieren, entweder man erhält eine gute Leistung und bezahlt auch dafür, oder lässt es bleiben. Menschen, die interessiert sind, gut recherchierte journalistische Beiträge zu erhalten, die zahlen auch, auch wenn sie nicht so viel Geld haben. Vielleicht geht das auch halbjährlich?

Antwort: Vielen Dank, auch diese, Ihre Meinung steht angenehmerweise nicht allein im Raum – es erreichten uns in der nun abgelaufenen ersten Woche unserer „Freikäufer“-Aktion auch viele Zuschriften, die es ähnlich sehen. Dennoch ist zu dieser Sichtweise auch das Handeln gefragt. (zum Beitrag, wie kann man sich ein Login teilen)

Deshalb: Ja, ein Abonnement kann nach dem Abschluss in bis zu zwei Raten gezahlt werden. Wir wollen also gern noch einmal an diese Rechnung erinnern, in welcher auch dargestellt ist, dass man sich auch ein Login teilen kann. Zahlt man demnach beispielsweise zu Zweit die erste Hälfte der 99 Euro, sind es gemeinsam noch 49,50 Euro und pro Person „nur“ noch 24,75 Euro aktuell und in einem halben Jahr nochmals. Zu dritt sieht die Rechnung natürlich noch anders aus …

2. Aber ich würde nicht einsehen, für solche Trolle, wie die „Dame“, die bei Facebook solchen Mist schreibt, indirekt zu zahlen, indem diese keinen Cent für Eure Leistungen zahlt. Noch ein paar Gedanken zu diesem Hagen G.. Ich verfolge seine Ergüsse schon lange auf Facebook und Youtube, bin durch Zufall auf ihn gestoßen, kenne ihn über fünf Ecken, aber nicht direkt persönlich.

Manchmal habe ich mich gefragt, welchem Lager er zuzuordnen ist! Meine Vermutung war schon mal die „identitäre Bewegung“. Jedenfalls ist er mit Markus Johnke befreundet. Er muss auch mal sogenannte „Friedensdemos“ in Leipzig angeführt haben. Er nennt sich „liebevolle Revolution“. Ein Wolf im Schafspelz?

Manchmal weiß man wirklich nicht, wem man noch glauben kann! Es ist wirklich sehr anstrengend, alles hinterfragen zu müssen.

Antwort: Zuerst einmal zahlen die Abonnenten für die Leistung, die wir hier täglich anbieten. Reicht diese Zahl, um die L-IZ.de wieder zu öffnen, hat in der Tat auch „diese Dame“ etwas davon. Aber warum wollen wir alle ihr nicht die Chance geben, ihre Fragen auf der L-IZ in Artikeln und Beiträgen beantwortet zu finden?

Ist es besser, sie von offensichtlich wirklich benötigten Hintergründen fernzuhalten?

Wir vermuten die „Dame“, aufgrund der auf Facebook gemachten Äußerungen nicht als eine wirklich aufmerksame Leserin unserer Zeitung. Sonst hätte sie einiges mehr an Informationen zu den von ihr angesprochenen Fragen/Vorwürfen gehabt, da wir über all diese Dinge bereits berichtet hatten. Oder sie hat sich noch nie mit uns befasst und ist einfach nur mit Markus J. (Ex-Legida-Vorstand) bekannt oder, oder. (hier gehts zum angesprochenen Leserdialog dazu)

Was zur nächsten Antwort der gleichen Frage führt. Guten Journalismus macht für uns auch aus, dass man zwar Ross und Reiter benennt (oder eben auch benennen kann, wenn man unabhängig genug ist ;-), aber eben keine „Menschenjagden“ wie übliche Boulevard-Blätter veranstaltet. Wo liegt die Grenze? Nun, dort, wo man sich eben ab und zu auch mal die Zeit nehmen muss, einen Werdegang wie den von Markus J. anzuschauen und zu fragen, wie es auch für ihn zu all dem kam – und zwar mit dem Respekt, wie ihn erst einmal jeder Mensch verdient.

Dies haben wir hier zum Beispiel getan: „Ein Live-Talk zum Wundern – Legida im Selbstgespräch: Inzestuöse Debatten ohne Erkenntnis

Ihn selbst fragen konnten wir da leider nicht – er sah sich dazu nicht in der Lage (natürlich zeitlich), uns ein Interview zu geben, welches sogar beidseitig mitgeschnitten werden sollte, um fair zu sein. Doch natürlich konnten wir über ihn auch anhand des „Livetalks“ (übrigens live) berichten, weil wir auch die teils durch ihn mitorganisierten „Montagsmahnwachen“ als einziges Leipziger Medium von der ersten Veranstaltung an aufmerksam begleitet haben. So aufmerksam, dass Hagen G., welcher da ebenfalls mitorganisierte, zwischenzeitlich der Meinung war, ein Journalist von uns müsste dort etwas in einem Redebeitrag sagen.

Was nicht Aufgabe eines Journalisten ist – wie es ein Jürgen Elsässer beispielsweise anders und aus unserer Sicht eben falsch versteht, vom „Journalisten“ zum Aktivisten zu werden und bei Legida auf der Bühne zu sprechen. Was übrigens, wie auch bei Montagsmahnwachen-Mitveranstalter Hagen G. zuerst einmal klarstellt, dass seine Publikationen ganz grundsätzliche Ausrichtungen und Ziele haben. Es geht nicht ums bloße Berichten – es sind im besten Falle Kampagnen-Publikationen unter Beugung von Faktenlagen.

Prägendes Merkmal daran ist immer, dass sich die ganz, ganz großen Weltthemen wiederfinden (oft schwer prüfbare Behauptungen aufgestellt werden), welche man immer so oder so darstellen kann. Lokale (also nachvollziehbare) oder gar investigative Erkenntnisse sind hingegen äußerst schwach vertreten. Wie übrigens auch bei Legida, welche zum Beispiel keine Kenntnisse vom Leipziger Kommunalhaushalt bewiesen, sich in absurden Kostenvergleichen verstiegen und somit mit falschen Fakten gegen Flüchtlinge polemisierten. Dies konnten wir innerhalb eines Livetickers also wirklich live beantworten und widerlegen.

Irritierenderweise werden jedoch gerade die angesprochenen halbgaren Geschichten der genannten Publizisten dann von „Lügenpresse“-Rufern konsumiert. Weil es ihnen eben nicht um eine klare Presse, sondern um die Bestätigung ihrer Ängste, teilweise auch Ressentiments und Vorurteile geht. Was man Hagen G. zugute halten muss: Er versucht, für mehr Frieden auf der ganzen Welt zu publizieren. Nur fehlen ihm zu oft Handwerk, Erfahrung und Kenntnisse vor Ort.

Dies alles und noch viel mehr haben wir – bei den Mahnwachen beginnend, über die Spaltung der Organisatoren, linker Friedensaktivisten dort bis hin zu Verschwörungstheorien und den weiteren Abläufen bis heute, hin zu einer deutlich radikalisierteren Legida – immer wieder auf der L-IZ.de beschrieben.

Der angesprochene begleitende und ausführliche Artikel-Komplex „Montagsdemo“ oder „Montagsmahnwachen“ 2014 als teilweiser „Legida-Vorlauf“ findet sich hier.

Deshalb: Ja, es ist schwierig manche Abläufe und Motivationen zu verstehen. Doch wir haben seit Sommer 2014 auch bei dem Thema jede Menge Zeit investiert, um es auch unseren Lesern zu ermöglichen. Wir haben uns also auch für Sie angestrengt ;-)

3. Auch die Seite „Wir für Leipzig“ ist sehr merkwürdig! Rechtes Gedankengut? Manchmal kann man nur noch den Kopf schütteln, was manche Leute für Dünnschiss von sich geben.

Antwort: „Wir für Leipzig“ ist die offizielle Facebookseite der Leipziger NPD gewesen. Dies kann man auch noch im Namen der Seite und der Deklaration als „Politische Partei“ erkennen. Nach seinem „Rauswurf/Austritt“, hat diese Ex-NPD-Mitglied und Stadtrat Enrico Böhm quasi gekapert und verbreitet nun seine rechtsradikalen Theorien unter dem Mäntelchen einer „Bürgerinitiative“.

Die aktuelleren Wege dieses heutigen Leipziger Stadtrates führen von zwei „Fackelmärschen“ 2014 vor der damaligen, ersten Leipziger Flüchtlingsnotunterkunft in der Löbauer Straße, über eine „Anti-Moschee“-Petition in Gohlis, Legida-Aufmärschen bis hin zu diversen Straftaten, für die er sich teilweise bis heute noch vor Gericht zu verantworten hat. Auch darüber haben wir immer vor Ort in Schönefeld, in Gerichtssälen und im Leipziger Stadtrat teils live stets berichtet.

Zu Artikeln, in denen der heutige Leipziger Stadtrat u. a. auftaucht auf L-IZ.de

Auch hier ist also über das L-IZ-Archiv bis heute alles vorhanden, um eine eigene Position oder gar Meinung dazu zu entwickeln.

Man darf natürlich immer auch „die Anderen“ toll finden, auch wenn es manchmal schwerfällt, betrachtet man manche Haltung. Aber all dies entbindet eben nicht davon, auch selbst als mündiger Bürger den Willen zur Informationswahrnehmung zu haben. Vielen Dank also nochmals hier am Schluss für Ihre Aufmunterung an uns wegen des Ziels, von unserer Arbeit leben zu können.

Und doch ;-) Wir müssen und werden es immer weiter erklären, worum es hier geht. Die vorgeschlagene Aktion Freikäufer ist einmalig im Netz, verlässt ausgetretene Pfade und ist demnach erklärungsbedürftig.

Zur Beschreibung der Aktion „Freikäufer“ auf der L-IZ.de

MedienFreikäuferLeipzig
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