Ökolöwe bestärkt die Forderung nach einer Öffnung des Auenwaldes für die Gewässer

Für alle LeserEigentlich ist beim Leipziger Auenwald alles klar. Zumindest aus Sicht der Stadt Leipzig. Oder besser: des Dezernats Umwelt, Ordnung, Sport, dem wir wahrscheinlich das Wörtchen „Umwelt“ demnächst genauso fortnehmen werden wie dem Sächsischen Landwirtschaftministerium. Am 24. Oktober steht der Forstwirtschaftsplan zur Abstimmung auf der Tagesordnung des Stadtrats. Und die Ratsfraktionen haben die einmalige Chance, den Unwillen des Dezernats, sich mit Umweltschutz zu befassen, zu beenden. Indem sie den Plan ablehnen.

Der Auenwald ist Naturschutzgebiet nach europäischem Standard. Normalerweise gilt hier ein generelles Verschlechterungsverbot. Eingriffe dürfen nur schonend erfolgen, Rahmenbedingungen müssten eigentlich sogar verbessert werden. Und Wirtschaftsinteressen dürfen nicht über Naturschutzinteressen stehen.

Und dass die bislang vom Amt für Stadtgrün und Gewässer fabrizierten Forstwirtschaftspläne dem überhaupt nicht genügten, hat das Leipziger Ordnungsdezernat im letzten Jahr schweren Herzens eingestanden. Und endlich einen Forstwirtschaftsplan fabriziert, der dem Stadtrat zur Genehmigung vorgelegt wird – mit einigen Änderungen gegenüber dem zuvor vorgelegten Plan.

Änderungen, die aber den massiven Holzeinschlag nicht beenden.

Ein Thema, das erst fassbar werden wird, wenn die Sägen wirklich loskreischen.

In einem Punkt ist die Abteilung Stadtforsten, die für den Wald zuständig ist, den Kritikern entgegengekommen: Man will nicht mehr flächendeckend die über 100 Jahre alten Bäume aus dem Wald holen. Die sind nämlich für das Biotop Auenwald unersetzlich.

Flächenfällung in der Hans-Driesch-Straße 2017. Foto: Jan Kaefer

Flächenfällung in der Hans-Driesch-Straße 2017. Foto: Jan Kaefer

„Stark- und Biotopbäume bleiben stehen! Durch neue Rechtslage und Rechtsprechung gibt es jetzt ein extra spezielles Prüfverfahren für den Schutz des Leipziger Auwaldes. Dies hat der Ökolöwe zusammen mit der Abteilung Stadtforsten der Stadt Leipzig in die Wege geleitet“, versucht der Leipziger Ökolöwe diesen kleinen Fortschritt zu beschreiben. Der aus Sicht der Umweltverbände ein großer Fortschritt ist.

Denn bislang hat die Leipziger Stadtförsterei nicht die Bohne interessiert, wie viele geschützte Tierarten durch die Fällung der alten Bäume ihren Lebensraum verlieren.

Das soll sich jetzt endlich ändern, hofft er Ökolöwe. Denn aufgrund seiner Einzigartigkeit genießt die grüne Lunge Leipzigs europäischen Schutzstatus.

„Naturschutz ist das oberste Ziel im Leipziger Auensystem. Alles andere muss sich unterordnen“, fordert Friederike Lägel, umweltpolitische Sprecherin vom Ökolöwen.

So engagiere sich der Ökolöwe seit Jahren, eine naturschutzfachliche und rechtliche Konformität der forstlichen Maßnahmen sicherzustellen. Naturschutzfachliche Begehungen und Beratungen, Kartierungen, Erhöhung von Totholz und der Erhalt alter und geschützter Bäume seien dafür Beispiele.

Jetzt kommt für forstliche Maßnahmen ein naturschutzfachliches Prüfverfahren hinzu, bei dem Arten und Lebensräume noch intensiver im Vorfeld untersucht werden sollen.

„Nach unseren Kenntnissen gab es das in Sachsen noch nie“, sagt Friederike Lägel. „Es ist das erste Mal, dass europäisches Recht in nationales Recht integriert wird und das in konstruktiver Zusammenarbeit zwischen Ökolöwen und der Abteilung Stadtforsten.“

Zudem soll erstmals eine ökologische Forstbegleitung stattfinden. Das bedeutet, dass Bäume kurz vor der Fällung durch Sachverständige kontrolliert werden sollen. Hierbei soll das Risiko ausgeräumt werden, unbeabsichtigt unentdeckte Lebensstätten zu zerstören oder Tiere zu verletzen bzw. zu töten.

Des Weiteren werde jetzt auch die von der Abteilung Stadtforsten so gern vorgeschobene Verkehrssicherheit abgestuft. An Hauptverkehrswegen werde diese weiterhin vorsorglich stattfinden müssen, damit die Leipzigerinnen und Leipziger sicher im Auwald unterwegs sein können, so der Ökolöwe.

Baumfällungen 2017 an der Hans-Driesch-Straße. Foto: Jan Kaefer

Baumfällungen 2017 an der Hans-Driesch-Straße. Foto: Jan Kaefer

„Gut abgestimmte und sensible Forstmaßnahmen können grundsätzlich geeignet sein, in einem gewissen Umfang einen auentypischen Zustand zu erreichen. Sie sind aber in ihrer Wirkung begrenzt und ersetzen keinesfalls natürliche Prozesse“, betont Friederike Lägel etwas, was so in der Leipziger Walddiskussion noch nicht allzu oft zu hören war. Bislang setzten das Ordnungsdezernat und die Abteilung Stadtforsten vehement auf den Umbau des Waldes in großen Teilen zum Mittelwald, einer mittelalterlichen Form der Waldbewirtschaftung, die menschliche Eingriffe dauerhaft nötig macht.

Denn im Unterschied zum sich selbst regulierenden Auenwald ist Mittelwald eine Bewirtschaftungsform.

Und dass sich das Denken im Ordnungsdezernat noch lange nicht geändert hat, auch nicht mit dem neuen Forstwirtschaftsplan, das belegt ein einziger Passus aus der Verwaltungsvorlage:

„Es bestand Rechtsunsicherheit wegen der möglicherweise bestehenden Verpflichtungen der Stadt Leipzig, Forstverwaltung, ob das Forsteinrichtungswert der Stadt Leipzig (Vorlage VI-DS-01394) als auch die jährlichen forstlichen Wirtschaftspläne eine FFH-Verträglichkeitsprüfung oder eine strategische Umweltprüfung einschließlich Verpflichtungen zur Öffentlichkeitsbeteiligung erfordern würden.

Das daraufhin eingeholte Rechtsgutachten hat ergeben, dass sowohl das Forsteinrichtungswerk, als auch die jährlichen forstlichen Wirtschaftspläne weder eine FFH-Verträglichkeitsprüfung noch eine strategische Umweltprüfung einschließlich Öffentlichkeitsbeteiligung erfordern. Die Planwerke gehören nicht dem Bereich des öffentlich-rechtlichen hoheitlichen, sondern dem des fiskalischen Handelns an und sind damit verwaltungsprivatrechtlicher Natur.“

Damit wird der Anspruch des Ökolöwen, Naturschutz habe im FFH-Gebiet Auenwald Vorrang, ausgehebelt. Hier steht es schwarz auf weiß: Das „fiskalische Handeln“ hat für Leipzigs Verwaltung Vorrang. Es geht um 7.000 Festmeter Holz, das unbedingt aus dem Wald geholt werden soll. Obwohl es in keinem einzigen der ausgewiesenen Einschlaggebiete einen Druck gibt, dort massiv Bäume zu fällen.

Das erwähnte Rechtsgutachten ist auch nicht öffentlich. Was nur dann Sinn macht, wenn selbst die Verwaltung das Gefühl hat, dass es einer externen Prüfung wohl nicht standhalten würde.

Und das Fällen der Bäume ist auch noch mit einem miserablen wirtschaftlichen Ergebnis verbunden, bei dem Erträgen von 275.788,67 Euro Aufwendungen von 1.901.366,72 Euro gegenüberstehen. Das hat mit einem schonenden Umgang mit dem Wald nicht viel zu tun.

Und so sieht man es eigentlich auch bei Ökolöwen.

Eigentlich ist nicht dieser nach Festmetern lechzende Waldumbau das, was dem Auenwald hilft. Das ist etwas völlig anderes, bei dem sich das Leipziger Ordnungsdezernat aber genauso schwertut.

Friederike Lägel: „Die Leipziger Auenlandschaft hat nur dann eine Zukunft, wenn sie wieder revitalisiert wird. So muss sie wirksam und natürlich an die Gewässer angebunden werden. Denn nur so können natürliche Prozesse wieder stattfinden.“

Leipziger Zeitung Nr. 60: Wer etwas erreichen will, braucht Geduld und den Atem eines Marathonläufers

 

AuenwaldÖkolöweForstwirtschaftsplan
Print Friendly, PDF & Email
 
14 Kommentare


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Wie weiter mit der Fußballsaison? Wieso Abbruch und „Weiter so“ nicht so einfach sind
Die Leidenschaft in der Leidenszeit - kluge Lösungen dringend gesucht. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserEgal ob Bundesliga oder Kreisklasse: Der Ball ruht bis auf Weiteres. Niemand weiß, wann es weitergeht und vor allem weiß niemand, was passiert, wenn es nicht weitergehen kann. Eine solche Situation kennt der deutsche Fußball nicht, die Unwissenheit quält auch die Fußballklubs in Sachsen und in Leipzig. Was wird aus den Früchten der bisherigen Arbeit? Verschiedene Möglichkeiten sind denkbar, aber bei allen würden die Beteiligten gegen Wände laufen.
Montag, der 6. April 2020: Ordnungsamt registrierte mehr als 1.000 Verstöße gegen Corona-Regeln
Das Ordnungsamt kontrolliert, ob die Corona-Regeln eingehalten werden. Archivfoto: L-IZ.de

Archivfoto: L-IZ.de

Für alle LeserPolizei und Ordnungsamt kontrollieren weiterhin eifrig, ob sich die Leipziger/-innen an die strengen Ausgangsregeln halten. Das Ordnungsamt hat heute eine Zwischenbilanz veröffentlicht. Außerdem gibt es neue Regeln für den Wochenmarkt, ein abgesagtes Bachfest und einen gescheiterten Eilantrag gegen die sächsische Allgemeinverfügung. Die L-IZ fasst zusammen, was am Montag, den 6. April 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Vorwürfe gegen Asylunterkunft nahe Leipzig: Fehlende Hygiene und „Bestrafung“ für Bewohner
Erstaufnahmeeinrichtung in Dölzig im Sommer 2015. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserBewohner/-innen der Asylunterkunft in Dölzig nahe Leipzig haben in den vergangenen Wochen mehrmals die hygienischen Zustände vor Ort kritisiert. Ein Wortführer wurde mittlerweile nach Chemnitz verlegt – angeblich aus medizinischen Gründen. Er selbst fühlt sich dafür „bestraft“, Missstände angesprochen zu haben. Zudem wurde ein MDR-Team, das vor Ort drehte, von der Security bedrängt und festgehalten. Die zuständige Landesdirektion will den Vorfall prüfen.
Sachsens Ermittler werten die Beweismitel zum rechtsradikalen Versandhandel aus Leipzig noch aus
Werbung für „Mein Kampf“ von Adolf Hitler im Nachdruck. Screenshot Schelm Verlag 2016

Screenshot Schelm Verlag 2016

Für alle LeserIm Februar machte die NDR-Reportage „STRG_F“ einmal wieder darauf aufmerksam, dass seit einigen Jahren ein Leipziger Kleinversand die Welt mit rassistischem und nationalistischem Schriftgut versorgt. „Der Schelm“ nennt sich dieser nationalsozialistische Versandhandel, der seit seiner Gründung antisemitische und den Nationalsozialismus verherrlichende Literatur versendet. In der Reportage wird als einer der Vertriebsmitarbeiter der ehemalige NPD-Stadtrat Enrico Böhm ausgemacht, stellte die Landtagsabgeordnete Juliane Nagel in ihrer Anfrage an die Staatsregierung dazu fest.
Wenn Wasservögel sich in Haken und Angelschnüren verfangen
Der gerettete Höckerschwan. Foto: NABU Leipzig

Foto: NABU Leipzig

Für alle LeserEigentlich denkt man sich ja, wenn man so vorbeiradelt an den Anglern an Fluss und See, dass sie wissen, was sie tun und dass sie ihr Besteck nach dem Angeln wieder einräumen und mitnehmen. Aber das ist bei einigen Zeitgenossen wohl nicht der Fall, wie der NABU Leipzig jetzt feststellen muss. Denn er findet immer wieder Angelhaken und Angelschnüre – und immer wieder verletzen sich auch die Wasservögel daran. Der Naturschutzbund appelliert an die Angler.
Wegen Corona: Bachfest 2020 in Leipzig abgesagt
Bachfest Leipzig 2017: Eröffnungskonzert mit dem Thomanerchor in der Leipziger Thomaskirche. Foto: Bachfest Leipzig/www.malzkornfoto.de

Foto: Bachfest Leipzig/www.malzkornfoto.de

Für alle LeserDas war dann nur folgerichtig, denn auch im Juni werden die Folgen der Corona-Pandemie noch nicht ausgestanden sein. Am Montag, 6. April, wurde das Bachfest 2020 abgesagt. Und weitere Feste auch in Leipzig werden folgen. Denn auch das Ende der rigiden Ausgangsbeschränkungen bedeutet nicht das Ende der Epidemie. Das Bachfest Leipzig 2020 entfällt aufgrund der COVID-19-Pandemie, teilte das Bach-Archiv Leipzig am Montag mit.
Die lakonischen Antworten des Oliver Schenk auf die Mutmaßungen eines Meißener AfD-Abgeordneten
Pegida Dresden am 1. Juli 2019 am Hauptbahnhof. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDie sächsische AfD nimmt zwar auch gern an diversen Demonstrationen und Kundgebungen teil, gern auch an den PEGIDA-Spaziergängen in Dresden. Aber nur zu gern unterstellt die rechtslastige Partei den Gegendemonstranten dieser Veranstaltungen, sie wären gekauft. Gar von der sächsischen Staatsregierung. Eine Unterstellung, gegen die sich jetzt Oliver Schenk, Chef der sächsischen Staatskanzlei, mit sehr lakonischen Worten verwahrt.
Leipzig wäre bereit, 20 Kinder aus griechischen Flüchtlingslagern aufzunehmen
Refugees Welcome. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDas Herz sitzt nun einmal links. Egal, was die neuen politischen Krawallmacher so erzählen, die so gern den Linksterrorismus beschwören und gleich mal alles, was aus ihrer harten und egozentrischen Sicht „links“ ist, mit verteufeln. Aber links bedeutet nun einmal auch Empathie mit den Schwächeren. Auch mit den Menschen, die in griechischen Flüchtlingslagern gestrandet sind. Den Kindern erst recht. Der Leipziger Stadtrat hat sich Ende März mit einer Resolution zur Aufnahme von Kindern und Jugendlichen bekannt. Aber wie steht die Stadtverwaltung dazu?
Philharmonie Leipzig erinnert mit Orchester-Video daran, wie überlebenswichtig Musik ist in dieser Zeit
Blick zum Turm der Peterskirche. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm Freitag, 3. April, hätte es in der Peterskirche eigentlich das große Carmina-Burana-Konzert der Philharmonie Leipzig zusammen mit dem Philharmonischen Chor, Solisten und MDR Kinderchor geben sollen. Das war – wie jedes dieser Konzerte – fast ausverkauft. Und musste natürlich aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen abgesagt werden. Doch wie so viele Orchestermusiker in dieser Zeit wandten sich auch die Mitglieder der Philharmonie Leipzig mit einem berührenden Video an die Öffentlichkeit. Und es ging viral.
Wegbereiter. Wegbegleiter: Wie Paten, Stifter und Festivalintendanten begabten Musikern helfen beim Start
Heide Schwarzweller (Hrsg.): Wegbereiter. Wegbegleiter. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle Leser„Wir alle erleben momentan surreale Zeiten, deren wirtschaftliche Folgen vor allem für eine Berufsgruppe spürbar real sind: Musiker“, schreibt uns Heide Schwarzweller, die nach Ende ihres Berufslebens einen innigen Wunsch in die Tat umsetzte: Sie hob einen Konzeptpreis für Musiknachwuchstalente ins Leben und benannte ihn nach Felix Mendelssohn Bartholdys begabter Schwester Fanny, die zu Lebzeiten nie die Chancen erhielt, die ihr Bruder hatte. Das Buch erzählt nicht nur von diesem Förderpreis.
Corona-Hilfe made in Leipzig: Initiativen, Ideen und Hilfsangebote aus der Zivilgesellschaft zur Milderung der Coronakrise + Update
Alles dicht im Einkaufsmekka Bahnhofspromenaden - nur Apotheken, Lebensmittelhändler und Drogerien haben noch geöffnet. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserIn den vergangenen Tagen ist nach dem atemlosen Zuschauen der hereinprasselnden Verfügungen und Veränderungen seitens des Freistaates Sachsen eine erste Welle von Ideen und Initiativen entstanden. Alle sollen dazu dienen, über die staatlichen Lösungsangebote hinaus, erste Auswirkungen der Corona-Krise abzufedern. Die LZ hat die besten Initiativen herausgesucht und hofft, dass sich je nach eigenen Prioritäten auch die Leser unserer Zeitung an der einen oder anderen gelungenen Idee beteiligen.
Ohne strenge Schutzauflagen wird ein Hochfahren des öffentlichen Lebens in Deutschland nicht zu machen sein
Lieber Abstand halten -auch am Cospudener See. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDer Umgang mit der Covid-19-Pandemie hat auch in Deutschland einige negative Seiten der Globalisierung offengelegt. So die durchaus beängstigende Tatsache, dass die Produktion wichtiger medizinischer Güter wie Schutzkleidung und Schutzmasken seit Jahren ausgelagert wurden nach Asien. Dabei ist gerade bei der Bewältigung einer Epidemie nationale Handlungsfähigkeit überlebenswichtig. Forscher der Leopoldina haben jetzt ihre zweite Einschätzung zu den Maßnahmen in Deutschland geschrieben.
Blinder Fleck: Solo-Selbstständige fallen bei Bund und Freistaat einfach durchs Raster
Wie lange reicht das noch? Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie Corona-Krise zeigt nicht nur, welche Berufsgruppen tatsächlich systemrelevant und nicht ersetzlich sind. Sie zeigt auch, wer sofort in Nöte gerät, wenn alle öffentlichen Veranstaltungen abgesagt werden. Und wie unfähig heutige Politiker inzwischen sind, all jene Selbstständigen überhaupt mitzudenken, die das ganze Risiko der Selbstvermarktung tragen und in den vergangen Jahrzehnten erlebt haben, wie ihre Arbeit immer mehr prekarisiert wurde. Das thematisieren jetzt ein Offener Brief an Leipzigs OBM und eine Forderung der Gewerkschaft ver.di.
Auszüge aus Francis Neniks „Tagebuch eines Hilflosen“ #26
Wer Epidemien verhindern möchte, forscht vorsorgend. Grafik: L-IZ

Grafik: L-IZ

Für alle LeserUnd weiter geht's in der großen Ironie namens Geschichte, die wir gerade unsere Gegenwart nennen ... Die Trump-Regierung hat zwei Monate vor Ausbruch des Coronavirus heimlich, still und leise ein USAID-Hilfsprogramm zur Pandemiebekämpfung beendet. Das Programm war 2009 als Reaktion auf Ausbreitung der Vogelgrippe entstanden und trug den Titel „predict“ („vorhersagen“).
Zahl der privaten Pkw in Leipzig auch 2019 weiter gestiegen
Privatbesitz an Pkw in Leipzig 2019. Grafik: Stadt Leipzig

Grafik: Stadt Leipzig

Für alle LeserZurzeit sind zwar Straßenbahnen und Busse in Leipzig relativ leer. Fast hat man schon wieder vergessen, wie vollgestopft sie noch vor vier Wochen im Berufsverkehr waren. Und das trotz stagnierender Fahrgastzahlen. Dass Leipzig die Stärkung seines ÖPNV über Jahre viel zu sehr vertrödelt hat, macht noch eine andere Zahl sichtbar, die das Amt für Statistik und Wahlen am 1. April veröffentlicht hat.