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Engagement für eine zukunftsfähige Stadt: Vier Initiativen und Organisationen im Videoclip vorgestellt

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    Am Freitag, 20. November, wurde der Leipziger Zukunftspreis vergeben. Früher hieß er mal Agenda-Preis – nach der Agenda 21, die in Rio de Janeiro 1992 beschlossen wurde. 2019 richtete sich das Leipziger Agenda-Büro neu aus und veränderte auch die Modalitäten zum Agenda-Preis, der seitdem Zukunftspreis heißt. Und weil Corona zu allerlei Neuerungen zwingt, wurde er diesmal auch nicht in einer Festveranstaltung vergeben, sondern in einer digital-analogen Hybridveranstaltung.

    Ein Preisgeld von insgesamt 12.000 Euro erhielten Organisationen und Initiativen, die sich in unterschiedlicher Weise für eine nachhaltige Entwicklung in Leipzig engagieren. Die Preisgelder wurden zur Verfügung gestellt von der Leipziger Gruppe, der Sparkasse Leipzig, der VNG AG sowie von der Stiftung Bürger für Leipzig. Daneben unterstützt die WEV – Westsächsische Entsorgungs- und Verwertungsgesellschaft mbH junge Initiativen mit einer Starthilfe im Rahmen des Projektfonds des Zukunftspreises.

    Das Forum Nachaltiges Leipzig, das den Wettbewerb veranstaltet, hat jetzt auch dreiminütige Clips zu den vier Preisträgern produziert, die wir hier verlinken.

    Dies sind die Preisträger des Leipziger Zukunftspreises 2020:

    „again fashion“ hat ein zukunftsfähiges Konsummodell entwickelt: Ökologisch und fair produzierte Kleidung kann zusätzlich zum konventionellen Kauf auch monatsweise gemietet werden. Nach der Miete haben die Kundinnen und Kunden die Chance, ihre Kleidung zu kaufen oder aber zurückzugeben.

    Dadurch wird der Kleiderkonsum deutlich zielgenauer, es gibt keine Fehlkäufe und Ressourcen werden massiv eingespart. Laudator Dr. Harald Langenfeld von der Sparkasse Leipzig lobte das nachhaltige Kleidungskonzept: „Der again fashion concept store hat eine überzeugende Antwort auf die Frage gefunden, wie ein nachhaltiger Umgang mit Kleidung Spaß machen kann.“

    again fashion

    Seit vielen Jahren schon setzt sich der Bürgerverein Sellerhausen-Stünz für die Entwicklung und Verschönerung des Stadtteils Sellerhausen-Stünz ein. Ob eine neue Buslinie, ein Spielplatz, oder die regelmäßigen Parkpflege-Einsätze – an vielen Stellen im Stadtteil und in der Wahrnehmung der dort lebenden Menschen konnte der Verein Spuren hinterlassen.

    Mit Veranstaltungen wie dem Parkfest, dem Teichkonzert und dem Adventslicht trägt der Bürgerverein zu einer Vernetzung von Akteuren und Initiativen im Stadtteil bei und bringt die Menschen zusammen. Die Stiftung Bürger für Leipzig zeichnet den Bürgerverein Sellerhausen-Stünz für sein außergewöhnliches Engagement mit dem Leipziger Zukunftspreis in der Kategorie „Engagiert in Leipzig“ aus.

    Bürgerverein Sellerhausen-Stünz

    Im Jahr 2017 initiierte der Förderverein der Kurt-Masur-Schule eine Schulpartnerschaft mit der Karalo-Primary-School in Tansania. Seitdem ist der kulturelle Austausch fester Bestandteil des Schullebens: Lehrerinnen und Lehrer besuchten die jeweils andere Schule, Lieder und Sportspiele wurden ausgetauscht und der Förderverein unterstütze die Karalo-Primary-School bei einem Schulgebäudeneubau und der Anschaffung von Medientechnik.

    „In all diesen Tätigkeiten ist der Gedanke des respektvollen und partnerschaftlichen transkulturellen Austausches deutlich zu spüren. Für die Kinder, deren Blick in die Welt so erweitert und sensibilisiert wird, ist das Projekt ein großer Gewinn“, hob Bodo Rodestock, Mitglied des Vorstands der VNG AG, in seiner Laudatio hervor.

    Förderverein der Kurt-Masur-Schule – Schulpartnerschaft mit der Karalo-Primary-School in Tansania

    Das Mütterzentrum Leipzig hat mit der Upcycling-Werkstatt Restlos einen Ort geschaffen, an dem Kreativität, Handwerk und ein Verständnis für Nachhaltigkeit zusammengeführt werden: In einer großen Halle werden Reststoffe gesammelt und wie in einem Baumarkt sortiert und ausgestellt. Angeleitet durch das Restlos-Team entsteht aus dem ehemaligen „Müll“ Neues. Das können kleine Basteleien sein, aber auch große Projekte, wie Zimmerlampen und andere Einrichtungsgegenstände.

    Zur Verarbeitung stehen viel Platz und hochwertiges Werkzeug zur Verfügung. Neben dem Basteln lernen die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen Tipps und Tricks zur Mülltrennung und Wiederverwertung von Materialien. Michael Theis von der Leipziger Gruppe würdigte in seiner Laudatio das Projekt Restlos, da es „das oft abstrakte Thema Nachhaltigkeit handfest erlebbar und im wahrsten Sinne des Wortes anfassbar macht.“

    Restlos – Das kreative Upcyclingprojekt

    Im Jahr der Pandemie wurde die Preisverleihung kreativ den Umständen angepasst: Die Nominierten erhielten im Vorfeld einen Präsentkorb mit nachhaltigen, regionalen Köstlichkeiten und ein kleines Catering nach Hause geliefert. Die Preisverleihung selbst fand als Videokonferenz statt, in welcher Oberbürgermeister Burkhard Jung digital und live die ausgezeichneten Projekte bekannt gab.

    Die Verleihung der Urkunden erfolgte überraschend analog: Das Team vom Forum Nachhaltiges Leipzig klingelte an der Tür und überreichte die Urkunde mit Maske und Abstand. Als Trost für die ausgefallene festliche Preisverleihung im Rathaus erhielten die Gewinner einen Imagefilm über ihr Projekt.

    Der Leipziger Zukunftspreis wurde durch das Forum Nachhaltiges Leipzig initiiert und wird für Aktivitäten vergeben, die zur nachhaltigen Entwicklung der Stadt Leipzig beitragen. Neben dem jährlichen Zukunftspreis steht mit dem Projektfonds eine weitere Unterstützung zur Verfügung. Hier können neue Initiativen und Projekte fortlaufend eine Starthilfe von pauschal 500 Euro beantragen.

    Leipziger Zeitung Nr. 85: Leben unter Corona-Bedingungen und die sehr philosophische Frage der Freiheit

     

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