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April-Zahlen machen erstmals steigende Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit sichtbar

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    Auch Leipzig erlebt in der Corona-Ausnahmesituation etwas, was es seit über 15 Jahren nicht mehr gab: einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosenzahl. Parallel zu einem massiven Anstieg der Kurzarbeiterzahlen. Während die meisten Unternehmen zumindest im April noch versuchten, ihre Angestellten zu halten, gab es neben den kurzfristigen Entlassungen aus einigen Unternehmen auch noch die ziemlich ungewollte Aufgabe so mancher bislang selbstständigen Erwerbstätigkeit, man denke nur an all die freien Künstler und Solo-Selbstständigen, denen schon ab März die Einnahmen wegbrachen.

    „Die Coronakrise bewirkte im April einen signifikanten Anstieg der Arbeitslosigkeit in Leipzig“, kommentiert der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Steffen Leonhardi die neuen Zahlen.

    „Die Entwicklung ist damit gegenläufig zum Trend der vergangenen Jahre mit einem Rückgang der Arbeitslosigkeit zu diesem saisonalen Zeitpunkt. Die Einschränkungen des wirtschaftlichen Handelns infolge der zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus eingeleiteten Maßnahmen spiegelt sich im April in einem deutlichen Rückgang der Nachfrage nach Arbeitskräften in vielen Betrieben wider. Mithilfe des Kurzarbeitergeldes bauen wir vielen Unternehmen eine Brücke, ihre Mitarbeitenden zu halten und damit die Arbeitslosigkeit für die Menschen zu vermeiden.“

    Insgesamt waren im April 22.892 (Vormonat 19.767) Männer und Frauen in Leipzig arbeitslos gemeldet. Der Anstieg im Vergleich zum März betrug 3.125 Personen. Im Vergleich zum April 2019 ist die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen um 3.549 angewachsen.

    Seit dem 18. März, dem Shutdown in Deutschland, haben in der Agentur für Arbeit 6.322 Leipziger Betriebe Kurzarbeit angezeigt. Ein Jahr zuvor waren es im gleichen Zeitraum lediglich 13.

    „Auch wenn die Bewältigung des sprunghaften Anstieges der Anzeigen zu Kurzarbeit für uns eine große Herausforderung war, ist die Nutzung dieses Instrumentes durch die Betriebe in der aktuellen Situation gut und richtig. So ist es doch das Signal der Betriebe, die Beschäftigten zu halten und damit Arbeitsplätze zu sichern“, betont Steffen Leonhardi.

    „Wir haben sehr schnell und energisch auf die Größenordnung von Anzeigen reagiert und die Mitarbeitendenzahl in der Bearbeitung mehr als verzehnfacht. Nur so konnte es uns gelingen, bis heute diese große Zahl von Kurzarbeitergeldanzeigen zu bearbeiten. Inzwischen fließt bereits Kurzarbeitergeld an eine Vielzahl von Unternehmen. Unser Anspruch bleibt, damit Arbeitslosigkeit zu vermeiden und den Unternehmen ihre bewährten Arbeitskräfte zu erhalten.“

    Nur beim Arbeitsstellenangebot gab es logischerweise einen heftigen Dämpfer.

    Beim Zugang an offenen Arbeitsstellen verzeichnete der gemeinsame Arbeitsgeberservice von Arbeitsagentur und Jobcenter Leipzig im April einen deutlichen Rückgang. Die Wirtschaft und die Verwaltung haben in den zurückliegenden vier Wochen nur 659 freie Stellen, das waren 1.223 weniger als im März und 1.536 weniger als vor einem Jahr, zur Besetzung gemeldet.

    Und wie wird es weitergehen? „Die Entwicklung im Mai wird stark davon abhängen, wie lange die Wirtschaftstätigkeit in den Leipziger Unternehmen wegen der Coronakrise eingeschränkt bleibt. Ich gehe davon aus, dass die Arbeitslosigkeit zunächst auch in den nächsten Wochen weiter ansteigen wird“, prognostiziert Steffen Leonhardi.

    Der deutliche Rückgang der als frei gemeldeten Stellen im April. Grafik: Arbeitsagentur Leipzig
    Der deutliche Rückgang der als frei gemeldeten Stellen im April. Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

    Die Zahlen zu Leipziger Arbeitsmarkt im April in Kürze

    Zum statistischen Zähltag im April betrug die Arbeitslosenquote in der Stadt Leipzig 7,3 Prozent (Vormonat: 6,3 Prozent). Im April 2019 lag sie bei 6,3 Prozent.

    Der Anstieg bei den unter 25-Jährigen betrug 397, insgesamt gibt es derzeit 2.145 Arbeitslose in dieser Altersgruppe, das sind 374 mehr als vor einem Jahr.

    Der Erhöhung bei den über 50-Jährigen lag im April bei 543, damit waren im April 6.216, 825 mehr als vor einem Jahr arbeitslos gemeldet.

    Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im zurückliegenden Monat in Leipzig gestiegen. Im April waren 4.968 Menschen langzeitarbeitslos, zum März war das ein Anstieg um 418. Im Vergleich zum April 2019 gab es 431 Langzeitarbeitslose mehr.

    Arbeitsmarktentwicklung nach Rechtskreisen SGB III und SGB II

    Im April waren 8.853 Menschen in der Arbeitsagentur Leipzig im Rechtskreis SGB III arbeitslos gemeldet. Das waren 1.845 mehr als im Vormonat und 2.363 mehr als vor einem Jahr.

    Im Jobcenter Leipzig im Rechtskreis SGB II waren 14.039 Menschen arbeitslos registriert. Das waren 1.280 mehr als im März und 1.186 mehr als vor einem Jahr.

    In Leipzig gab es im April 31.831 Bedarfsgemeinschaften. Das sind 433 mehr als im Vormonat aber 2.408 weniger als im April des Vorjahres.

    Das Jobcenter Leipzig betreut aktuell 40.364 erwerbsfähige Leistungsberechtigte. Im Vergleich zum Vormonat stieg diese Zahl um 816 an. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl um 2.814 Personen.

    Die neue Leipziger Zeitung Nr. 78: Wie Corona auch das Leben der Leipziger verändert hat

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