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Bürgerumfrage 2019: Internet und Radio sind inzwischen die wichtigsten Informationsquellen zur Lokalpolitik

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    Herzlich willkommen im Neuland. So könnte man das kleine Kapitel betiteln, in dem Leipzigs Statistiker 2019 einmal wieder nachgefragt haben, wo sich die Bürger/-innen der Stadt eigentlich über Stadtpolitik informieren. Das tun die Statistiker nämlich nur sporadisch. So wie 2012, als sie noch gemütlich vermeldeten, die Tageszeitung sei das favorisierte Informationsmedium der Leipziger. Das ist inzwischen vorbei.

    Damals, im fernen Jahr 2012, bezogen noch 59 Prozent der Bürger der Stadt Leipzig ihre Informationen zur Kommunalpolitik aus der Tageszeitung. Aus welcher genau verriet die Umfrage damals nicht. Aber so viele gibt es ja nicht in Leipzig.2019 hat sich das Frageschema zwar ein bisschen geändert. So fiel zum Beispiel die Frage nach dem „Leipziger Amtsblatt“ unter den Tisch, das 2012 immerhin 53 Prozent der Befragten als Lesestoff angaben.

    Aber dafür wurde auch damals schon nach „sozialen Netzwerken“ gefragt, aus denen sich immerhin 7 Prozent der Bürger ihre Informationen zogen. Und natürlich „sonstige Internetseiten“, die von 11 Prozent genannt wurde. 15 Prozent nannten auch die Internetseite der Stadt. Aber nach der wurde diesmal gar nicht gefragt.

    Aber in den sieben Jahren hat sich eine Menge geändert. Das Fazit der Autor/-innen: „Das Radio und die Internetseiten sind für jeweils die Hälfte der Stadtbevölkerung die wichtigsten Informationsquellen, wenn es um städtische Angelegenheiten geht. Während das Radio mit zunehmendem Alter eine immer stärkere Rolle spielt, verhält es sich bei der Internetnutzung genau umgekehrt. Jüngere Personen bevorzugen deutlich häufiger elektronische Medien zur Information als ältere.“

    Weiterhin bestehe dabei auch „ein Zusammenhang zum höchsten schulischen Abschluss. Je höher der Abschluss, desto häufiger werden elektronische Medien für städtische Informationen verwendet. Die Befragten zwischen 75 und 85 Jahren informieren sich über städtische Themen und Entwicklungen hauptsächlich nicht über das Radio, sondern durch Fernsehen und die Tageszeitung.“

    Radio bzw. Rundfunk kam 2012 immerhin auf 45 Prozent – das hat also zugelegt über so ziemlich alle Alterskohorten auf nunmehr 51 Prozent. Damit liegt es knapp an der Spitze – vor den Internetseiten, auf denen sich 50 Prozent der Leipziger/-innen informieren. Damit hat dieses Medienangebot deutlich zugelegt gegenüber 2012.

    Übrigens noch deutlicher als die „social media“, die in dieser Bürgerumfrage nur auf 23 Prozent kamen, noch deutlich hinter dem Fernsehen, das von 45 auf 34 Prozent abgesackt ist. Was ja nur zu verständlich ist: Beim MDR bekommt man nicht wirklich viele Informationen zur Leipziger Kommunalpolitik.

    Und die arme Tageszeitung?

    Die hat nicht nur ihren Spitzenplatz völlig eingebüßt, sie ist mit 38 Prozent der Nennungen mittlerweile auf Rang 3 abgerutscht. Und ihre Zukunft sieht nicht rosig aus, denn nur 23 Prozent der 25- bis 34-Jährigen informieren sich hier noch, bei den noch Jüngeren sind es nur noch 5 Prozent. Bei beiden Alterskohorten liegt „das Internet“ mit 64 bzw. 66 Prozent deutlich in Führung und spielt auch das Fernsehen mit 15 bzw. 17 Prozent nur noch eine kleine Rolle. Und auch das Radio kann hier mit 44 und 25 Prozent nicht mehr so stark punkten.

    Was ja eindeutig heißt: Die Zukunft der Kommunalpolitik liegt im Internet.

    Das Verblüffende ist sogar: Mit 58 Prozent bevorzugen sogar mehr Männer als Frauen das Internet als Informationsquelle. Die Frauen nutzen es nur zu 44 Prozent, schauen dafür lieber Fernsehen, obwohl es da weniger Kommunalpolitik gibt.

    Zu den „social media“ ist noch anzumerken: Die Verwaltung wollte zu gern wissen, ob die Kanäle der Stadt eigentlich bei den Leipziger/-innen bekannt sind. Ergebnis: 33 Prozent kennen den ein oder anderen Kanal. Verblüffend ist freilich, dass 63 Prozent der jungen Nutzer tatsächlich Facebook nutzen, nur 26 Prozent den Instagram-Kanal der Stadt.

    Da ist augenscheinlich noch einiges in Bewegung. Aber ziemlich eindeutig ist der Trend zu (multimedialen) Angeboten im Internet. Und der Abschied von der einen als Maßstab geltenden Tageszeitung.

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