1.800 Kita-Plätze zusätzlich binnen zwei Jahren

OBM will 45 Millionen extra für 13 zusätzliche Leipzig-Kitas investieren

Für alle LeserJetzt aber mit einem großen Ruck. Für 45 Millionen Euro will OBM Burkhard Jung binnen zwei Jahren 13 zusätzliche Kitas in Leipzig bauen lassen. Das kündigte er am Montag, 25. September, an. 13 neue Kindertagesstätten zusätzlich zu dem, was die Stadt sowieso schon geplant hat. Denn Ende 2018, so wünscht er es sich, soll die Leipiger Kita-Klemme sich endlich entspannen.

Da hilft aber nur noch ein Ruck. Denn als der Bund das gesetzliche Anrecht von Eltern auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr beschloss, habe er wohl völlig vergessen, was Städte tun sollen, die sowieso schon ein starkes Bevölkerungswachstum aufweisen, kritisiert Jung. Wo sollen die die rasant wachsenden Bedarfe aus dem Boden stampfen in der kurzen Frist?

Leipzig hat das bekanntlich nicht geschafft, obwohl die Stadt seit 2006 über 9.000 zusätzliche Kita-Plätze geschaffen hat. Die Zahl der betreuten Kinder unter 6 Jahre stieg von 24.000 auf 36.000. Und es reicht trotzdem nicht. Die Zahl der Kinder wächst schneller, als neue Kitas gebaut werden.

577 neue Kita-Plätze sind 2017 schon entstanden, weitere 249 gehen bis Jahresende noch ans Netz, rechnet Thomas Fabian, der zuständige Sozialbürgermeister, vor. 2018 sind neue Kita-Plätze im Umfang von 1.398 geplant, im Folgejahr dann 1.867.

Ein Bedarf, der auch deshalb wächst, weil immer mehr Eltern den Anspruch auf einen Betreuungsplatz für die Kleinen schon im Krippenalter wahrnehmen. Lag die Quote der betreuten Kinder von 1 bis 3 Jahren im Jahr 2006 in Leipzig noch bei 44 Prozent, so sind es mittlerweile 71 Prozent. Leipzig gehört damit in der Betreuungsquote zum Spitzenfeld der deutschen Städte. Und es wird nicht reichen. Dresden gibt hier den Takt an. In Dresden sind es schon 80 Prozent. Denn die jungen Eltern mögen zwar, wie Fabian es ausdrückt, „die verschiedensten Gründe haben“, ihr Kind so frühzeitig in Betreuung zu geben. Aber der wichtigste ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Wenn zwei volle Einkommen gebraucht werden, um eine Familie zu finanzieren, dann entsteht logischerweise echter Bedarf.

Und so hat Leipzig dann auch noch die meisten Klagen um den Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz am Hals.

Höchste Zeit zu handeln.

Im Sommer ging Burkhard Jung deshalb in Klausur, um eine schnelle Lösung für das Problem zu finden. Vorher war die Verwaltung ja bekanntlich schon auf die Suche nach verfügbaren städtischen Flächen für einen möglichen Kita-Bau gegangen und hatte noch vor den Ferien vermeldet, dass man zwölf solcher Flächen gefunden habe, auf denen 13 neue Kindertagesstätten gebaut werden könnten.

Die stehen jetzt alle mit Adresse in der Vorlage, die Burkhard Jung am Montag an alle Faktionen versandte. Titel: „Leipzig-Kitas – Baubeschluss“.

Denn um die Klemme zu lösen, wünscht er sich jetzt eine schnelle und einvernehmliche Zustimmung des Stadtrates, dass dieses 13-Kita-Programm sofort anlaufen kann.

Ein Dilemma war ja bekanntlich das Geld. Im Doppelhaushalt 2017/2018 sind diese zusätzlichen Kita-Bauten im Investitionsumfang von etwa 45 Millionen Euro nicht eingeplant. Was tun?

„Die Bereitstellung der voraussichtlich notwendigen 45 Millionen Euro aus Eigenmitteln ist ein finanzieller Kraftakt“, sagt Finanzbürgermeister Torsten Bonew, der gar nicht lange zögerte, als es um die Klärung der Finanzierungsfrage ging. „Die Stadt geht damit an die äußerste Grenze ihrer finanziellen Belastbarkeit.“

Standorte der geplanten 13 "Leipzig-Kitas". Karte: Stadt Leipzig

Standorte der geplanten 13 „Leipzig-Kitas“. Karte: Stadt Leipzig

Deswegen werden die Gelder erst einmal aus der Liquiditätsreserve der Stadt kommen müssen: 5 Millionen Euro noch 2017, 30 Millionen und 10 Millionen Euro in den beiden Folgejahren.

Das sei ein gewisses Risiko, sagt Bonew. Aber er rechnet fest damit, dass diese Gelder durch steigende Schlüsselzuweisungen aus dem Finanzausgleichsgesetz des Freistaats kompensiert werden. Und er sieht auch keinen Grund, dass zum Beispiel die Landesdirektion jetzt gegen diesen Kraftakt Einspruch erhebt. Im Gegenteil: Nichts sei besser begründbar als eine so unausweichliche Pflichtaufgabe, wie es die Bereitstellung von genügend Kita-Plätzen ist.

Und die Stadt muss handeln, sagt Jung. Augenblicklich bestehe in Leipzig – trotz aller Baubemühungen – eine Lücke von rund 1.000 Betreuungsplätzen, die nicht gedeckt werden kann. 2018 werden es 1.500 Plätze sein, die fehlen. Es brauche also zwingend so einen Kraftakt, mit dem binnen zwei Jahren rund 1.800 zusätzliche Betreuungsplätze aus dem Boden gestampft werden.

Was eben auch ein baulicher Kraftakt ist. „Für gewöhnlich braucht eine neue Kita drei Jahre“, sagt Jung. Man setze deshalb stark auf Fertigbauweise und habe sich dahingehend auch schon mit Baufirmen unterhalten. Und man werde die Ausschreibungen auch so fassen, dass Firmen bevorzugt werden, die die benötigten Kindertagesstätten im knapp bemessenen Zeitraum auch fertigstellen können. Wenn der Stadtrat jetzt zustimmt – nach Jungs Wunsch möglichst schon im Oktober – können und sollen die Ausschreibungen noch vor Weihnachten raus, so dass im Frühjahr schon angefangen werden kann zu bauen. Jedes Objekt wird einzeln ausgeschrieben. „Aber es können sich Unternehmen auch auf mehrere Projekte bewerben“, sagt Jung.

Da man auf Fertigbauweise setzt, könnten die 13 „Leipzig-Kitas“, die unter Regie der städtischen LESG gebaut werden sollen, Ende 2018/Anfang 2019 in Betrieb gehen und für einen kurzen Zeitraum sogar für einen leichten Überhang im Platzangebot sorgen.

Aber mit Blick auf die Bevölkerungsprognose sieht Thomas Fabian danach weiter Bedarf, neue Kindertagesstätten zu bauen. Bis 2030 werden die Kinderzahlen in Leipzig weiter steigen.

Und da Kinder auch irgendwann in die Schule kommen, wäre so ein Hauruck-Programm eigentlich auch für Leipzigs Schulen fällig.

Aber das, so Torsten Bonew, würde die finanziellen Möglichkeiten der Stadt sprengen. Schon mit dem „Leipzig-Kitas“-Programm gehe die Stadt an die äußerste Grenze der finanziellen Belastbarkeit. „Aber die Situation erfordert es von den Verantwortlichen, dieses Risiko einzugehen. Damit wird deutlich, dass ein vergleichbares eigenfinanziertes Programm im Schulbereich für die Stadt nicht zu bewältigen sein wird. Der Finanzbedarf bei Schulen ist ungleich größer. Daher müssen wir dort weiterhin auf die Förderprogramme des Landes bauen und uns zudem neuer Instrumente wie beispielsweise Investorenmodellen bedienen. Derzeit befinden sich entsprechende Ausschreibungen in der Vorbereitung.“

Die 13 Kitas wird Leipzig zwar in Eigenregie bauen, damit das Programm zügig zustande kommt. Aber nur vier Kitas werden später auch in städtischer Trägerschaft betrieben, der Rest wird wieder freien Trägern übertragen.

Die 13 geplanten Kindertagesstätten mit den voraussichtlichen Baukosten.

Die LEIPZIGER ZEITUNG ist da: Seit 15. September überall zu kaufen, wo es gute Zeitungen gibt

 

Kita-NeubauLeipzig-Kitas
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 
2 Kommentare

Kommentar schreiben



Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Rund 1.300 Beschäftigte beteiligten sich am zweiten Warnstreik bei Porsche und Schnellecke in Leipzig
Polizeibericht, 23. Januar: Räuber geschnappt, Rauferei mit Schwarzfahrer und Brände
Das Verkehrs- und Tiefbauamt informiert: EU-Fördermittel für „Verkehrskonzept erweiterte Innenstadt“
Hobusch (FDP): „Bauanfragen umsetzen, statt Arbeitskreise fordern!“
„Kann das Gehirn das Gehirn verstehen“: TdJW sucht motivierte Laien-Spieler*innen
Neujahrsempfang Uniklinikum Leipzig: „Erwarten einen weiteren Entwicklungsschub“
Neues LINKE-Büro in Grünau wird am Donnerstag offiziell eröffnet
IG Metall ruft zum Warnstreik bei BMW Leipzig und Schnellecke auf
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Gastmanns Kolumne: Keiner blickt dir hinter das Gesicht
Der Rosensonntagsumzug in Leipzig (Neumarkt). Foto: S. Wendt/FKLK e.V.

Foto: S. Wendt/FKLK e.V.

Für alle LeserEs muss am Tag nach Neujahr gewesen sein: Latent erschöpft aussehendes Verkaufspersonal räumte soeben noch geschäftig die Weihnachtsdekoration und allerlei Feuerwerksraketen beiseite, als schon die Ausrüstung für den neuen anzubellenden Mond herbeigeschoben wurde: die Karnevals-Utensilien.
Die besseren Vermieter? – Arbeitsräume und Gewerbeobjekte in Selbstverwaltung
Häufig Ort für interessante Debatten im Osten Leipzigs, das Pögehaus in der Hedwigstraße 20. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Kreatives Leipzig und Wagenrat e.V. laden am 27. Januar 2018 ins Pögehaus ein: Vor dem Hintergrund steigender Mietpreise in Leipzig stellt sich zunehmend die Frage nach bezahlbaren Arbeitsplätzen unter anderem für Kultur- und Kreativschaffende. Hier müssen neue Wege gefunden werden, wie günstige Mieten gerade für Berufseinsteiger_innen zu realisieren sind. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach selbstverwalteten Gewerberäumen für Unternehmen mit besonderen sozial-ökologischen Ansprüchen.
Nach niedersächsischen Maßstäben fehlen dem sächsischen Justizvollzug 230 volle Stellen
Justizvollzugsanstalt in der Leinestraße. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserWenn es in den vergangenen zehn Jahren in Sachsen um das Streichen von Personalstellen ging, dann wurde immer auf ein mysteriöses Flächenland West verwiesen, wo man die gleichen Aufgaben noch mit viel weniger Personal absichere. Das betraf die Polizei genauso wie die Lehrer und - seit 2016 Thema der Debatte - auch die Justizvollzugsbeamten. Mittlerweile hat man sich darauf geeinigt, 105 zusätzliche Stellen im Justizvollzug zu schaffen. Aber das ist immernoch viel zu wenig, kritisiert Klaus Bartl.
Bürger 2. Klasse: Warum die SPD-Debatte eigentlich eine Debatte um die wichtigsten ostdeutschen Themen ist
Prof. Dr. Gert Pickel, Religions- und Kirchensoziologe der Universität Leipzig. Foto: Anja Jungnickel

Foto: Anja Jungnickel

Für alle LeserEs ist schon lustig, wenn ein ostdeutscher Sender einen westdeutschen Soziologen anruft, um sich erklären zu lassen, warum die Ostdeutschen derzeit so hadern mit der Demokratie und sich in großer Zahl wie "Bürger 2. Klasse" fühlen. Natürlich war schon der vorhergehende Schritt komisch: Denn die Studie dazu hatte die "Sächsische Zeitung" bei Prof. Gert Pickel in Auftrag gegeben, der seit 2009 die Professur für Kirchen- und Religionssoziologie an der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig innehat.
Alte Dauerausstellung im Zeitgeschichtlichen Forum nimmt am 28. Januar mit großer Finissage Abschied
Zeitgeschichtliches Forum mit lebendiger Zeitgeschichte. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserAm Sonntag, 28. Januar, wird der Abschied von der Dauerausstellung an der Grimmaischen Straße 6 noch einmal richtig gefeiert. 19 Jahre hat sie Besucher ins "Zeitgeschichtliche Forum" gelockt. Ab dem 29. Januar wird sie vollkommen neu konzipiert und auch das Treppenhaus und das Foyer des Forums komplett umgebaut. Und bevor die alte Ausstellung verschwindet, gibt es am Samstag, 28. Januar, noch eine große Finissage.
Ab Montag wird die Dauerausstellung im Zeitgeschichtlichen Museum vollkommen umgebaut
In der alten Dauerausstellung des Zeitgeschichtlichen Forums. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDer Redner fehlt noch. Ein politisches Schwergewicht soll es sein, wünscht sich Prof. Dr. Hans Walter Hütter, Präsident des Hauses der Geschichte. Deswegen steht heute noch kein Eröffnungstermin für die neue Dauerausstellung im zeitgeschichtlichen Forum fest. In dieser Zeit, wo seit Monaten nach einer neuen Regierungskoalition gesucht wird, ist das verständlich. Und es passt auch. Denn die ganze Republik ist ja derzeit genauso auf der Suche nach sich selbst wie diese Leipziger Millionen-Ausstellung.
Randale in der Südvorstadt: Öffentlichkeitsfahndung liefert neue Hinweise
Als könnten allesamt ein paar Wochen Urlaub, eine Kur, eine warme Hand gebrauchen, die ihnen mal über die Wange streicht .... Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDie Öffentlichkeitsfahndung nach mutmaßlichen Beteiligten der Südvorstadt-Randale am 12. Dezember 2015 hat trotz einer nur einstelligen Zahl an Hinweisen zu zwei neuen Ermittlungsverfahren geführt. Laut Staatsanwaltschaft wurden von 145 namentlich bekannten Tatverdächtigen bislang sieben Personen rechtskräftig zu Geldstrafen verurteilt. Nun droht erstmals einem Beschuldigten eine Freiheitsstrafe. Er soll einen besonders schweren Landfriedensbruch begangen haben.
Wenn die Duldung endet: Sächsische Härtefallkommission wird sich mit Luans Familie befassen
Luan vor dem verschlossenen Tor der Max-Klinger-Schule in Grünau. Foto: René Loch

Foto: René Loch

Für alle LeserNachdem die sächsische Härtefallkommission im vergangenen Jahr bereits dem damals 18-jährigen Schüler Luan Zejneli ein Aufenthaltsrecht in Deutschland verschafft hat, wird sie sich in wenigen Wochen auch mit dessen Familienangehörigen befassen. Insbesondere dem Vater sei wegen psychischer Probleme eine Rückkehr in den Kosovo nicht zuzumuten, argumentiert der Sächsische Flüchtlingsrat. Den Eltern und drei Geschwistern droht die Abschiebung.
Museum Schloss Merseburg zeigt 2018 gleich zwei Mal die Auswirkungen des 1. Weltkriegs in Sachsen-Anhalt
Einladungsflyer. Grafik: Kulturhistorisches Museum Schloss Merseburg

Grafik: Kulturhistorisches Museum Schloss Merseburg

Für FreikäuferDa ist man so leidlich ins Jahr 2018 hineingeschlittert, einem Jahr, das eigentlich voller Jubiläen steckt. Aber im Leipziger Jubiläumskalender tauchen sie nicht auf. Es interessiert sich scheinbar niemand von denen dafür, die in Leipzig die Jubiläen organisieren. Karl Marx hat's irgendwie noch mit einem halben Bein geschafft mit seinem 200. Geburtstag. Das Ende des 1. Weltkriegs, das sich zum 100. Mal jährt, sucht man hingegen vergeblich.
König Ubu feiert am 27. Januar im Schauspiel wieder Premiere
König Ubu. Foto: Schauspiel Leipzig

Foto: Schauspiel Leipzig

Für alle LeserDen gab es lange nicht zu sehen - und nun holt ihn das Schauspiel Leipzig aus aktuellem Weltanlass wieder aus der Kiste: König Ubu, der so erstaunlich an manchen Akteur der Gegenwart erinnert, dass man sich fragt: Ist die US-Präsidentschaft nur noch eine surreale Inszenierung und die Amerikaner haben an ihrem überdrehten POTUS ihren Spaß? Oder inszeniert sich Politik heute als surreal um zu verdecken, dass sie eigentlich von lauter Ubus gemacht wird? Schöne Frage, nicht wahr? Premiere ist am Samstag, 27. Januar.
Die tief sitzende Angst in Sachsens Kultusministerium vor jeder Veränderung am System
Ergebnis der Umfrage zur Gemeinschaftsschule. Grafik: Linksfraktion Sachsen

Grafik: Linksfraktion Sachsen

Für alle LeserSelbst 60 Prozent der CDU-Wähler sind dafür, dass Sachsen ein längeres gemeinsames Lernen der Kinder ermöglicht. Das war das Ergebnis einer von der Linksfraktion 2017 in Auftrag gegebenen Umfrage. Und zumindest einen Abgeordneten aus der CDU-Fraktion hat das zum Nachdenken gebracht. Denn wirklich Gründe, dass Sachsen nicht über längeres gemeinsames Lernen nachdenkt, gibt es nicht.
Traut sich Sachsens Regierung, einmal eine belastbare Artenschutz-Politik zu beginnen?
Auch Insekten sterben. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNicht nur die Grünen haben im Sächsischen Landtag ihre Sorge um das massive Insektensterben in unserer Landschaft zum Ausdruck gebracht. Nur scheinbar gab's Ruhe im Landtag, nachdem Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt (CDU) auf den Grünen-Antrag für ein sächsisches Insektenmonitoring geantwortet hatte, dass ihn das eigentlich nichts angehe. Die Linksfraktion reagierte auf diese amtliche Nichtverantwortlichkeit noch im Dezember mit dem Antrag "Ursachen des Insektensterbens in Sachsen untersuchen und Gegenmaßnahmen in die Wege leiten".
Linke reicht Gesetzentwurf zur Abschaffung von Paragraf 219a ein
Klaus Bartl (Linke). Foto: DiG/trialon

Foto: DiG/trialon

Für alle LeserIm November wurde die Gießener Ärztin Kristina Hänel vom Amtsgericht Gießen wegen unerlaubter Werbung für Schwangerschaftsabbrüche zu einer Geldstrafe verurteilt. Seitdem ist ein Thema wieder auf dem Tisch, das seit 1990 unter der Tischdecke vor sich hinbrodelte: Dürfen Ärztinnen und Ärzte öffentlich über Schwangerschaftsabbrüche informieren? Darf es für Frauen normal sein, solche Informationen auf den Websites von Ärztinnen und Ärzten zu finden? Selbst in Sachsen kocht der faule Paragraf 219 a vor sich hin.
82 Prozent des weltweiten Vermögenswachstums gingen 2017 ans reichste Prozent der Bevölkerung
Geld macht Gesetze. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNicht alles, wo Marktwirtschaft drauf steht, ist auch Marktwirtschaft. Manches ist einfach nur ein großer Fall von Gier, wie Oxfam heute vermeldet. Denn die Reichtümer, die die Menschen weltweit erwirtschaften, wandern fast nur noch in die Taschen und Konten der Superreichen. Oxfam: "82 Prozent des im vergangenen Jahr erwirtschafteten Vermögens ist in die Taschen des reichsten Prozents der Weltbevölkerung geflossen."
Die naheliegende Frage: Wird der Survivor R auch auf Demonstrationen in Sachsen auftauchen oder nicht?
Survivor R aus dem Hause Rheinmetall. Foto: Datenblatt "Survivor R"

Foto: Datenblatt "Survivor R"

Für alle LeserEine berechtigte Frage zum im Dezember vorgestellten Panzerfahrzeug "Survivor R" lautete: Wo will der Innenminister das Fahrzeug eigentlich einsetzen? Wird es gar gegen Demonstranten eingesetzt? Gleich zwei Landtagsabgeordnete wandten sich deshalb mit besorgten Fragen an den neuen Innenminister Roland Wöller. Und der - weicht aus.