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10.000 Solaranlagen auf Leipziger Balkonen: Stadt befürwortet Grünen-Antrag für Förderprogramm

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    Die Grünen hatten im Januar ein ganzes Paket mit Änderungsanträgen zur Planung des Doppelhaushalts 2021/2022 vorgelegt. In einem großen Teil ging es um Maßnahmen für den Klimaschutz. Denn Leipzig hängt bei Klimaschutzmaßnahmen schon lange hinterher. Seit 2019 gilt der Klimanotstand. Und letztlich können alle Bürger mitmachen, die Klimalast der Stadt deutlich zu verringern. Dazu gehören auch mehr Solaranlagen.

    Eine entsprechende Solaroffensive hatte die Grünen-Fraktion beantragt: „Ab Januar 2022 wird ein Programm zur Förderung privater steckerfertiger (Balkon-)PV-Anlagen aufgelegt. Für das Programm werden ab dem Jahr 2022 im kommunalen Haushalt 1 Mio. € jährlich zur Verfügung gestellt.“Und dazu gab es jetzt eine zustimmende Stellungnahme der Verwaltung.

    „Die Stadt weiß um die Wichtigkeit einer direkten Bürgerbeteiligung bei der Umsetzung der Energiewende und der Klimaziele vor Ort. Nur gemeinsam zwischen Stadtverwaltung, Stadtkonzern und den Einwohnern der Stadt lassen sich die ambitionierten Ziele umsetzen, die vom Stadtrat beschlossen wurden“, stellt diese nun in ihrem Kommentar zu den Haushaltsanträgen fest und empfiehlt tatsächlich Zustimmung zum Grünen-Antrag: „Leipzig ist wie viele andere Städte geprägt von einer hohen Mieterquote, bei geringer Eigentümerquote. Daher ist eine finanzielle Unterstützung von PV-Anlagen, die Mieterinnen und Mieter z. B. auf dem Balkon installieren können, zielführend. Die Mittel werden daher antragsgemäß für das Jahr 2022 eingeplant und nach Erarbeitung einer Förderrichtlinie entsprechend ausgereicht.“

    Worüber sich die Grünen natürlich freuen. Denn das könnte für 10.000 private Photovoltaik-Balkonanlagen reichen.

    Sophia Kraft, Stadträtin und energiepolitische Sprecherin der Fraktion, sieht in dem Programm zur Förderung privater steckerfertiger (Balkon-)PV-Anlagen einen wichtigen Schritt bei der urbanen Energiewende: „Wir schaffen eine klimaneutrale Energieversorgung in Leipzig nur, wenn wir auch die dezentrale Energiewende mit kleinteiligen Erneuerbaren-Energie-Anlagen voranbringen. Dafür brauchen wir natürlich auch die Unterstützung unserer Leipziger Bürger/-innen. Und die müssen wir dabei finanziell unterstützen.“

    Sie hebt zudem den sozialen Aspekt des Förderprogramms hervor: „Mit der Förderung der privaten Stromerzeugung können die Wohnnebenkosten reduziert werden, was vor allem einkommensschwachen Mietenden zugutekommt.“

    Wenn der Stadtrat dem Antrag und der zustimmenden Empfehlung der Verwaltung zur Haushaltssitzung am 31. März folgt, können schon in den kommenden Monaten die entsprechend notwendige Förderrichtlinie aufgelegt und Anträge von Bürger/-innen entgegengenommen werden, um pünktlich zum kommenden Jahr mit der Installation der Anlagen starten zu können.

    „Bis zu einer Leistung von 600 Watt können Privatpersonen PV-Module direkt an den Haushaltsstromkreis anschließen (meist Balkonmodule). Damit können zwei wichtige Ziele miteinander verbunden werden: grüne Stromproduktion und die Förderung der Energiewende sowie eine Reduktion des Strompreises und damit der Wohnnebenkosten vor allem für einkommensschwache Mietende“, heißt es im Änderungsantrag der Grünen.

    Entsprechende Förderprogramme gibt es schon in Freiburg, Erlangen und Stuttgart.

    „Das Programm ermöglicht die direkte Beteiligung der Leipziger/-innen an einer dezentralen urbanen Energiewende, bringt soziale bzw. wirtschaftliche Vorteile und erhöht in der Folge auch die Sensibilität und das Verständnis für die notwendigen Maßnahmen in Zeiten des Klimawandels“, betont Sophia Kraft.

    Braucht man nur noch einen Balkon, auf dem noch Platz ist für eine Photovoltaikanlage.

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    2 KOMMENTARE

    1. Vor nicht geraumer Zeit wurde gegen Sat Schüsseln gewettet als gibt’s kein Morgen. Nun werden sie mit Paneele zugebaut.
      Ohne Worte…
      Auf Städtischen Dächern gibt es genug Platz.
      Finde sie mal…

    2. Das ist vom Grundgedanken her eine schöne Idee. Ehe man aber über Förderprogramme nachdenkt, sollte zwingend die rechtliche Seite geregelt werden. Ich habe mich eingehend mit dem Thema beschäftigt, da ich als DG-Bewohner mit Flachdach und SW-Balkon prinzipiell optimale Voraussetzungen habe. Aber: Es ist eine Mietwohnung, wie so viele potentiell in Frage kommenden Whg. Und nur, weil seit 2019 auch ein Nichtelektriker ein Solarmodul samt Wechselrichter an eine 230V-Dose stecken darf, darf das trotzdem nicht so einfach jeder tun. Der Eigentümer hat immer ein Wörtchen mitzureden. Ideal ist diese Regelung eigentlich nur für Besitzer von eigenen Häusern, oder gegebenenfalls auch für unabhängige Versorgung von z.B. Kleingartenanlagen. Falls der Balkon natürlich sooo groß ist, dass man mehrere Module an die Wand (im richtigen Winkel) lehnen kann, (und den Netzbetreiber nicht informiert 😉 ), ja dann…
      Einen ersten Eindruck kann man sich hier verschaffen:

      https://www.youtube.com/watch?v=e-pDmgEdE-s
      Und folgende!

      Was ich sagen will: die bürokratischen Hürden sind teilweise noch sehr hoch, wir leben schließlich in Deutschland! Und ohne eine allgemeine Verfügung zu den Themen Netzbetreiber, Einspeisung, Aufstellgenehmigung auch evt. an angrenzenden Dachflächen oder vor dem Balkon hängend etc, etc, wird aus einem Förderprogramm wenig abfallen, weil die Gelder einfach nicht abgerufen werden können.
      Man darf sich auch nicht zu viel davon versprechen. Je nach Leistung des Moduls und dessen Ausrichtung sind Einsparungen zw. ~ € 80.- und ~ € 200.- /Jahr drin. Das dauert dann schon ein paar Jahre, bis sich das amortisiert, denn auch das zugeschossene Geld ist halt Geld.

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