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Linke-Antrag: Leipzig braucht eine/einen City- und Stadtteilmanager/-in für Innenstadt und Stadtteile

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    Gerade die über Monate verordneten Schließungen von Gaststätten und Einzelhandel haben gezeigt, wie schnell selbst eine beliebte Innenstadt wie die Leipziger wirtschaftlich ins Rutschen kommt und Ladenmieter reihenweise die Segel streichen. Unter Druck standen Deutschlands Innenstädte ja auch schon vor Corona, auch durch einen ausgetickten Immobilienmarkt. Aber jetzt braucht es hier eine City-Managerin, beantragt die Linksfraktion.

    Das Thema ist nicht ganz neu für Leipzig. Schon seit 15 Jahren wird es diskutiert und hat auch schon mehrere Häutungen erfahren. Heute existiert es noch als Magistralenmanagement auf der Georg-Schwarz- und der Georg-Schumann-Straße. Aber gerade das Corona-Jahr hat gezeigt, mit welcher Unverfrorenheit große Online-Konzerne den Markt aufräumen und selbst attraktiven Innenstädten die Geschäftsgrundlage entziehen, wenn sich die Konkurrenz nicht wehren kann.Wenn Leipzig seine noch verbliebene Einkaufskultur retten will, muss was passieren, findet die Linksfraktion. Und stellt fest: Die Corona-Maßnahmen mit Lockdown und Kontaktverboten haben den innerstädtischen, stationären Handel stark einbrechen lassen und zum Erliegen gebracht – auch in der Großstadt Leipzig. Der Deutsche Städtetag hat Befürchtungen, dass dies dauerhaft negative Auswirkungen auf die Lebendigkeit und Attraktivität der Innenstädte hat.

    Die Fraktion Die Linke im Leipziger Stadtrat hat deshalb einen Antrag in den Geschäftsgang des Stadtrats gebracht, um eine/-n City- und Stadtteilmanager/-in einzusetzen und ihr oder ihm die Koordinierung einer Vielzahl wiederbelebender Maßnahmen zu übertragen, um die Innenstadt und die Stadtteilzentren attraktiver zu gestalten.

    Dazu erklärt Marianne Küng-Vildebrand, wirtschaftspolitische Sprecherin der Fraktion: „Wir teilen die Befürchtungen des Deutschen Städtetages mit seinem Präsidenten, Leipzigs Oberbürgermeister Jung. Er sieht aufgrund der Corona-Maßnahmen, die vor allem den innerstädtischen Einzelhandel massiv getroffen haben, und durch Ausweichentwicklungen hin zu großen Internethändler/-innen wie Amazon und Co. erhebliche Existenzrisiken für Einzelhändler/-innen. Auch größere Handelshäuser wie Douglas haben bereits Konsequenzen angekündigt, die ebenso auf Leipzig wirken. Die über Jahre schwer erarbeitete Attraktivität der Innenstadt und der Stadtteilzentren ist gefährdet.“

    Die oder der City- und Stadtteilmanager/-in soll umfangreiche vor allem auch das vom Stadtrat noch zu beschließende Innenstadt- und Magistralenkonzept umsetzen helfen, Fördergelder akquirieren helfen und Aktionen von Vereinen, Verbänden oder Interessengemeinschaften unterstützen, „die der Belebung der Innenstadt sowie von Magistralen und Stadtteilzentren dienen“.

    Der Stadtrat hatte mit dem Haushalt bereits einen Fonds zur finanziellen Förderung einer Reihe von Maßnahmen beschlossen, die die Innenstadt und Stadtteilzentren wiederbeleben sollen“, betont Marianne Küng-Vildebrand.

    „Das soll mit der oder dem City- und Stadtteilmanager/-in ­nun umgesetzt werden. Dabei wird die zu bestellende Person mit Fachkompetenz und Kreativität als zentrale Ansprechpartner/-in in regem Austausch mit Initiativen der Händler/-innen und Bürger/-innen zusätzliche Veranstaltungen und Maßnahmen anregen, initiieren und umsetzen, die Kauferlebnisse in der City und den Stadtteilzentren schaffen und die Lebensqualität heben.“

    Die City- und Stadtteilmanager/-in soll zudem den beschlossenen Fonds vollziehen und die Förderungen sachgerecht ausreichen. Denn eines ist durch den langen Lockdown klargeworden: Städte müssen aktiv werden, wenn sie den Reiz ihrer City mit ihren Gaststätten, Cafés und vielfältigen Ladengeschäften bewahren wollen.

    Und es braucht gemeinsame abgestimmte Initiativen von Stadt und Händlergemeinschaften, für die City und lebendige Magistralen zu werben. Dem „Markt“ überlassen kann man das nicht. Der denkt nur in Renditen, Skalierungen und Monopolen, aber nicht in den Dimensionen einer lebendigen Stadt, in der sich Menschen aus vielerlei Gründen gern aufhalten.

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      2 KOMMENTARE

      1. Herr Jung hat schon vor Corona alles dafür getan, die Innenstadt so unattraktiv wie möglich zu machen.
        Jetzt rumjammern und alles auf Corona schieben lenkt schön von den eigenen Fehlern ab.
        Intelligente Mobilitätskonzepte werden nicht von heute auf morgen entwickelt und umgesetzt. Vielleicht sollte Herr Jung mal Menschen fragen, die sich damit auskennen? Davon gibt es bei uns reichlich.
        Man muß es wollen, sonst sind es nur Lippenbekenntnisse.

      2. So dumm können Exekutiven nicht sein, um nicht zu sehen, dass derartig breiter Lockdowns, wie einer schon im April 2020 praktiziert wurde, die sog. kleinteiligen Strukturen zerstören würde.

        Muss nicht mit Absicht geplant gewesen sein (Großer Reset?!?), aber man hat es halt geschehen lassen. Mehrfach.

        Vor diesen Entwicklungen wurde schon Ende März 2020 gewarnt, aber Politiker sind sehr sorglose Menschen, wenn sie mal endlich durchregieren können. Und wenn mal nichts mehr Dringendes anliegt wie jetzt im mutmaßlich zweiten Sommer der Sorglosigkeit, dann wird auch nichts vorbereitet. Außerdem ist Sommerpause.

        Die vierte Welle ist bereits angekündigt.

        Der Citymanager wird nichts ausrichten können. Mit Aktionen und Fördergelderchen kann er nicht gegen die wegbrechenden Millionenumsätze anstinken.

        Was aber sich vielleicht bessern könnte, ist, dass die Leute wieder in den Stadtteilen einkaufen. Durch Home Office haben sie etwas mehr Geld, was sonst durch den Auspuff gegangen wäre. Oder in meinem Fall in Bahnfahrkarten. Dieses Mehrgeld merke ich schon… :-))

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