Askania Bernburg vs. 1. FC Lok Leipzig 0:5 – Lok zurück im Glück

Fast auf den Tag genau zwei Jahre nach dem Abstieg aus der Regionalliga hat der 1. FC Lok nun die Rückkehr geschafft. Eines Aufsteigers würdig schlugen die Leipziger Askania Bernburg vor 2.220 Zuschauern mit 5:0 (2:0). Lok hatte wenig Mühe, die letzten Zähler zum Aufstieg einzusammeln und ist damit schon zwei Spieltage vor Ende uneinholbar Staffelsieger der Oberliga Nordost-Süd.

„Malle, wir sind wieder da!“, tönte es weit nach Abpfiff immer noch aus der Lok-Kabine auf dem Askania-Sportplatz in Bernburg. Textsicher – stimmlich ausbaufähig – sangen die Lok-Spieler ihre Aufstiegshymne, voller Vorfreude auf den Fußballer-Sehnsuchtsort: Mallorca. Vorangegangen war ein souveräner Auftritt beim TV Askania Bernburg unter den Augen von über 2.000 mitgereisten Lok-Fans.

Ramon Hofmann und Daniel Becker sorgten Mitte der ersten Hälfte für eine beruhigende Führung für den FCL. Bei herrlichem Wetter packte Becker noch einen drauf, ehe Djamal Ziane in der Schlussphase für den 5:0-Endstand sorgte. Der letzte Treffer war sogleich der 1.000 Treffer des 1. FC Lok seit der Neugründung. „Schon verrückt, ich hab ja schon das 950. gemacht“, kommentierte der Torschütze aufgeräumt und in Deckung. Denn nach dem Spiel war niemand mehr vor den Sekt- und Wasserduschen der FCL-Spieler sicher, gemeinsam jagten sie sich durch die Kabine, hatten da die Feier mit den Fans schon hinter sich.

Für diese hatte Ziane, der mit 19 Treffern nun auch wieder die Torschützenliste der Oberliga anführt, einmal mehr nur lobende Worte übrig. „Das ist positiv pervers, was die alle auf sich nehmen. Eintrittskarten, Zugtickets, die Zeit, die Fahrten und sie sind immer da. Ich hoffe, wir haben ihnen was zurückgeben können in diesem Jahr.“ Und: In Bernburg lief auch sicherheitstechnisch alles wie geplant, nur nach dem Spiel provozierten sich zehn Magdeburger und zehn Fans aus Halle. „Insgesamt entspannt“, raunte ein Polizist nach getaner Arbeit.

Heiko Scholz wollte sich den Feierlichkeiten schnell entziehen, hatte Angst um seine Brille und ist zudem auch kein Freund von Bier-, Wasser- oder Sektduschen, was aber nicht heißt, dass er sich nicht freuen konnte. „Das ist mein vierter Aufstieg und ich freue mich vor allem für uns alle, denn alle haben ihren Teil beigetragen, ob Chefanalyst Brumme oder unsere Zeugwarte. Für uns als ehrenamtlichen Verein ist das eine große Sache.“

Während sein Team nun eine Woche Urlaub hat und einen Kurz„urlaub“ in Spanien einstreut, wird Scholz die Woche in Leipzig verbringen. „Wir werden in den kommenden Tage weitere Personalentscheidungen bekanntgeben.“ Einige Spieler, die diese Saison nicht so zum Zug gekommen sind, werden wohl den Verein verlassen, ein bis zwei Leute noch kommen.

„In der Regionalliga werden wir eine andere Rolle spielen, daran muss sich jeder gewöhnen. Ich bin gespannt, was für uns drin ist“, so Torschütze Ziane, dem Scholz vorsorglich für Dienstag Training angedroht hat, falls er ihn duschen wolle. Seine Dusche bekam auch Präsident Jens Kesseler, der das Spiel unter den Fans schaute und von der Euphorie begeistert war. „Unsere Planungen für die Regionalliga laufen schon lange, wir müssen natürlich infrastrukturell einiges tun“, so Kesseler. Aber daran wollte der Präsident an diesem sonnigen Tag in Bernburg nicht weiter denken, Fetenhits und Duschen waren da präsenter.

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Foto: Jan Kaefer (Archiv)

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