Luckenwalde vs. 1. FC Lok Leipzig 0:3 – Lok hält die Euphorie am Köcheln

Der 1. FC Lok hat sein erstes Auswärtsspiel in der Regionalliga gegen den FSV Luckenwalde mit 3:0 (1:0) gewonnen. Dabei ließen die Probstheidaer wenig anbrennen, agierten streckenweise mit breiter Brust und hatten mit Maik Georgi mindestens einen herausragenden Akteur in ihren Reihen. Vor 915 Zuschauern, davon 500 aus Leipzig, traf Djamal Ziane doppelt und Daniel Becker.

Für Heiko Scholz müssen es Klagen aus vergangener Zeit gewesen sein: „Uns fehlen noch zwei Leistungsträger. Sie werden erst in zwei, drei Spielen zur Verfügung stehen, bis dahin müssen wir das Gesicht wahren“, erläuterte Ingo Nachtigall die Situation des FSV Luckenwalde und konnte sich auch einen Seitenhieb auf Lok nicht verkneifen.

„Bei uns hätte Daniel Becker von Anfang an gespielt, nun spielt er bei Lok und sitzt erstmal auf der Bank.“ Beckers Einwechslung wäre eine Randnotiz geblieben, wenn der Ex-Luckenwalder, der hier in 87 Spielen sensationelle 45 Tore schoss, nicht auch noch für Lok das vorentscheidende 2:0 markiert hätte. Bei sengender Hitze hatte Becker bis zur 70. Minute zugeschaut und sah anfangs ein offenes Spiel.

Beide Teams gruben gemeinsam den sehr guten Rasen des Werner-Seelenbinder-Stadions um und lernten die Knochen der Gegenspieler kennen. Nach einem gewonnen Zweikampf ging es stets flott in die andere Richtung. Eine Anfangsphase, die mehr als 915 Zuschauer verdient gehabt hätte. Während die Gastgeber nur zu halbgaren Möglichkeiten kamen, pirschte sich der in schwarz spielende Gast Stück für Stück heran.

Nach 22 Minuten konnte Petereit noch einen Maurer-Schuss um den Pfosten lenken, doch zwei Minuten später hörte er Zianes Kopfballrakete nur noch vorbeizischen. Maik Georgi hatte die Flanke gegeben und stand fortan im Rampenlicht. Wann immer der kleine Neuzugang an den Ball kam und ins Eins gegen Eins gehen konnte, hielten die Zuschauer auf der Luckenwalder Tribüne den Atem an.

Nur: Vorerst war Georgi das Glück nicht noch mal hold, seine scharfen Eingaben wurden mehrmals geklärt bevor ein Lok-Spieler im Zentrum vollenden konnte. „Eigentlich hätten wir in der Phase noch das 2:0 und 3:0 machen können“, analysierte Lok-Co-Trainer Rüdiger Hoppe nach dem Spiel. Die Hausherren, vergangene Woche noch mit 0:4 bei Oberlausitz Neugersdorf unter die Räder gekommen, hatten mächtig zu tun, sich von dem Wirkungstreffer des FCL zu erholen. Nach vorn ging bis zur Halbzeit nichts mehr.

Denkwürdige Becker-Rückkehr

Doch im zweiten Durchgang kämpften sich die Brandenburger wieder heran, hatten kleinere Möglichkeiten, auszugleichen. „In so einer Phase brauchst du Glück und einen guten Torwart, und das hatten wir“, freute sich Heiko Scholz. Lautstark kommentierte er fast jede Aktion seiner Spieler, die aufgrund der Enge des Stadions fast jede Anweisung verstanden haben dürften.

Und während Krug und Wendschuch auf manche Provokation der leger über den Banden lehnenden Heimfans eingingen, ließen sich Hoppe und Scholz nicht beirren – und wechselten mit Becker die Vorentscheidung ein. Wieder war Georgi gestartet – diesmal durchs Zentrum – diesmal legte er quer auf Becker, der mit dem linken Vollspann das Leder in den Winkel drosch.

Eine denkwürdige Rückkehr und ein echtes Luxusproblem für Scholz und Hoppe, die wie schon gegen Cottbus statt Becker den laufstarken und spielfreudigen Schinke beginnen ließen. „Aber solche Luxusprobleme wollten wir ja auch. Wir haben eine starke Bank und die brauchen wir auch“, so Hoppe.

So konnte Lok auch mühelos auf den Platzverweis von Robert Zickert zehn Minuten vor Schluss (wiederholtes Foulspiel) reagieren und Christian Hanne zurückziehen. Die Gastgeber setzten den anschließenden Freistoß aus 16 Metern zehn Meter übers Tor. „Das ist eben zurzeit der Unterschied: Lok braucht nur 5 Chancen für 3 Tore.“  Und die Probstheidaer machten zum Schluss noch das dritte: Zum letzten Mal dribbelte Georgi allen davon und legte diesmal auf Ziane ab, der im Fallen schon sein drittes Saisontor erzielte.

Die Euphorie um den FCL hält an. „Aber bei der Mannschaft werde ich die morgen gleich wieder bremsen. Ich habe Nordhausen live gesehen. Das wird ein hartes Stück Arbeit“, ist sich Hoppe sicher. Scholz sprach sogar von „dem Aufstiegsfavoriten der Saison“. Mal sehen, ob tatsächlich 4.000 oder gar 5.000 Zuschauer am Mittwoch, 19 Uhr, ins Plache-Stadion kommen, wie Hoppe hofft – und wie lange die Lok-Euphorie zumindest im Umfeld anhalten wird.

Die Statistik zum Spiel:
www.fussball.de/spiel/fsv-63-luckenwalde-1-fc-lokomotive-leipzig/…

Regionalliga1. FC Lok
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Foto: Ralf Julke

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Nadine Stitterich. Foto: Alexander Sens

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