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RB Leipzig will „Dortmund die Grenzen aufzeigen“

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    Es ist so weit: Am Samstagabend bestreitet Aufsteiger Rasenballsport Leipzig das erste Bundesliga-Heimspiel der Vereinsgeschichte. Der Gegner ist Vizemeister Borussia Dortmund. Zum ersten Mal gehen die Leipziger als klarer Außenseiter in ein Ligaspiel. Wer also am Samstagabend viel Geld beim Glücksspiel gewinnen möchte, sollte nicht auf Borussia Dortmund setzen.

    Für die Wettbüros ist Rasenballsport Leipzig der klare Außenseiter im Duell gegen den Champions-League-Sieger von 1997. Für den Bundesliga-Aufsteiger ist das eine neue Situation: Nie zuvor schien der Gegner in einem Ligaspiel so überlegen wie am 2. Spieltag der Saison 2016/17. Jahrelang ging RB Leipzig als Favorit in die meisten Partien – häufig zu Recht, wie vier Aufstiege in nur sieben Jahren belegen.

    Doch schon am 1. Spieltag der ersten Bundesliga-Saison war beim Gastauftritt in Hoffenheim nicht unbedingt mit Punkten zu rechnen. Vor allem der maue Auftritt beim Pokalaus in Dresden hatte zuvor für lange Gesichter gesorgt. Doch RBL wusste zu überraschen und begeisterte mit seiner variantenreichen Spielweise nicht nur Fans, sondern auch Taktikexperten. Am Ende hätte man einige Tor mehr schießen müssen als jene zwei, die letztlich zu einem für Hoffenheim schmeichelhaften Unentschieden reichten.

    Nun kommt Dortmund, der traditionsreiche Vizemeister der vergangenen Saison, der dank Cheftrainer Thomas Tuchel wohl wieder zu den stärksten Teams Europas gezählt werden darf. Trotz zahlreicher Ab- und Zugänge während der Sommerpause und eines – wie sich am 1. Spieltag gegen Mainz gezeigt hat – noch nicht vollständig eingespielten Kaders, hat es dieser mit Namen wie Aubameyang, Schürrle und Dembélé in sich. Auf Bender, Reus, Merino und womöglich auch Kagawa wird Tuchel jedoch verzichten müssen. Stattdessen könnte Rückkehrer Mario Götze zum Einsatz kommen. In jedem Fall erwartet RBL-Coach Ralph Hasenhüttl die bekannten BVB-Stärken: schnelles und technisch versiertes Spiel.

    Um es besser zu machen als noch vor einem Jahr – als Hasenhüttl mit seinem damaligen Club Ingolstadt im ersten Bundesliga-Heimspiel dem BVB mit 0:4 unterlag – hat RBL in den vergangenen Tagen noch zahlreiche Änderungen im Kader vorgenommen. Innenverteidiger Atınç Nukan und Offensivspieler Bruno wurden für jeweils ein Jahr an ihre Ex-Vereine Besiktas Istanbul und RSC Anderlecht verliehen.

    Auch die Glückwünsche der Mitspieler passten in den engen Zeitplan: Stefan Ilsanker, Georg Teigl, Marcel Sabitzer, Dominik Kaiser und Yussuf Poulsen (RB Leipzig)
    Ein Tor gegen den BVB ist nicht unbedingt zu erwarten. Foto: GEPA Pictures

    Im Gegenzug verpflichtete RB Leipzig den Rechtsaußen Oliver Burke für geschätzt 15 Millionen Euro. An ihm waren auch zahlreiche europäische Topclubs interessiert. Vom Partnerverein in Salzburg kam Innnenverteidiger Bernardo – nach Naby Keita und Benno Schmitz bereits der dritte „Konzern-interne“ Wechsel in diesem Sommer. Diese Art der Transferpolitik sorgt offenbar zunehmend für Spannungen, wie öffentliche Klagen des Salzburger Trainers zeigen. Aus Leverkusen kommt schließlich noch Kyriakos Papadopoulos. Er wird zunächst für ein Jahr ausgeliehen und kann anschließend gekauft werden.

    Dass einer der Zugänge bereits gegen Dortmund in der Startelf stehen könnte, erscheint eher unwahrscheinlich. So lassen sich zumindest einige Aussagen von Hasenhüttl auf der Pressekonferenz am Donnerstag deuten. Die besten Einsatzchancen hätte womöglich Papadopoulos – waren die beiden gegen Hoffenheim eingesetzten Innenverteidiger Compper und Orban doch die einzigen Schwachstellen im Team. Rechtsverteidiger Benno Schmitz zählte hingegen zu den stärksten Akteuren – fraglich, ob Hasenhüttl ihn zu Gunsten des vor zwei Wochen noch verletzten Lukas Klostermann herausnehmen möchte. Auch für Naby Keita – vor zwei Wochen ebenfalls verletzt – ist nach dem guten Auftritt der RBL-Mannschaft gegen Hoffenheim womöglich derzeit kein Platz im Team.

    Abseits des Sportlichen sorgten in den vergangenen Tagen die vermeintlichen Gegensätze zwischen Rasenballsport Leipzig und dem Ballspielverein Borussia Dortmund für Schlagzeilen. Insbesondere Fans des BVB sehen ihren Club als klassischen Traditionsverein und RB Leipzig als schlimmsten Auswuchs der Kommerzialisierung des Profifußballs. Aus diesem Grund hatten auch zahlreiche Fanclubs des BVB zum Boykott des Auswärtsspiels aufgerufen – jedoch mit wenig Erfolg: Der komplette Gästeblock in Leipzig war binnen weniger Minuten ausverkauft.

    Gegner dieses Gut-Böse-Schemas verweisen darauf, dass der Profifußball in Deutschland in seiner heutigen Form sowieso nur noch wenig mit dem traditionellen Vereinsfußball zu tun habe – was unter anderem daran zu erkennen sei, dass Borussia Dortmund börsennotiert ist und allein aus Marketinggründen andere Kontinente bereist.

    Der Rest der Zuschauer interessiert sich für diese Randgeschichten wenig, für ein sportlich wohl höchst interessantes Duell in einem ausverkauften Stadion dafür umso mehr. Beide Teams stehen für schnellen Fußball. Wie sich RB Leipzig gegen einen nationalen Topverein schlägt, dürfte die spannende Frage werden. Das einzige Pflichtspiel gegen einen Bundesliga-Spitzenclub gab es bislang in der ersten Runde des DFB-Pokals im Jahr 2011. Damals warfen die Leipziger als Viertligist sensationell den VfL Wolfsburg unter Felix Magath raus. Mit einem ähnlichen Coup rechnen nun zwar nicht die Buchmacher, dafür jedoch RBL-Cheftrainer Hasenhüttl. Er möchte „Dortmund die Grenzen aufzeigen“. Anpfiff der Partie ist um 18.30 Uhr.

    Verkehrseinschränkungen rings ums Spiel am 10. September 2016 in Leipzig

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    4 KOMMENTARE

    1. „… schlimmsten Auswuchs der Kommerzialisierung des Profifußballs.“
      Menschen wie Luxusartikel für Millionen Euro „einzukaufen“ oder zu „verkaufen“ ist natürlich total unkommerziell. Machen andere Vereine natürlich auch nicht, schon rein aus „Tradition“.
      Menschen sind sooo komisch.

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