Bundesliga, 1. Spieltag

Schalke 04 gegen RB Leipzig: Zwei Champions-League-Kandidaten mit gegensätzlichen Pokalerlebnissen

Für alle LeserDas Spiel zwischen Schalke 04 und RB Leipzig am Samstagabend ist gleich ein frühes Duell zweier Champions-League-Kandidaten. Viele Experten sehen beide Mannschaften im direkten Verfolgerfeld des FC Bayern München. Zumindest bei den Blau-Weißen weckt der Auftritt im DFB-Pokal daran jedoch leise Zweifel, denn dort präsentierten sich die „Knappen“ in der Offensive lange Zeit ideenlos und unkoordiniert. Allerdings standen zahlreiche potentielle Stammspieler nicht auf dem Platz.

Eigentlich lassen die Erstrundenpartien im DFB-Pokal kaum Rückschlüsse darauf zu, wie sich bestimmte Mannschaften eine Woche später am 1. Spieltag der neuen Bundesliga-Saison präsentieren werden. Im vergangenen Sommer beispielsweise schied Neuling RB Leipzig bei Dynamo Dresden aus, spielte stellenweise wie ein kommender Abstiegskandidat – und blieb dann bis zum 14. Spieltag ungeschlagen.

Doch betrachtet man die Partien von RBL und dessen Auftaktgegner Schalke 04 am zurückliegenden Wochenende, deuten sich leichte, gegensätzliche Tendenzen an. Während die Rot-Weißen einen überwiegend souveränen Auftritt hinlegten, enttäuschten die Blau-Weißen fast durchgehend.

Obwohl das Spiel der „Knappen“ unter ihrem neuen Trainer Domenico Tedesco offenbar nicht auf Ballbesitz ausgelegt ist, sollte dieser in einem Duell zwischen Bundesligist und Regionalligist im Normalfall zu einem höheren Anteil beim klaren Favoriten liegen. Bis etwa eine Viertelstunde vor Abpfiff war dies jedoch nicht der Fall. Erst als der BFC Dynamo in Rückstand geriet und an die physischen Grenzen stieß, übernahm S04 das Kommando. Die Offensivspieler konnten nun ihre Schnelligkeit besser zur Geltung bringen und in Form von Konoplyanka zwei Tore erzielen.

Zuvor wirkten die Bemühungen der Schalker häufig ideenlos und halbherzig. Im Spielaufbau ging der Ball meist zu einem der beiden äußeren Verteidiger in der Dreierkette, der dann bis zur Mittellinie lief und den Ball weit nach vorne schlug. In der Nähe des eigenen Strafraums kam der BFC dadurch in der Regel schnell wieder in Ballbesitz. Das Pressing der Gäste funktionierte ebenfalls kaum. So lauerten Konoplyanka, Burgstaller und Harit kurz vor der Mittellinie, um zu einem gewissen Zeitpunkt die Abwehr anzulaufen. Hierbei offenbarte die Abstimmung jedoch deutliche Defizite, so dass es häufig Burgstaller war, der sich als Einziger abmühte und irgendwann wütende Gesten machte.

Gegen den drei Ligen tiefer spielenden Gegner setzte sich am Ende die individuelle Klasse durch. Ob weite Bälle und Standardsituationen auch gegen Bundesliga-Mannschaften ausreichen werden, bleibt fraglich. Immerhin scheint das Team in der Defensive stabil und kompakt zu stehen – zumindest gegen einen Regionalligisten. Zudem trat Schalke bei Weitem nicht in Bestbesetzung an. Höwedes, Naldo, Coke, Schöpf, Geis und Embolo fehlten komplett, Meyer und Goretzka kamen erst in der zweiten Halbzeit zum Einsatz. Gegen Leipzig wird Tedesco seiner Mannschaft womöglich ein anderes Gesicht geben.

Ähnliches ist auf Seiten der Rasenballer nicht zu erwarten. Mit dem Auftritt in Dorfmerkingen kann Cheftrainer Ralph Hasenhüttl überwiegend zufrieden sein. Selbst in der ersten Halbzeit, als der Ball nur einmal im gegnerischen Kasten landete, zeigte der Vizemeister vieles von dem, was ihn in der vergangenen Saison stark machte. Lediglich ein Scheitern beim Strafstoß und das eine oder andere aus Sicht von RBL unglücklich platzierte Bein der Gegenspieler verhinderten eine höhere Führung.

Dass Dorfmerkingen – auch dank einiger vermeidbarer Fehler des Bundesligisten – im ersten Durchgang mehrmals kontern konnte, dürfte Hasenhüttl hingegen nicht gefallen haben. Besonders Innenverteidiger Upamecano sah häufig nicht gut aus und könnte in Gelsenkirchen durch Compper oder Ilsanker ersetzt werden. Im Kampf um die Position neben Werner im Angriff hat Poulsen einige Pluspunkte gesammelt – anders als Zugang Bruma, der auf Linksaußen als einziger Offensivakteur blass blieb. Auf der Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag ließ Hasenhüttl offen, ob der im Pokal wegen einer Angina fehlende Forsberg von Anfang an spielen und Bruma somit ersetzen wird. Da Demme nach wochenlanger Verletzung zwar wieder am Mannschaftstraining teilnimmt, aber am Samstagabend nicht im Kader stehen soll, dürfte Laimer im zentralen Mittelfeld erneut zum Zuge kommen. Ansonsten sind alle Spieler weitgehend fit.

Für viele Experten ist Schalke 04 in der neuen Saison ein Kandidat für die Champions-League-Plätze – ebenso wie RB Leipzig. Ob es tatsächlich gleich am 1. Spieltag zu einem Spitzenspiel zweier annähernd gleichwertiger Mannschaften kommt, dürfte aber vor allem davon abhängen, ob sich Schalke im Vergleich zum Pokalspiel deutlich steigert.

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RBLSchalke 04
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