Von Plauen nach Pittsburgh: Ex-Lok-Spieler Ramón Hofmann ist Vizemeister im College-Soccer

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 78, seit 24. April im HandelEr war mal nominiert für das Tor des Monats, mittlerweile ist Ramón Hofmann Vizemeister im College Soccer in den USA. Der erst 26-Jährige spielte einst in der A-Jugend des 1. FC Magdeburg und stand im Sachsenpokal-Finale mit dem 1. FC Lok. Vor zwei Jahren entschied er, den Fußball zu nutzen, um andere Kulturen zu bereisen.

Der Oberliga-Spieler verließ den VFC Plauen, schloss sich dem amerikanischen Universitäts-Sportverband an und schrieb nun für das Team California State University in Pittsburgh Geschichte. Wie man auch als semi-professioneller Spieler in den USA durch den Fußball leben kann, welche die spezielle Soccer-Regeln in den USA sind und warum zwischen Januar und August nur zwei Stunden Fußball pro Woche erlaubt sind, verrät er im LZ-Gespräch.

Ramón Hofmann, seit 2018 spielen Sie College Soccer in den USA. Wie sind Sie denn dazu gekommen?

Ich wollte mal aus Deutschland weg und mich in ein neues Abenteuer stürzen, raus aus meiner Komfortzone, um mich persönlich weiterzuentwickeln. Ich habe in der Oberliga unter anderem mit Justice Duerksen, einem US-Amerikaner, zusammengespielt und ihn gefragt, ob die USA eine sinnvolle Option wäre. Ich hatte schon immer mal überlegt beim Universitäts-Sportverband der USA (NCAA) ein Profil anzulegen und nach unserem Gespräch war klar: Das mache ich! Ich habe ein Highlight-Video erstellt und an ca. 40 US-Unis Vorstellungsmails samt Link geschickt. Einige zeigten Interesse und dann habe ich über Monate Kontakte aufgebaut.

Wie kann man sich den Wechsel vorstellen?

Der Verband NCAA ist für den stärksten Universitätssport in den Vereinigten Staaten zuständig. Dort muss man sich als internationaler Student hinwenden, ein Profil erstellen, seine Zeugnisse hinsenden, Fragen beantworten und den persönlichen sowie sportlichen Werdegang angeben. Der Verband entscheidet dann, ob man berechtigt ist, Unisport in den USA zu spielen.

Welche Kriterien legt er denn an?

College Soccer der NCAA wird in drei Ligen gespielt: Division 1, 2 und 3. Ob man dort spielen kann, ist für alle Ligen unterschiedlich geregelt. Es geht dabei nicht um unterschiedliche Niveau-Stufen. In der Division 1 spielen meist die Teams der großen, reicheren Universitäten. Dort darf man aber nur spielen, wenn das eigene Abitur noch keine fünf Jahre her ist. Mein Abitur war aber 2012, weswegen dies für mich nicht infrage kam. Für mich lief es also auf die „D2“ hinaus, da kommt es darauf an, wie lange man bisher schon Vollzeit-Student war. Mein bereits seit 2013 laufendes Studium in Deutschland war jedoch ein Teilzeit-Studium per Fernuni und so hatte ich meine Jahre noch zur Verfügung.

Diese Informationen habe ich mir auf eigene Faust bei ehemaligen Mitspielern und im Internet geholt, da ich nicht, wie man das auch machen könnte, eine Agentur beauftragt habe. Eine Agentur, welche ich in diesem Atemzug jedoch empfehlen kann, ist Athletes USA, da ich die verantwortlichen Personen kenne und schätze. Letztlich bin ich zunächst, wie gesagt, in der Division 2 bei der Southern New Hampshire University (SNHU) gelandet. Das ist im Nordosten der USA in New Hampshire. Dort habe ich ein Jahr gespielt. Mittlerweile bin ich an der California State University, Los Angeles.

Das klingt nach großer, weiter Welt. Ist es auch so gut, wie es sich anhört?

Die Universitäten, die ich besuchte, waren sehr unterschiedlich. Die erste war eher eine mittelgroße, fast kleine Universität. Dort habe ich auf dem Campus gelebt, so wie man es sich an einem US-College vorstellt. Das Trainingsareal und das Stadion waren erste Sahne, quasi Champions-League-reif. Fußballerisch war es in Ordnung. Wir haben eine gute Saison gespielt, wobei man den Modus erst mal verstehen muss.

Jedes Team spielt eine gewisse Anzahl an Spielen in der regionalen Liga, es kommt dann darauf an, wie viele Spiele man gewinnt, verliert und unentschieden spielt. Diese Statistik ist entscheidend. Wenn diese Statistik ausreichend ist, spielt man das nationale Turnier zunächst in einem größeren Gebiet, beispielsweise im Nordosten der USA. Dort habe ich im ersten Jahr mit der SNHU leider das Halbfinale gegen die Adelphi University verloren.

Rückblickend ist am allercoolsten an der ganzen Geschichte, dass ich nun Menschen aus der ganzen Welt kenne, weil die Universitäten voll mit Menschen verschiedener Herkunft sind. Ich habe quasi Freundschaften auf der ganzen Welt geschlossen. Das ist mit Abstand betrachtet sogar besser als das Sportliche.

Das Titelblatt der LEIPZIGER ZEITUNG Nr. 78, Ausgabe April 2020. Foto: Screen LZ

Das Titelblatt der LEIPZIGER ZEITUNG Nr. 78, Ausgabe April 2020. Foto: Screen LZ

Warum haben Sie dann die Uni gewechselt?

Es war eine Mischung aus Neugierde nach neuen Abenteuern und sportlichem Erfolg. Ich hatte das Gefühl, dass wir sportlich mit der SNHU in der neuen Saison nicht besser abschneiden werden als zuvor.

Welches Niveau hat der College-Fußball in den Vereinigten Staaten im Vergleich zu Deutschland?

Da muss man zwischen dem Niveau der Einzelspieler und dem Niveau der gesamten Mannschaft unterscheiden. Ich habe mit Spielern zusammengespielt, die könnten mit Sicherheit hier Regionalliga oder nach ein, zwei Jahren Training auch eventuell in der 3. Liga mithalten. Das sind sicher nicht alle, aber zwei, drei Spieler meiner Teams wären das schon. Aber an den Universitäten sind die Mannschaften sehr international und man hat wenig Zeit, die verschiedenen Spieler und Spielweisen aufeinander abzustimmen. An der SNHU spielten zu meiner Zeit beispielsweise Spieler aus Deutschland, Frankreich, Portugal, Island, Norwegen, den USA und auch ein Spieler aus der Karibik.

Das sind nur die Spieler, die mir spontan eingefallen sind. Im Mannschaftskader in Los Angeles standen sogar 34 Spieler. Um das Team zusammenzubringen, hatten wir zwei bis drei Wochen Saisonvorbereitung und dann ging die Saison los. So muss man es schnell schaffen, zusammenzufinden. An der SNHU hatten wir gute Einzelspieler, aber am Ende fehlte es uns an den mannschaftstaktischen Mechanismen. Ich denke schon, dass wir mit dieser Mannschaft in der Oberliga in Deutschland hätten mitspielen können.

Hat sich der Wechsel an die California State University letztlich sportlich ausgezahlt?

Da war alles noch mal professioneller, was Einstellung, Trainerteam und Spieler angeht. In der Vorbereitung trafen wir uns 5 Uhr morgens zum Meeting, um eine Stunde taktische Merkmale durchzusprechen. Danach trainierten wir das erste Mal am Tag, dann fuhren wir nach Hause und dann trainierten wir nachmittags erneut. Es fühlte sich an wie Profitum. Dementsprechend waren wir auch sehr erfolgreich in dieser Saison.

Aber wann studiert man denn da?

Die Vorbereitung ist genau zwei, drei Wochen vor Beginn der Uni. Da ist genug Zeit für Fußball. Nachdem die Uni begonnen hatte, haben wir einmal täglich trainiert – 12 Uhr mittags für zwei, zweieinhalb Stunden, in der größten Hitze, in Südkalifornien. Danach gingen wir wieder zur Vorlesung. Die Liga-Saison läuft meistens von Anfang September bis Mitte November. Da ist jede Woche eine englische Woche. Wer eine gute Saison spielt, spielt dann wie gesagt im Ligapokal, dann im Regionalpokal und dann geht es bis ins nationale Finale.

Mit der Uni aus Los Angeles sind wir ungeschlagen ins College-Soccer-Finale der gesamten USA gekommen. Das Finale war in Pittsburgh/Pennsylvania. Das war mein Wiedersehen mit der Ostküste der USA. Ein Flug quer durch das Land und das Finale wurde im Final-Four-Modus gespielt. Wir gewannen das Halbfinale, haben aber leider das Finale gegen University of Charleston verloren. Das war dann unsere einzige Saisonniederlage.

Wie viele Zuschauer kommen zu so einem Spiel?

Leider hat es geregnet, die Finalteams waren in Pittsburgh nicht gerade heimisch und im Dezember ist es auch ziemlich frostig im Staate Pennsylvania. Ich denke, es waren circa 200 Zuschauer da, aber das Spiel wurde Amerika-weit übertragen. Am Ende haben wir Uni-Geschichte geschrieben, denn es war die erfolgreichste Saison, die eine Soccer-Mannschaft unserer Uni je gespielt hat. Die höchste Zuschauerzahl in meiner bisherigen Karriere in den USA lag bei ungefähr 800. Ansonsten ist es in der Saison nicht gerade leicht, sich Sonntagmittag bei 38 Grad vor 50 Zuschauern zu motivieren.

Werden College-Fußballer in den USA bezahlt?

Nein. Sonst würde man nicht mehr als Amateur gelten und dürfte nicht am College spielen. Unikosten, Verpflegung und Unterkunft wurden bei mir allerdings übernommen.

Hier hängt sich Ramon Hofmann noch für den 1. FC Lok voll rein. Foto: Jan Kaefer (Archiv)

Hier hängt sich Ramon Hofmann noch für den 1. FC Lok voll rein. Foto: Jan Kaefer (Archiv)

Wie verbringt man als Fußballmannschaft und -spieler die fußballfreie Zeit zwischen Januar und August?

Tja, es gibt schon Gründe, warum es College Soccer und nicht Fußball heißt (lacht). Es wird zum Teil auch nach anderen Regeln gespielt: Die Zeit wird bei Unterbrechungen gestoppt, man darf beliebig ein- und auswechseln, aber nur wenn die eigene Mannschaft nach der Spielunterbrechung im Ballbesitz ist, und es gibt keine Nachspielzeit. Wenn die Saison um ist, dann darf man nur zwei Stunden wöchentlich sportartspezifisch trainieren.

Man geht also jeden Tag ins Fitnessstudio und dann darf man in der Zeit von Januar bis Mai fünf bis sieben Vorbereitungsspiele machen. In der USA gibt es die Möglichkeit, ab Mai in der 3. Liga des amerikanischen Fußballverbands eine „Sommer League“ zu spielen, was einige Spieler dann machen. Ich bin letzten Sommer nach Deutschland zurückgekommen und habe die letzten Spiele beim VFC Plauen in der Oberliga gespielt.

Woher kommen die Trainer der College-Teams?

An meiner ersten Uni waren es hauptsächlich amerikanische Trainer. Die haben sicherlich auch mal im College gespielt, waren dann Assistenztrainer und später Cheftrainer. An meiner Uni in Los Angeles ist der Coach schon MLS-Trainer gewesen und hat auch schon Landon Donovan, einen einstigen amerikanischen Fußballstar trainiert. Mein Cheftrainer ist im Scouting-Team des MLS-Club von Los Angeles FC, der Co-Trainer war MLS-Spieler.

Gibt es die Möglichkeit, vom College-Fußball-System ins Profi-System zu wechseln?

Es gibt die Möglichkeit über das sogenannte Draft-System, wenn die Leistung in der Saison stimmt und man entsprechend gut von den Trainern aller Uni-Teams bewertet wurde. Die „besten“ Spieler werden zu einer Konferenz eingeladen bei der die MLS-Vereine sich die Spieler „picken“ können. Das passiert aber hauptsächlich mit Spielern aus der Division 1 und nur einer Handvoll von Spielern aus der D2. Das hat für mich aber keine wirkliche Rolle gespielt und dazu kam es auch nicht. Nein hätte ich natürlich aber nicht gesagt.

Warum sind Sie zurzeit in Deutschland und wohin geht’s nach dem Sommer?

Ich habe mich im Dezember beim Finale um den West-USA-Titel verletzt. Ich bekam einen Schlag gegen das Knie, hatte Schmerzen, spielte dann aber weiter. Später, nach dem Finale und einem Skilanglauf-Ausflug in Deutschland, bin ich doch noch einmal zum Arzt, weil ich merkte, dass etwas nicht stimmt. Bei einem MRT, den Rückflug nach LA hatte ich schon gebucht, stellte sich heraus, dass ich kein vorderes Kreuzband mehr habe. Den Flug habe ich dann gecancelt, die Uni angerufen, wurde im Elisabeth-Krankenhaus operiert und studiere mittlerweile von zu Hause aus online.

Alle internationalen Studenten sind ja mittlerweile auch nach Hause geflogen und machen es mir quasi nach (lacht). Jeden Tag mache ich nun meine Reha und kann dadurch unter den derzeitigen Umständen privilegiert unter Anleitung Sport treiben. Ich kann sogar schon wieder joggen gehen, aber man sagte mir, dass das Risiko für eine Re-Ruptur erst nach neun Monaten stark sinkt. Wer also bereits nach sechs Monaten anfängt, hat ein weit höheres Risiko und braucht dann länger, um wieder an seine alte maximale Leistungsgrenze zu kommen. Daher werde ich mich in Geduld üben müssen und mit dem Ball noch etwas warten.

Und dann geht es wieder in die USA?

Das weiß ich selbst noch nicht. Das kann schon sein oder ich lerne noch ein, zwei andere Kulturen kennen, studiere dort und finanziere über den Fußball mein Leben in dem jeweiligen Land. Dadurch schaue ich derzeit, wohin ich noch wechseln könnte. Das könnte Dänemark, England, Neuseeland, Australien oder Südafrika sein. Ich bin da absolut offen für alles.

Können Sie einem Fußballer die Zeit in den USA empfehlen und wenn ja, was müsste er für ein Niveau mitbringen?

Um der Erfahrung willen ist das eine Supersache. Dann kommt es aber immer auch auf die Universität an, für die man sich entscheidet. Das eigene fußballerische Niveau sollte schon ordentlich sein. Wer einmal Profi gewesen ist, darf übrigens kein College Soccer mehr spielen. Semiprofessionelle Spieler aus der 4., 5. oder 6. Liga können das durchaus ins Auge fassen. Es ist halt die Frage, ob man, ohne despektierlich klingen zu wollen, in Merseburg und Rudolstadt oder lieber in Los Angeles, San Francisco und San Diego spielen will. Man kann in den Staaten schon das Studium und den Sport optimal miteinander verbinden.

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