Die Vorfreude auf das erste Lok-Trikot mit dem Meisterstern war bei Verein und Fans riesig. Als das begehrte Hemd Mitte Juli in den Verkauf ging, dauerte es keine fünf Tage, bis alle knapp 500 Exemplare der ersten Auflage restlos vergriffen waren. Deutlich länger dauerte da das Prozedere, um den Stern für die drei VfB-Meisterschaften 1903, 1906 und 1913 überhaupt aufs Trikot zu holen.

„Wir haben das Ganze 2015 angestoßen“, berichtete Lok-Aufsichtsrat Jens Peter Hirschmann dem DFB-Präsidenten Bernd Neuendorf bei dessen Besuch in Probstheida. „Dass das heute nach fast sieben Jahren unentwegter Tätigkeit zu so einem guten Abschluss kommt, freut uns besonders.“

Neuendorf, der am Samstag (30.07.) anlässlich des Deutschen Supercup-Finales in Leipzig weilte, nutzte diese Gelegenheit, um beim 1. FC Lok vorbeizuschauen und dem Verein, der im vergangenen Jahr offiziell mit dem VfB Leipzig fusionierte, symbolisch den Meisterstern zu überreichen. Eine wichtige Geste für den Regionalligisten, der in einer Woche mit dem Stern-Trikot ins neue Spieljahr startet.

Dass die Lok dabei von der Papierform her nicht wirklich zu den heißen Aufstiegskandidaten gehört, gesteht Vereinsvorsitzender Thomas Löwe auch gegenüber dem DFB-Präsidenten ein: „Andere Mannschaften haben wesentlich mehr Mittel, um den Aufstieg anzupeilen. Wenn wir im oberen Drittel mitspielen und sich die Chance ergibt, wollen wir die natürlich ergreifen. Aber insgesamt müssen wir vernünftig bleiben und unsere Möglichkeiten realistisch einschätzen.“

Die symbolische Überreichung des Meistersterns an den 1. FC Lok: Lok-Präsident Thomas Löwe (links am Trikot) mit DFB-Präsident Bernd Neuendorf (rechts daneben). Foto: Jan Kaefer
Die symbolische Überreichung des Meistersterns an den 1. FC Lok: Lok-Präsident Thomas Löwe (links am Trikot) mit DFB-Präsident Bernd Neuendorf (rechts daneben). Foto: Jan Kaefer

Bei seinem Besuch im Bruno-Plache-Stadion informierte sich Bernd Neuendorf ausführlich über die aktuellen Themen des Vereins, dessen Geschichte und die der historischen Holztribüne. Diese ist laut Lok-Historiker André Göhre „nach dem Pariser Eifelturm das zweitälteste Provisorium der Welt“. Und auch die Zahl 2 Millionen Euro hat der DFB-Präsident gehört, die zur endgültigen Sanierung der Tribüne noch aufgebracht werden müssen.

Als großen Wunsch und Bitte äußerte Thomas Löwe zudem, dass es dem 1. FC Lok sehr wichtig ist, seitens des DFB den Zuschlag für ein Nachwuchs-Länderspiel im Bruno-Plache-Stadion zu erhalten. Neuendorf nahm nicht nur das mit Interesse zur Kenntnis, stellte viele Fragen und hörte aufmerksam zu. Als Souvenir gab ihm der Verein noch eines der nagelneuen Lok-Trikots mit Meisterstern mit auf dem Weg – und den augenzwinkernden Hinweis, dass er das auch gerne am Abend beim Supercup-Finale tragen könne …

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