Es ist DAS Wimmelbild der deutschen Leichtathletik: Jedes Jahr im Februar treffen sich mehr als eintausend kleine und große Sportlerinnen und Sportler zum teilnehmerstärksten Hallenmeeting des Landes in der Leipziger Arena. Am vergangenen Samstag, 7. Februar, ging so bereits die 21. Auflage des athletischen Spektakels über die blaue Bühne.
Im Februar trägt die Arena traditionell ihr blaues Leichtathletik-Kleid. Dann dient sie den Athletinnen und Athleten vor allem als beliebte Trainingsstätte. Sie hält aber auch einige Wettkampfhöhepunkte bereit, allen voran die Deutschen Hallenmeisterschaften (vielleicht wieder 2027), das Sportfest am Bundesstützpunkt (Sa., 14. Februar 2026) und eben das MITGAS Indoor Meeting samt Schülersportfest.
Nachdem diese Veranstaltung im vergangenen Jahr – hauptsächlich aus gesundheitlichen Gründen bei Chef-Organisator Tasso Hanke (SG MoGoNo) – nicht stattfinden konnte, war in diesem Jahr die Nachfrage nach Startplätzen wieder immens.

„Anfragen gab es von zirka 1.400 Sportlern“, verriet Hanke. „Wir mussten die Anmeldeplattform wirklich schon einen Tag vor dem offiziellen Meldeschluss dichtmachen, weil es ansonsten den Rahmen gesprengt und wahrscheinlich noch mehr Tränen gegeben hätte, wenn Streichung hätten stattfinden müssen. So haben wir von Anfang an gesagt: Mehr geht einfach nicht“. Verständlich, denn auch so erstrecken sich die Wettkämpfe bereits über insgesamt zehn Stunden.
Das dickste sportliche Ausrufezeichen setzte an diesem Tag wohl Lokalmatador Louis Schuster von der SG Motor Gohlis-Nord. Der erst 18-jährige Sprinter, der letzten Sommer mit Staffel-Silber von der U20-Europameisterschaft heimgekehrt war, gewann zunächst souverän den Wettbewerb über 60 Meter. Dabei setzte er sich nicht nur gegen 42 Konkurrenten durch, sondern verbesserte seine persönliche Bestzeit auch auf 6,74 Sekunden.

Eine neue Bestzeit gelang ihm dann wenig später auch noch über die 200 Meter, die er ebenfalls für sich entscheiden konnte. Seine Siegerzeit von 21,35 Sekunden war außerdem sächsischer U20-Landesrekord! Damit unterbot er seine eigene, erst zwei Wochen alte, Bestmarke erneut. Ein rundum gelungener Tag also für den von Tobias Lay trainierten Gohliser.
Bei den Frauen war Mia Besser vom SC DHfK die schnellste Leipzigerin. Auch sie ist erst 18 Jahre jung und bekam es über die 60 Meter Sprintstrecke gleich mit 52 Kontrahentinnen zu tun. Sie schaffte es ins Finale und belegte am Ende den 5. Platz. Den eigentlichen Erfolg hatte Besser aber schon im Vorlauf erzielt, wo sie mit 7,57 Sekunden eine neue persönliche Bestzeit aufstellte.

Sogar aufs Treppchen sprintete die SC DHfK-Athletin dann über die 200 Meter. Ihre 24,12 Sekunden brachten die Leipzigerin auf den 2. Platz. Hier war nur die Schweizerin Fabienne Hoenke schneller, die immerhin schon mal 200 Meter-Meisterin ihres Landes war.
Eine Siegerin im Leipzig-Trikot gab es schließlich noch beim Weitsprung. Hier vollbrachte Lilly Empl im großen Feld von 25 Teilnehmerinnen sogar einen Start-Ziel-Sieg. Die 25-Jährige, die erst Ende letzten Jahres von der SG MoGoNo zum SC DHfK hinübergewechselt war, setzte sich gleich im ersten Versuch mit 5,61 Meter an die Spitze. Im dritten Versuch segelte sie schließlich auf die Sieger-Weite von 5,87 Meter.

Ganz in den Dienst der hoffnungsvollen Talente stellten sich an diesem Tag aber auch zwei gestandene SC DHfK-Athlet/-innen. Felix Rüger und Hannah Stegenwallner gingen jeweils über 1.500 Meter als Pacemaker für jugendliche Teammitglieder auf die Rundbahn. So half Rüger dem 16-jährigen Erik Geisler dabei, bei dieser letzten Quali-Möglichkeit die Norm (4:10,20 Minuten) für die Deutsche U20-Hallenmeisterschaft einzutüten. Das gelang mit 4:06,20 Minuten auch souverän.

Hannah Stegenwallner hingegen hatte gleich zwei junge Sportlerinnen im Schlepptau. Sowohl bei der 15-jährigen Rosa Tittmann als auch bei der 16-jährigen Paula Langhammer ging es darum, die persönlichen Bestzeiten nach unten zu drücken. Auch dieser Plan ging auf, mit Zeiten von 5:01,78 und 5:01,34 Minuten. Die „Zugpferde“ Stegenwallner und Rüger trainieren selber aber aktuell auf eine etwas längere Distanz außerhalb der Halle hin. In einem Monat wollen beide fit sein für die 10 Kilometer-DM auf der Straße.

Apropos Deutsche Meisterschaft. Mit Robert Farken (SG MoGoNo) schickte ein mehrfacher Leipziger Champion ein Grußvideo über den Videowürfel der Arena. Das Gohliser Urgestein, das viele Jahre auch im Trikot des SC DHfK große Erfolge auf der Mittelstrecke feierte, wäre auch gern selbst vor Ort gewesen, doch lebt und trainiert aktuell in den Vereinigten Staaten, wo er gerade in die Hallensaison eingestiegen ist und sich ohne zusätzliche Reisestrapazen auf die Hallen-DM und -WM vorbereiten soll.
„Robert war ja auch deswegen zurück in den Verein gekommen, um das Meeting weiterhin zu pushen und wieder aufleben zu lassen“, erklärt Tasso Hanke, der auch die Leichtathletik-Abteilung der SG MoGoNo leitet. „Für ihn ist das eine Herzensangelegenheit. Denn das hier ist ja so ein bisschen seine Heimstätte, sein Wohnzimmer, wo er mehrfach Deutscher Meister geworden ist. Er hatte hier in dieser Arena erste Wettkämpfe als 10-11-Jähriger bestritten, das waren prägende Erlebnisse für ihn. Und das macht ihn auch so engagiert dafür, dass die Geschichte hier weitergehen soll.“

Seitens der Stadt Leipzig und auch von einigen teils neuen Sponsoren gab es jedenfalls bereits klare Signale, das beliebte Leichtathletik-Meeting auch in den kommenden Jahren weiterhin unterstützen zu wollen. Jetzt muss also nur noch die Gesundheit mitspielen.
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