Erst im letzten Spiel der vergangenen Saison hatten die Hockeyfrauen des ATV 1845 Leipzig den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga Süd endgültig klar machen können. So eng soll es in diesem Spieljahr nicht wieder zugehen. Das zumindest wünscht sich ATV-Trainer Christian Hufnagl: „Wir werden auch dieses Jahr wieder den Klassenerhalt anstreben. Aber wir versuchen, nicht bis zum letzten Spieltag damit zu warten, sondern das Ding schon vorher einzutüten. Denn das machen unsere Nerven nicht mehr mit, wenn wir das immer so knapp gestalten.“

Der Saisonauftakt jedenfalls gibt Anlass zur Hoffnung. Am Sonntag (11. September) besiegte sein Team den Aufsteiger Mariendorfer HC mit 2:1 (1:0) und sicherte sich damit die ersten drei Punkte.

Nach der Kalkulation von Coach Hufnagl sollten mindestens 20 Punkte zum Klassenerhalt reichen. „Ich weiß noch nicht genau, wie sich die anderen Mannschaften verstärkt haben. Ziel ist es aber, in der Hinrunde wieder zehn Punkte zu bekommen, um in der Rückrunde zehn oder vielleicht zwölf Punkte zu holen. Dann wären wir mit 22 Punkten sicher durch.“ Grundlage dieser Kalkulation sind jeweils zwei Siege gegen die beiden Aufsteiger Mariendorfer HC und TG Frankenthal, was schon mal zwölf Punkten entspräche. „Generell musst du gegen die Aufsteiger immer punkten, wenn du die Klasse halten willst“, so die Idee dahinter.

Vielleicht war es aber genau dieser Gedanke, der in den Köpfen seiner Spielerinnen zum Auftaktspiel für eine gehörige Portion Nervosität sorgte. Im ersten Viertel der Begegnung setzte der Aufsteiger aus dem Süden Berlins die Leipzigerinnen derart unter Druck, dass diese hauptsächlich mit Verteidigen beschäftigt waren und kaum den Weg in die gegnerische Hälfte fanden. Allerdings: Die Abwehr blieb stabil – und im zweiten Viertel traf Cosima Rocktäschel für den ATV sogar zur 1:0-Führung. Das Tor fiel in etwa genauso überraschend, wie der Ausgleich wenige Minuten nach der Halbzeitpause – durch Simone Schuster per Siebemeter (35. Minute).

ATV-Trainer Christian Hufnagl im Dialog mit Luise Brüggenjürgen. Foto: Jan Kaefer
ATV-Trainer Christian Hufnagl im Dialog mit Luise Brüggenjürgen. Foto: Jan Kaefer

Umso schöner, dass es ausgerechnet Lisa Scheigenpflug vorbehalten war, mit ihrem Treffer nach einer Ecke (41. Minute), für den Leipziger Sieg zu sorgen – denn die ATV-Kapitänin feierte an diesem Spieltag ihren 23. Geburtstag. Klar, dass die Stimmung nach dem Abpfiff äußerst ausgelassen war und sich die Leipzigerinnen verdient für ihren „Sonntagsdreier!“ feierten.

Zufrieden mit den eingefahrenen Punkten war natürlich auch Trainer Christian Hufnagl, dennoch war ihm eines nicht entgangen: „Von der Art und Weise her, wie wir den Sieg geholt haben, ist noch Luft nach oben. Das wissen die Mädels aber auch. Wir haben in der Vorbereitung um einiges besser gespielt, als wir das heute abgerufen haben.“

Dem Trainer ist klar, an welchen Stellschrauben er noch drehen muss: „Das sind viele kleine Sachen, wie das Zweikampfverhalten defensiv oder das Umschaltspiel, also dass wir uns schneller absetzen, wenn wir den Ball haben und die freien Räume besetzen. Dazu kommt Passgenauigkeit und Passhärte, das war heute anfangs unser größtes Problem.“ An eben dieser Passqualität und dem Umschaltspiel wird im Laufe dieser Woche daher beim ATV gezielt gefeilt werden. Denn die Aufgaben werden nicht leichter. Die nächsten drei Spiele muss Leipzig allesamt auswärts antreten.

Stella Schniewind im Duell um einen hoch fliegenden Ball. Foto: Jan Kaefer
Stella Schniewind im Duell um einen hoch fliegenden Ball. Foto: Jan Kaefer

Das kommende Wochenende führt das Team zum Doppelspieltag nach Nürnberg. Am Samstag (17. September) steht der ATV beim Nürnberger HC auf dem Platz und tritt einen Tag später noch bei der HG Nürnberg an. Und in der Woche darauf ist das Hufnagl-Team in Berlin zu Gast, wo es am 24. September beim Erstliga-Absteiger TuS Lichterfelde bestehen muss.

Am heimischen Gerhard-Langner-Weg können die Leipziger Hockeyfrauen wieder am darauf folgenden Wochenende unterstützt werden. Dabei haben sie am Samstag, 1. Oktober (14 Uhr), mit dem Rüsselsheimer RK ein echtes Schwergewicht der Liga zu stemmen und stehen am Sonntag, 2. Oktober (12 Uhr) an gleicher Stelle dem Feudenheimer HC gegenüber.

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