Überraschung am 6. Spieltag der Regionalliga Nordost. Am Samstag (17. September) brachte die BSG Chemie Leipzig dem bisher verlustpunktfreien Tabellenführer Berliner AK die erste Saisonniederlagen bei. Vor 3.485 Zuschauern im Alfred-Kunze-Sportpark gewannen die Leutzscher mit 2:1 (1:0) und hatten dabei noch weitere klare Torchancen liegenlassen. Mit diesem Sieg klettert Chemie vorerst auf den 7. Tabellenplatz – direkt vor den Lokalrivalen 1. FC Lok, der am Sonntag mit einem Sieg in Halberstadt aber wieder vorbeiziehen kann.

So fielen die Tore

1:0 Paul Horschig (BSG Chemie), 15. Minute
Ecke von links. Florian Brügmann serviert den Ball auf den kurzen Pfosten, wo ihn Alexander Bury per Kopf in Richtung Tormitte weiterleitet. Dort setzt sich Paul Horschig gegen zwei Berliner durch und drückt den Ball ebenfalls per Kopf aus Nahdistanz in die Maschen.

2:0 Manasse Eshele (BSG Chemie), 49. Minute
Chemie baut den Angriff aus der eigenen Hälfte auf. Auf der linken Seite marschiert Denis Jäpel mit dem Ball am Fuß in der Berliner Hälfte, legt ab auf ganz linksaußen, wo Lucas Surek Tempo aufgenommen hat. Etwa auf Strafraumhöhe flankt dieser Richtung 5-Meter-Raum auf Manasse Eshele. Der kann von Kwabe Schulz nicht daran gehindert werden, den Ball mit dem linken Fuß direkt aus der Luft zu pflücken und aufs kurze Toreck zu bugsieren. BAK-Keeper Luis Zwick scheint überrascht und lässt den Ball durch seine Beine ins Tor trudeln.

2:1 Michael Seaton (Berliner AK), 75. Minute
Kwabe Schulz fängt auf halblinks einen Chemie-Befreiungsschlag mit der Brust ab, leitet weiter auf linksaußen. Eine Dreieckskombination setzt Ben Meyer in Szene, der unweit der Grundlinie flach auf Patrick Sussek passt. Dieser dreht sich um Paul Horschig und passt aus sehr spitzem Winkel mit links scharf und flach vors Tor, wo Michael Seaton aus etwa einem Meter nur noch zum Anschlusstreffer einzuschieben braucht.

Der Eckball, der zur 1:0-Führung für die BSG Chemie verwandelt wurde. Foto: Jan Kaefer
Der Eckball, der zur 1:0-Führung für die BSG Chemie verwandelt wurde. Foto: Jan Kaefer

So bewerten die Trainer das Spiel

Benjamin Duda (Berliner AK):
Das war ein absolut verdienter Heimsieg für Chemie, das müssen wir fairerweise anerkennen. Bei uns hat es mindestens eine Halbzeit lang gedauert, bis meine junge Mannschaft mit der Heimwucht klar kam. Wir können von Glück reden, dass das Spiel nach einer Stunde nicht schon entschieden war.

Trotzdem, das nehmen wir als kleines positives Teilchen mit, haben wir es nach etwa 70 Minuten geschafft, den Fußball zu spielen, der uns die letzten fünf Wochen ausgezeichnet hat, nämlich viel kombinations- und spielfreudiger als die lange erste Phase des Spiels. Und obwohl wir heute nicht gut gespielt haben, sehe ich dann noch eine Situation, in der wir das 2:2 hätten schießen können, was mit der Leistung heute natürlich zu viel des Guten und nicht verdient gewesen wäre.

Aber das wirft uns jetzt nicht um, ganz im Gegenteil. Es ist ein Wachmacher, ein Signal. Es war für die Entwicklung meiner jungen Mannschaft eine Erfahrung, hier gespielt zu haben. Wir werden das direkt morgen früh aufarbeiten, werden bestärkt dort herauskommen und nächste Woche wieder neu angreifen.

Eine der zahlreichen Chemie-Chancen vereitelt BAK-Keeper Luis Zwick im letzten Moment. Foto: Jan Kaefer
Eine der zahlreichen Chemie-Chancen vereitelt BAK-Keeper Luis Zwick im letzten Moment. Foto: Jan Kaefer

Miroslav Jagatic (BSG Chemie):
Das war eine geschlossene Mannschaftsleistung. Sie haben sich taktisch ordentlich verhalten, waren sehr konzentriert, sehr fokussiert. Dann geht es vom Einfachen zum Schweren – wenn die einfachen Sachen gelingen, werden natürlich auch die schwierigen Sachen besser. Ich glaube, wir haben den BAK in der ersten Halbzeit überrascht. Wir gehen in Führung und haben noch Möglichkeiten, gleich das zweite und dritte Tor zu machen. So kommst du aber mit 1:0 wieder aus der Kabine heraus und führst dann ganz schnell 2:0. Und du hast wieder Möglichkeiten, um das dritte und das vierte Tor zu machen. Aber wir haben es nicht gemacht.

Eine Mannschaft wie der BAK hat natürlich auch Klasse und hatte den Ball dann auf einmal besser und sicherer in den eigenen Reihen. Da haben wir oft einen Schritt zu wenig gemacht, waren nicht schnell genug wieder am Gegner – und dann rutscht irgendwann so ein Ding hinten durch und es brennt. Aber danach hat man wieder ein anderes sich Gesicht der BSG gesehen, wo wir die Ärmel hochkrempeln und die letzten 15 Minuten leidenschaftlich verteidigen.

Mir wäre es natürlich lieber gewesen, wir hätten schon das dritte Tor gemacht, da wäre alles etwas ruhiger gewesen. Aber gerade gegen den Tabellenführer zu gewinnen, ist ja auch kein Spaziergang. Wir freuen uns sehr, dass wir gegen so ein klasse Team wie den BAK heute gewonnen haben und lassen das heute erst einmal sacken. Analysiert wird das Ganze dann erst morgen.

Die Statistik zum Spiel:
https://www.fussball.de/spiel/bsg-chemie-leipzig-berliner-athletik-klub/…

- Anzeige -

Empfohlen auf LZ

So können Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstützen:

Keine Kommentare bisher

Schreiben Sie einen Kommentar