Am ersten August-Wochenende (05.–07.08.) zündet die Regionalliga Nordost ihren ersten Spieltag der neuen Saison 2022/2023. Wie schon in den letzten drei Jahren mischen mit dem 1. FC Lok und der BSG Chemie auch wieder die beiden Leipziger Lokalmatadore mit. Beide Vereine sind vom Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) inzwischen auflagenfrei für das Spieljahr zugelassen worden. Zu Wochenbeginn starteten beide Teams mit einem öffentlichen Auftakttraining in die Saisonvorbereitung.

Straffes Lok-Programm

Das Wetter, welches die Kicker des 1. FC Lok dabei erwischten, sollte besser nicht das Omen für die bevorstehende Saison gewesen sein. Dauerregen und herbstliche Temperaturen (und vermutlich auch die mittägliche Stunde) lockten am Montag (20.06.) lediglich rund zwei Dutzend Zaungäste nach Probstheida – Pressevertreter und Vereinspersonal inklusive. So wurde es eine sehr feuchte, aber dennoch fröhliche Trainingseinheit auf dem Gelände des Bruno-Plache-Stadions.

Von den bisher fünf verkündeten Neuverpflichtungen im Kader des 1. FC Lok griffen bei dieser Gelegenheit vier bereits ins Geschehen ein. Neu dabei ist Torwart Isa Dogan (22), der vom sächsischen Liga-Rivalen Chemnitzer FC für zunächst ein Jahr nach Leipzig wechselt. Vor seinem Kasten soll Linus Zimmer (19) die rechte Abwehrseite verstärken. Er ist ein Leipziger Junge, der als Kind bereits drei Jahre (2011–2013) Probstheidaer Fußballluft schnupperte, danach lange bei Rasenballsport aktiv war und nun vom niederländischen Zweitligisten FC Den Bosch, ebenfalls für erstmal ein Jahr, in seine Geburtsstadt zurückkehrt.

Für das defensive Mittelfeld wurde Riccardo Grym (22) verpflichtet. Er unterschrieb gleich für zwei Jahre und kommt ebenfalls vom CFC. Er stand unter anderem 19 Mal für polnische Nachwuchsnationalmannschaften auf dem Platz. Der Vierte im Bunde ist Julian Weigel (20), der das offensive Mittelfeld beleben soll. Er kommt von der Regionalliga-Konkurrenz aus Halberstadt und bindet sich ebenfalls für zwei Jahre an Lok. Noch nicht in Aktion zu erleben war indes Antonio Verinac (17). Der jugendliche Angreifer, der in Hamburg geboren und beim FC St. Pauli sowie Werder Bremen ausgebildet wurde, erhielt einen Einjahresvertrag und konnte erst im Laufe der Woche zu seinem neuen Team stoßen.

Lok-Trainer Almedin Civa wünscht sich zusätzlich zwei, drei weitere Verstärkungen. Gesucht wird noch ein Innenverteidiger und ein Außenstürmer, um den Kader auch in der Breite stabil aufzustellen. Ob die ebenfalls am Montag aktiv gewesenen Probespieler Dejvi Alsela (20/Brandenburger SC) und Julius Pfennig (19/Rasenballsport) den Coach überzeugen konnten, wird sich zeigen.

Das Vorbereitungsprogramm für die Blau-Gelben ist straff getaktet. Ganze zwölf Testspiele sind für die kommenden fünf Wochen vereinbart. Los geht’s damit schon diesen Samstag (25.06./15 Uhr) beim Kreisoberligisten SV Spröda (Delitzsch), im Rahmen des 50-jährigen Vereinsjubiläums. Nur einen Tag später (26.06./15 Uhr) reist Lok weiter zum FSV Sömmerda aus der Landesklasse Thüringen. Der sportlich erste richtige Kracher wird die Partie beim Zweitliga-Absteiger FC Erzgebirge Aue sein (02.07./17:30 Uhr).

Erst die beiden letzten Spiele der Vorbereitung trägt Lok vor eigenem Publikum aus. So trifft man in Probstheida auf den tschechischen Zweitliga-Absteiger FK Usti nad Labem (24.07./ 14 Uhr) und zum krönenden Abschluss auf den Drittligisten Hallescher FC (29.07./ 19 Uhr), zu dem die Leipziger eine enge Fanfreundschaft pflegen.

Mehr Infos: www.lok-leipzig.com

Lockerer Aufgalopp in Probstheida. Foto: Jan Kaefer
Lockerer Aufgalopp in Probstheida. Foto: Jan Kaefer

Chemie schon im Trainingslager

Einen Tag nach dem Lokalrivalen aus Probstheida ist auch die BSG Chemie ins Trainingsgeschehen eingestiegen. Am Dienstag (21.06.) hatten die Leutzscher dafür auch beste Wetterbedingungen. Mit von der Partie waren „fünfeinhalb“ Neuzugänge. Richtig neu im Verein ist Manassé Eshele (23), der vom Regionalliga-Konkurrenten Union Fürstenwalde ins Leutzscher Holz wechselt und unter anderem Erfahrungen in Mainz und Kaiserslautern sammeln konnte. Der Kongolese bindet sich für zwei Jahre an Chemie und soll in der zentralen Offensive zum Zug kommen.

Ebenfalls vorn drin soll Janik Mäder (25) für mächtig Alarm sorgen. In seiner Jugend kickte der gebürtige Bornaer bereits eine Saison lang für den FC Sachsen. Über die Stationen Rasenballsport, Meuselwitz und Zwickau landete er beim FC Energie Cottbus. Nun soll er für mindestens drei Jahre die BSG Chemie verstärken.

Für zwei Jahre unterschrieb schließlich noch Philipp Harant (23) in Leutzsch. Der Innenverteidiger vom 1. FC Magdeburg war zuletzt an den Berliner AK ausgeliehen und soll Stefan Karau (36) ersetzen, der seine aktive Karriere beendet hat. Gegangen ist der bisherige Mannschaftskapitän aber dennoch nicht, denn Karau bleibt den Grün-Weißen als Co-Trainer treu – und darf somit als „halber“ Neuzugang gelten.

Zudem zieht Chemie zwei Akteure aus dem eigenen Nachwuchs ins Männerteam hoch. Neben Torhüter Till Jagodzik (18), ist das noch Mittelfeldspieler Maximilian Jagatic (17), Sohn des Cheftrainers Miroslav Jagatic.
Noch bis zum Sonntag (26.06.) weilen die Grün-Weißen im Trainingslager in der Oberpfalz, wo sie am Donnerstag gegen Regionalligist 1. FC Nürnberg II ihr erstes Testspiel absolvierten (0:1-Niederlage).

Danach stehen insgesamt noch sechs weitere Partien auf dem Programm, vor allem gegen Oberligisten (Bischofswerda, Grimma, Plauen) und den Regionalligisten Hannover 96 II. Das einzige Heimspiel wird dabei am 09.07. (15 Uhr) im Alfred-Kunze-Sportpark gegen FC Maccabi Bosmat Tivon stattfinden – im Rahmen des 8. Internationalen Fußballbegegnungsfestes.

Mehr Infos: www.chemie-leipzig.de

„Lok und Chemie laufen sich warm: Trainingsauftakt bei den Lokalrivalen“ erschien erstmals am 24. Juni 2022 in der aktuellen Printausgabe der Leipziger Zeitung (LZ). Unsere Nummer 103 der LZ finden Sie neben Großmärkten und Presseshops unter anderem bei diesen Szenehändlern.

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