Es ist ein Novum für Leipzig. Der einstige Leichtathlet Felix Straub ist der erste Bobsportler, den der SC DHfK zu Olympischen Winterspielen entsenden konnte. Und als Anschieber im Team von Francesco Friedrich kehrte der 28-Jährige gleich mit einer Silbermedaille aus Cortina d’Ampezzo zurück. Ein guter Grund für die Sportstadt, ihren Athleten mit einem feierlichen Empfang angemessen zu ehren.
Applaus und Jubel branden auf, als Felix Straub am Mittwoch das Restaurant Felix am Augustusplatz betritt. Fähnchenschwenkend bilden ihm Freunde und Wegbegleiter ein Spalier, durch das der Olympiaheld freudestrahlend schreitet und die warme Dusche aus positiven Emotionen genießt. Auch Sportbürgermeister Heiko Rosenthal, Polizeipräsident René Demmler, SC DHfK-Präsident Bernd Merbitz, der Liebertwolkwitzer Ortsvorsteher Roland Geistert und Olympia-Reporter Tom Scheunemann waren gekommen, um dem erfolgreichen Sportler persönlich zu gratulieren.
Dieser hatte sich mit seiner ersten Olympia-Teilnahme selbst endlich einen Traum aus Jugendtagen erfüllen können. Die sportliche Karriere für den im mittelfränkischen Ansbach geborenen Straub ging allerdings zunächst in der Leichtathletik steil. „Mit 16 habe ich bei der Leichtathletik gemerkt: Da kann mehr draus werden. Ich habe angefangen, täglich zu trainieren. Von da an war das Ziel, einmal bei Olympia an den Start zu gehen“, verriet er im Gespräch mit Moderator Florian Eib.

Als Sprinter war er unter anderem Teil der 4×100 Meter Staffel, die 2019 für den SC DHfK den Deutschen Meister-Titel erkämpfte. Zudem wurde er mit der Nationalmannschaft über 4×200 Meter im Jahr 2021 Staffel-Weltmeister. Olympia war allerdings noch nicht dabei gewesen. Als ihm „geradeaus sprinten dann vielleicht ein bisschen zu langweilig“ wurde, wie er augenzwinkernd erzählte, war es Zeit für neue Erfahrungen. Im Bobsport.
Den Kontakt dorthin hatte sein damaliger Leichtathletik-Trainer Ronald Stein vermittelt. Als er dessen Namen nannte, wurde die Stimme von Felix Straub brüchig. Emotionen überwältigten ihn. Denn der Coach, dem er so viel verdankt, hat mit einer sehr schweren Erkrankung zu kämpfen. Straub benötigte einige Sekunden, um sich wieder zu sammeln und weitersprechen zu können. Herzlicher Applaus begleitete diesen intensiven emotionalen Moment.

Die in seiner Zeit als Sprinter antrainierten athletischen Fähigkeiten, kamen Straub in seiner neuen Rolle als Bob-Anschieber direkt zugute. So dauerte es gar nicht lange, bis ihm sein Coach Gerd Leopold während eines Trainings die entscheidende Frage stellte: „Willst du bei Francesco Friedrich einsteigen?“. Die Rede ist vom wohl besten Bobpiloten aller Zeiten. „Da dachte ich: Boah, ich habe zwar noch nie in so einem Schlitten gesessen, aber lasst uns das angehen! Das ziehe ich jetzt voll durch!“
Und er zog durch. Im Dezember 2022 gab er als Anschieber sein Weltcup-Debüt, 2023 stand der erste Weltcup-Sieg zu Buche. Inzwischen haben zwei Weltmeister- und ein Europameister-Titel, sowie zweimal EM-Silber Eingang in die Liste seiner größten Erfolge gefunden. Und nun natürlich die erste Olympia-Teilnahme samt Silbermedaille. Da bleibt eigentlich nur noch ein großes Ziel übrig: Der Olympiasieg! Und dieser soll möglichst 2030 bei den Winterspielen in den französischen Alpen eingefahren werden. Ein erneuter euphorischer Empfang in Leipzig ist ihm dann jedenfalls gewiss.
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