25.4°СLeipzig

Hirnforschung

- Anzeige -
Wenn einem nur noch "Dingsda" einfällt. Foto: Ralf Julke

Leipziger Gehirnforschung: Warum uns mit dem Alter Wörter schlechter einfallen

Irgendwie – so scheint es – ist irgendwann der ganze Speicher voll. Dann stockt man mitten im Gespräch und ärgert sich, weil einem ein Name partout nicht einfallen will, obwohl man ihn doch eben noch fast auf der Zunge hatte. Ist das wirklich nur die Speicherfähigkeit unseres Gehirns? Forscherinnen und Forscher das Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften und der Universität Leipzig haben sich mit diesem „Speicher“-Problem jetzt mal beschäftigt.

Künstliche Intelligenz soll jetzt helfen, verschiedene Verhaltensweisen und Reize aus den Signalen vieler Gehirnregionen zu entschlüsseln. Foto: shutterstock

Leipziger Forschung: Mit Künstlicher Intelligenz mehr Gehirnsignale entschlüsseln

Nicht nur am Bernstein Center for Computational Neuroscience der Charité Berlin wird emsig an technologischen Lösungen geforscht, wie man das, was in einem menschlichen Gehirn passiert, nicht nur auslesen, sondern auch entschlüsseln kann. Auch am Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften hat man sich auf diesen Weg gemacht und versucht, mit Künstlicher Intelligenz neuronale Prozesse zu entziffern.

John-Dylan Haynes, Matthias Eckoldt: Fenster ins Gehirn. Foto: Ralf Julke

Fenster ins Gehirn: Können Neuroforscher tatsächlich schon unsere Gedanken lesen?

Wenn man manchen Zeitungen und Magazinen Glauben schenken würde, dann wären unsere Gehirne heute schon mit ein paar technischen Geräten auslesbar, wäre Gedankenleserei überhaupt kein Problem mehr und bald würden die Menschen mit kleinen Schnittstellen herumlaufen, mit denen sie ihre Gehirne einfach mit Computern verbinden können.

Das Gehirn erwirbt Wissen, indem es die Kartierung von verhaltensrelevanter Information unterstützt. Grafik: MPI CBS

Mentale Wissenskarten: Wie unser Gehirn alles, was es wahrnimmt, nach markanten Merkmalen abspeichert

Wie funktioniert unser Gehirn wirklich? Wie speichert es all die Millionen Dinge ab, die wir tagtäglich wahrnehmen, einordnen und erkennen müssen? Die Leipziger Kognitionsforscher gehen davon aus, dass unser Gehirn dabei wie eine mentale Landkarte funktioniert, in der die hervorstechenden Merkmale eines Dings an verschiedenen Stellen gespeichert sind. Aus den markanten Merkmalen konstruiert unser Gehirn dann blitzschnell das richtige Muster: Aha, es ist eine Fliege!

Wortsalat. Foto: Ralf Julke

Schlaganfall: Was passiert, wenn das System zum zweiten Mal ausfällt?

Schlaganfälle treffen die menschliche Persönlichkeit im Zentrum. Und zwar so hart, dass das Gehirn auf Notbetrieb schaltet. Was selbst die Forscher am Leipziger Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften verblüfft, die seit einigen Jahren immer genauer erforschen, wie das Gehirn mit solchen Beeinträchtigungen umgeht. Und welche erstaunlichen Wege es findet, wichtige Funktionen am Laufen zu halten.

Prof. Dr. Thomas Arendt. Foto: Universität Leipzig, Swen Reichhold

Die Ursache der Alzheimerschen Erkrankung liegt direkt in der Hirnevolution des Menschen

Kaum eine Krankheit trifft unser Menschsein so direkt wie die Alzheimer-Erkrankung. Sie zerstört genau das, was uns letztlich von allen Tieren unterscheidet: unsere kognitiven Fähigkeiten. Und deshalb lässt sich auch in Tierexperimenten kaum ein Mittel dagegen finden. Hier hat man es direkt mit genau jenen genetischen Veränderungen zu tun, mit denen der Mensch zu Bewusstsein kam. Das hat Folgen für die Forschung und die Suche nach einem Heilmittel.

Zu zeitig zu viel Smartphone ist schädlich für die Entwicklung des kindlichen Gehirns. Foto: L-IZ.de

„Die Schäden sind irreparabel“: Kinderärztin Dr. med. Melanie Ahaus über die Krux mit der digitalen Welt

LEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 73, ab Freitag, 29. November 2019 im HandelFür FreikäuferAchtung Eltern: Erst ab elf Jahren sollten Kinder ein eigenes Smartphone haben. So empfiehlt es Dr. med. Thomas Fischbach, der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland. Wenn Kinder nicht lernten, sich selbst sinnvoll zu beschäftigen, könne das „katastrophale Folgen für das Kind haben“. Dr. med. Melanie Ahaus ist Pressesprecherin des Berufsverbandes in Sachsen und ihre Patienten kommen mittlerweile vor allem wegen diffuser Symptome wie Bauchschmerzen oder Kopfschmerzen in ihre Praxis in der Riebeckstraße. Eine mögliche Folge von Schulstress, Freizeitstress und unkontrollierter Mediennutzung.

Der Kollege Roboter braucht keinen Schlaf. Foto: Ralf Julke

Mach mal Pause! Leipziger Forschung zeigt jetzt, wie wichtig Pausen beim Lernen sind

Früher dröhnte es in unseren Ohren: „Lernen! Lernen! Nochmals lernen!“ Die Leute, die das predigten, waren zwar meist selbst keine Geistesgrößen, aber zutiefst überzeugt davon, dass Stoffpauken Menschen bildet. Was nicht der Fall ist. Wir lernen nur, wenn uns Abläufe wirklich bewusst werden. Und dazu müssen wir auch bewusste Pausen machen zwischen den Übungen. Unser Gehirn braucht die Zeit, um sich auf Neues einstellen zu können. Eine nicht ganz unwichtige Studie aus Leipzig.

Die Teilnehmer am Experiment navigierten entlang einer Route durch eine virtuelle Stadt. Foto: MPI CBS/Bellmund

Experiment am Max-Planck-Institut: Das Gehirn kartiert unsere Erinnerungen als eine Landkarte aus Zeit

Wie orientiert man sich eigentlich im eigenen Gehirn? Mit der Frage beschäftigt man sich ja spätestens in dem Moment, in dem man verzweifelt nach etwas sucht, von dem man weiß, dass man es vor kurzem noch „gewusst“ hat. Doch eigentlich wissen wir ja nichts. Denken ist zuallererst ein Findevorgang in einer hochkomplexen Matrix, die wir unser Gehirn nennen. Und mit der Frage, wie wir finden, was wir suchen, beschäftigten sich jetzt Forscher des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften.

Mario Markus: Das nackte Gehirn. Foto: Ralf Julke

Mario Markus nimmt den Leser mit auf die Reise in die moderne Hirnforschung und den Beginn einer künftigen Neurotechnik

Gedichte schreibt er auch, dieser Mario Markus, geboren 1944 in Chile, als Physiker langjährig tätig am Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie in Dortmund. Und kaum ist sein Gedichtband „Stiche“ erschienen mit Gedichten auf spanisch und deutsch aus seiner Feder, gibt's gleich das nächste Buch. Diesmal eins, das sich mit dem beschäftigt, was in unserem Gehirn passiert.

Scroll Up