Mit der Abwärme aus dem Rechenzentrum wird das Haus mitbeheizt

Das Berufsförderungswerk Leipzig (BFW Leipzig) hat sein Verwaltungsgebäude auf dem alten Kasernengelände an der Georg-Schumann-Straße saniert. Am Dienstag, 7. April, wurde es offiziell übergeben. Die Besonderheit bei der Sanierung des über 100 Jahre alten Gebäudes war die Umsetzung eines innovativen Energiekonzeptes.

2012 wurde schon das benachbarte Schulgebäude aufwändig saniert. Beim Verwaltungsgebäude hat man jetzt Wert darauf gelegt, den Energieaufwand deutlich zu senken.

Eine Wärmerückgewinnungsanlage wurde installiert, die aus der Abwärme des eigenen Rechenzentrums Wärme fürs Haus gewinnt. Darauf wies Dr. Ina Ueberschär, Vorsitzende des Verwaltungsrates des BFW Leipzig und Stellvertretende Geschäftsführerin bei der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland, am Dienstag bei der Schlüsselübergabe an den Geschäftsführer des BFW Leipzig Alois Fischer hin.

„Wir konnten mit diesem innovativen Projekt gleich zwei Effekte erzielen“, betonte Bauplaner Heiko Kauerauf beim Rundgang durch das sanierte Gebäude. „Einerseits sorgen wir mit einem Klimasystem für eine konstante Temperatur in den Serverschränken. Das erhöht die Stabilität der Rechnersysteme und verringert das Ausfallrisiko speziell in warmen Monaten. Zum anderen wird die erzeugte Wärme an das Gebäude abgeführt. Wir nutzen effizient die freiwerdende Energie für ein gutes Raumklima in dem Haus.“

Das gewählte Wärmetauscherprinzip ist ein Beitrag, langfristig die Energiekosten zu senken. Als weitere Energiesparmaßnahme setzte das Planungsbüro SISUPLAN GmbH auf Sensoren, die auf die Raumnutzung reagieren. „Die Räume werden nur dann an die gewünschte Raumtemperatur angepasst, wenn die Mitarbeiter darin arbeiten“, erläutert Heiko Kauerauf. Stehe ein Büro leer, dann würde die Temperatur auf einen Nominalwert gefahren. Automatische Rollläden sorgten zusätzlich dafür, dass sich bei zu hoher Sonneneinstrahlung die Räume nicht übermäßig aufheizten. Zudem würden die Büroräume über eine Belüftungsanlage an der Decke mit der jeweils temperierten Luft versorgt. Durch das damit verbundene Einsparen von Heizkörpern hätte man viel Platz geschaffen.

Der Geschäftsführer des BFW Leipzig Alois Fischer beschrieb die Maßnahmen, wie das Bildungsunternehmen verantwortungsvoll mit Geldern umgehe, die ansonsten für die Wärmeversorgung aufgewendet werden müssten. „Gleichzeitig leisten wir damit auch einen Beitrag für den Umweltschutz“, ergänzte er. „Wir geben keine Wärmeenergie von den Serverschränken mehr ungenutzt an die Umwelt ab und verbrauchen weniger Fremdenergie.“

Dr. Ina Ueberschär: „Wir werden die Energieeinspareffekte beobachten und die gewonnenen Erkenntnisse für das kommende Sanierungsprojekt mit dem Haus 3, dem Qualifizierungs- und Internatsgebäude des BFW Leipzig, umsetzen können.“

Die Sanierung des ehemaligen Kasernengebäudes, in dem heute die Verwaltung der Bildungseinrichtung arbeitet, hatte ein Gesamtbauvolumen von 2,4 Millionen Euro und wurde durch regionale Baufirmen realisiert.

EnergiewendeGeorg-Schumann-Straße
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Foto: Jan Kaefer (Archiv)

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