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Wintersondereinsatz bei DHL: Woher kommen eigentlich die Packer für die neu geplanten Logistikzentren?

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    Woher sollen eigentlich all die Leute kommen? Händeringend suchen Amazon und DHL in Leipzig nach Arbeitskräften für ihre Logistikzentren. Hunderte neue solcher Arbeitsplätze sollen beim Ausbau des Flughafens Leipzig/Halle entstehen. Doch schon der jüngste Schneefall hat DHL an die Grenze der Belastbarkeit gebracht. Dringend wurden 500 Leute gesucht, die noch eine Extraschicht dranhängen. Mit 100 Prozent Zuschlag am Wochenende.

    Denn natürlich zwang der schneereiche Wintereinbruch auch reihenweise DHL-Flieger dazu, am Boden zu bleiben beziehungsweise ohne Ladung in Leipzig zu landen, so wie in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag, 10. zum 11. Februar. Die sollten schnellstens beladen wieder raus, um dann zum Wochenende mit neuen Ladungen aus den Lieferzentren nach Leipzig zurückzukehren.Denn weder Lockdown noch Schneefall haben ja die Deutschen abgehalten, weiter ihre Bestellungen im Internet aufzugeben – auch bei Amazon. Die Amazon-Päckchen fliegen natürlich zumeist ebenfalls in DHL-Fliegern von Flughafen zu Flughafen.

    Aber um die regulären Auslieferungen zum Wochenende hinzubekommen, fehlten die zusätzlichen Leute. Also sprach DHL intern seine Belegschaft an, ob sich nicht einige hundert Mitarbeiter/-innen bereit finden würden, Sonderschichten einzulegen. Gerade am Sonntag wurden 250 Mitarbeiter/-innen zusätzlich gebraucht, damit die Flugzeuge in der Nacht zum Montag rausgehen konnten. Und auch für den Montag kündigte DHL zusätzlichen Bedarf an Leuten an.

    Was zumindest zeigt, dass es mit dem Personal für den Frachtumschlag schon jetzt ziemlich eng ist. Und künftig nicht komfortabler wird, auch wenn der Leipziger Arbeitsmarkt durch Corona über 5.000 Arbeitslose mehr verzeichnen musste. Aber die kommen vor allem aus dem Bereich Gastronomie, Dienstleistung und Pflege, dürften also weniger Interesse daran haben, künftig als Packer und Controller am Flughafen tätig zu werden.

    Notsituation Personal am Flighafen: Das Operations-Handout der DHL vom 10. Februar 2021. Foto: Privat
    Notsituation Personal am Flighafen: Das Operations-Handout der DHL vom 10. Februar 2021. Foto: Privat

    Es hört sich zwar immer gut an, wenn Leipzigs OBM von den 6.000 Arbeitsplätzen bei DHL schwärmt. Aber das sind nicht die Zukunftsarbeitsplätze, die die Region braucht. Ganz zu schweigen vom Klimaproblem der Frachtfliegerei. Und auch die Corona-Pandemie wird vorübergehen und die Leipziger Unternehmen werden vor dem alten Problem stehen: Woher bekommen sie ihren ausbildbaren Nachwuchs?

    Denn die Suche nach Fachkräften beschäftigt mittlerweile alle Branchen. Und das Problem wird sich verschärfen, wenn auch noch die Zuwanderung nach Sachsen ausbleibt.

    Der Winter geht garantiert vorbei. Aber die demografische Schieflage wird bleiben. Auch dann, wenn die sächsische Staatsregierung den Ausbau des Frachtflughafens weiter vorantreibt, als wäre es das einzige, was ihr beim Thema Wirtschaftsaufschwung einfällt. Was natürlich jetzt überspitzt formuliert ist, denn diese Regierung ist eher die Getriebene als der Treiber.

    Es sind die Fracht- und Luftfahrtunternehmen, die seit 2003 wissen, dass die sächsische Staatsregierung für ihre Ansinnen sperrangelweit offene Türen hat und alle Rahmenbedingungen am Flughafen nur zu gern so zuschneidet, dass jeder fliegen kann, wann er will. Egal, wie schwer und laut das Fluggerät ist.

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      1 KOMMENTAR

      1. Hier zeigt sich, hm, tja, eine gewisse Verlogenheit mancher Arbeitgeber. Man versucht es auf die supernette Tour, so wie man es oft von tollen Start-Ups zu hören bekommt.

        Vielleicht ergibt sich erst mit den 100% Zuschlag so etwas wie ein gerechter Lohn!?

        Es rächt sich möglicherweise, dass immer weniger Leute bereit sind, für Dumpinglöhne zu arbeiten. Schlicht, weil die Jahrgänge zusehends kleiner und kleiner werden, und die Wenigen eines solchen Jahrgangs bessere Jobs finden.

        Wer mag, kann sich im WWW zum Stichpunkt „Generation Z“ belesen.

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