Die Energiewende und der Weg zur Klimaneutralität bedeutet auch eine gewaltige Veränderung in Sachsens Vorzeigebranche: der Autoindustrie. Sie wird sich binnen weniger Jahre auf andere Produktionsweisen und Antriebsarten umstellen müssen. Das steht jetzt im Mittelpunkt eines Modellprojektes „Mobilität – Leipzig im Wandel“ (MoLeWa), das vom Bundeswirtschaftsministerium mit 6 Millionen Euro gefördert wird.

Vorgestellt wurde es am Freitag, 26. August, in der IHK zu Leipzig. Gemeinsam mit den in Leipzig ansässigen Automobilherstellern sowie den Unternehmen der automobilen Wertschöpfungskette sollen die Weichen für die Antriebs-, Mobilitäts-, Energie- und Klimawende in der Region Leipzig gestellt werden. Ziel des Konsortiums ist es, die Attraktivität der Region als Automobilstandort weiter voranzubringen und so mehr Zukunftssicherheit zu schaffen.

Kooperation vieler Partner

Dabei soll die digitale und ökologische Transformation der automobilen Wertschöpfungskette unterstützt werden.
Dafür arbeiten ganz unterschiedliche und starke Partner zusammen. Zu diesen gehören neben dem Automotive Cluster Ostdeutschland (ACOD) auch das Amt für Wirtschaftsförderung der Stadt Leipzig, die IG Metall, die Universität Leipzig, die IHK zu Leipzig, die Agentur für Arbeit Leipzig, das Berufsfortbildungswerk Gemeinnützige Bildungseinrichtung des DGB GmbH (bfw) und die AGIL GmbH.

Ebenfalls eingebunden sind das Netzwerk Logistik Mitteldeutschland und das Cluster IT Mitteldeutschland.
Unterstützt wird das Projekt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, das insgesamt knapp sechs
Millionen Euro für den Zeitraum von drei Jahren zweckgebunden zur Verfügung stellt.

Was soll das Förderprojekt leisten?

Das Projekt zur automobilen Zukunftsregion startet sofort und konzentriert sich auf die Schwerpunkte:

Wissenschaftstransfer in die Unternehmen und Austauschprogramme über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg,

Einbeziehung und besonderer Fokus auf die KMU,

Zusammenarbeit über Netzwerkgrenzen hinweg (Cross-Cluster-Kooperation),

Qualifizierung und Fachkräftesicherung,

Verbesserung der Standortbedingungen für Unternehmen, innovative regionale Mobilitätslösungen,

sowie Transformationsmanagement.

Dr. Jens Katzek, Geschäftsführer der ACOD GmbH, sieht in dem breit orientierten Projekt eine „exzellente Chance, die Automobilstandorte Leipzig und Ostdeutschland weiter voranzubringen.“ Der ACOD verfüge über umfangreiche Erfahrungen im Automobilbau sowie der Netzwerkarbeit und sei damit prädestiniert, die Projektsteuerung zu übernehmen.

„Gemeinsam mit den Netzwerk- und Konsortialpartnern steht nichts Geringeres als die Transformation der Branche und der gesamten Region auf der Agenda.“

Die Ergebnisse sollen zukünftig aktiv kommuniziert und netzwerkübergreifend verfügbar gemacht werden. „Wir wollen die Ziele und Ergebnisse umsetzbar gestalten und die Menschen in den Unternehmen mitnehmen. Das muss uns gelingen“, sagt Katzek.

Das sieht auch der Hauptgeschäftsführer der IHK zu Leipzig so. Dr. Thomas Hofmann sagt: „Leipzig hat sich zur angesagten Automobilstadt im Autoland Sachsen entwickelt. Die Automobilindustrie ist eine Schlüsselindustrie und Treiber der wirtschaftlichen Entwicklung in der Region. Wir brauchen daher stabile und zukunftssichere Prozesse und Strukturen. Mit MoLeWa beteiligen wir uns an einem sehr wichtigen Projekt, dessen Ergebnisse dazu beitragen sollen, dass die hiesige Automobil- und Zulieferindustrie auch weiterhin wettbewerbsfähig bleibt und dass – unter Einbeziehung weiterer Branchen – zukunftsfähige Mobilitätslösungen in der Praxis umgesetzt werden.“

- Anzeige -

Empfohlen auf LZ

So können Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstützen:

Keine Kommentare bisher

Schreiben Sie einen Kommentar