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AMI-Promisofa: Bobpilot André Lange – „Jetzt bin ich Sport-Rentner“

Jan Kaefer
Ex-Bobpilot André Lange.
Ex-Bobpilot André Lange.
Foto: Jan Kaefer
Nach 17 außergewöhnlich erfolgreichen Jahren als Bobpilot hat André Lange kürzlich seine sportliche Karriere beendet. Mit seinen Ex-Kollegen plauderte der gebürtige Ilmenauer über seinen beinahe Sturz bei Olympia, über Punkte in Flensburg und den Wunsch nach einem kleinen Auto.

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Mit einer Gold- und einer Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Vancouver verabschiedete sich André Lange vom aktiven Bobsport. Am Samstag brachte er sein gesamtes Zweier- und Viererbob-Team mit auf die AMI nach Leipzig. Neben Lange nahmen somit auch Alexander Rödiger, René Hoppe, Martin Putze und Kevin Kuske auf der Promi-Bühne in der Glashalle Platz.

Promi-Sofa-Besatzung: André Lange, Moderator René Kindermann, Alexander Rödiger, René Hoppe, Martin Putz, Kevin Kuske (v.li.).
Promi-Sofa-Besatzung: André Lange, Moderator René Kindermann, Alexander Rödiger, René Hoppe, Martin Putz, Kevin Kuske (v.li.).
Foto: Jan Kaefer
"Es war ganz schön knapp. Ich habe es nur kratzen gehört, und dachte, dass es jetzt vorbei ist.", erinnerte sich Lange an den heiklen zweiten Lauf im olympischen Viererbob-Wettkampf. In der berüchtigten "Fifty-Fifty"-Kurve im Eiskanal von Whistler stand der deutsche Bob kurzzeitig nur auf zwei Kufen und drohte umzukippen. "Doch dann haben wir alle zusammen einen guten Job gemacht.", ergänzte Kevin Kuske, "André hatte einen ordentlichen Lenkausschlag gehabt und wir haben uns alle an die Seite geworfen. Es war vorher abgesprochen, dass wir einen extremen Rhythmus machen sollten – und es hatte funktioniert!".

Jedoch hatte André Lange danach nicht mehr wirklich an die Silbermedaille glauben können. "Aber der Optimismus der Jungs kannte keine Grenzen, und als es dann doch passiert ist, war es einfach nur geil!", freute sich der Sportsoldat rückblickend über das letzte Edelmetall seiner langen Karriere.

André Lange: Viermal Olympiasieger, achtmal Weltmeister, achtmal Europameister...
André Lange: Viermal Olympiasieger, achtmal Weltmeister, achtmal Europameister...
Foto: Jan Kaefer
Sein sportlicher Abschied, so Lange, sei ihm relativ leicht gefallen. Nur auf seiner Lieblingsbahn in Altenberg gab es Momente, "wo es doch sehr ans Herz ging." Ansonsten habe er "jeden Lauf auf den Bahnen dieser Welt noch einmal genossen". Über die Richtigkeit seiner Entscheidung hegte der 36-Jährige keine Zweifel. "Ich denke, es ist richtig, am Höhepunkt aufzuhören. Jetzt bin ich Sport-Rentner und gucke mir an, was die Jungs noch alle so machen." Wohin sein eigener Weg führen wird, steht noch nicht fest. "Ich bin nach allen Seiten offen, muss aber erst einmal Abstand gewinnen.", sagte André Lange zu diesem Thema.

Vieles spricht dafür, dass er dem Bobsport erhalten bleibt. "Ich könnte mir vorstellen, mich um das Material zu kümmern.", dachte er laut nach, "Und ich will das Wissen, das ich mir in der Bahn angeeignet habe, auch außerhalb der Bahn weitergeben."

Das erfolgreiche Bobteam - diesmal mit Opel.
Das erfolgreiche Bobteam - diesmal mit Opel.
Foto: Jan Kaefer
Vielleicht bleibt ihm nun auch öfter Zeit dafür, wieder an Autos zu schrauben. Am Bob, so bedauerte Lange, hätte es ja leider nicht sehr viele Schrauben gegeben. Im Moment stünde ihm der Sinn jedoch nach einem kleinen Auto, denn "man verliert in der Bobbahn jede Relation für Geschwindigkeit". Diese erschreckende Erkenntnis kam dem achtmaligen Weltmeister, als er auf einer Autobahnfahrt bei Tempo 250 den Eindruck nicht loswerden konnte, immer noch zu stehen.

Seine sehr individuelle Geschwindigkeits-Interpretation scheint sich inzwischen auch bis Flensburg herum gesprochen zu haben. Wie viele Punkte André Lange in der Verkehrssünderkartei bereits gesammelt hat, wollte er nicht verraten, aber "ich sage es mal anders: Man könnte damit auch 'Malen nach Zahlen' machen…". Gut, dass sein Sponsoren-Opel wenigstens über eine automatische Verkehrsschild-Erkennung verfügt, denn "wenn ich die Verkehrsschilder einmal nicht sehe, kann ich mich rückinformieren, wie schnell ich hier gerade fahren darf.".

Bleibt ihm eigentlich nur allseits eine gute Fahrt zu wünschen.


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